Konjunkturlage bei Ingenieur- und Architekturbüros bleibt angespannt
(21.08.2026) Die bundesweite Konjunkturbefragung unter Ingenieur- und Architekturbüros zeigt auch 2026 eine angespannte wirtschaftliche Lage. Bislang sind weder durch die Vereinfachung von Planungs- und Genehmigungsverfahren noch durch neue Finanzierungsmittel, wie das Sondervermögen Infrastruktur, erkennbare Verbesserungen festzustellen. Im Auftrag von Verband Beratender Ingenieure, Bundesingenieurkammer, Bundesarchitektenkammer und dem Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung, wurde die konjunkturelle Lage der Branche von IW Consult sowie Reiß & Hommerich im Zeitraum von Mai und Juni 2026 untersucht.
Zuvor gingen bei 37 % der Ingenieurbüros die Auftragslage im zweiten Halbjahr 2025 zurück, bei 30 % stieg sie. Für 2026 erwarten 26 % der Ingenieurbüros und 35 % der Architekturbüros einen weiteren Auftragsrückgang. Der Auftragsbestand der Architekturbüros sank von durchschnittlich 11,5 auf 10,0 Monate. Bei den Ingenieurbüros blieb er mit 11,3 Monaten nahezu stabil.
22 % der Architekturbüros und 19 % der Ingenieurbüros bewerten ihre wirtschaftliche Lage als schlecht oder eher schlecht. 5 % sehen sogar die Gefahr einer Betriebsschließung in den kommenden Monaten, 14 % bezeichnen ihre Zukunft als ungewiss. Besonders kritisch wird die Situation kleiner Büros mit weniger als zehn Mitarbeitern bewertet.
Als wichtigste Hemmnisse werden regulatorische Anforderungen, gestörte Projektabläufe und der wirtschaftliche Abschwung genannt. Bei den Architekturbüros kommen gestiegene Materialkosten hinzu.
Dazu erklärt Bundesingenieurkammerpräsident Dr.-Ing. Heinrich Bökamp: „Die wirtschaftliche Lage vieler Planungsbüros ist zunehmend angespannt. Steigende Personal- und Sachkosten und hohe Anforderungen an Planung und Dokumentation setzen die Büros erheblich unter Druck. Wenn wir wollen, dass auch künftig ausreichend Planungskapazitäten und die ‚beste Idee’ für die dringend benötigte Infrastruktur, den Wohnungsbau und die Energiewende zur Verfügung stehen, müssen Politik und öffentliche Auftraggeber jetzt handeln: Projekte müssen verlässlich finanziert, Prozesse verschlankt und Planungsleistungen angemessen vergütet werden.”
VBI-Präsident Jörg Thiele: „Bislang kommt das Sondervermögen in den Ingenieurbüros nicht an. So wird die Infrastruktur in Deutschland in den kommenden drei Jahren nicht spürbar besser. Wir fordern eine echte Zusätzlichkeit der Mittel, damit endlich mehr Schienen und Straßen saniert werden können. Dafür müssen anstelle des Verschiebebahnhofs relevante Kürzungen im Kernhaushalt erfolgen.”
AHO-Vorstandsvorsitzender Klaus-D. Abraham: „Wir müssen unseren Nachwuchs fördern und jungen Berufseinsteigern Perspektiven mit angemessenen Verdienstmöglichkeiten bieten, um die Qualitätsstandards zu sichern. Auch die Politik muss hierfür die entsprechenden Randbedingungen setzen. Dazu zählt die Novellierung der Honorarordnung für Architekten und Ingenieure, die schnellstmöglich abgeschlossen werden muss.”
Hintergrund: Die Online-Konjunkturbefragung wurde im Mai und Juni 2026 von AHO, BAK, VBI und Bundesingenieurkammer gemeinsam mit den jeweiligen Landeskammern durchgeführt. Unterstützt wurde sie von IW Consult sowie Reiß & Hommerich. Insgesamt beteiligten sich 4.859 Architektur- und Ingenieurbüros – deutlich mehr als die 2.452 Unternehmen im Vorjahr.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Bundesingenieurkammer e.V.
- VBI - Verband Beratender Ingenieure
- AHO Ausschuss der Verbände und Kammern der Ingenieure und Architekten für die Honorarordnung e.V.
- Reiß & Hommerich GmbH
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siehe zudem:
- Ingenieurkammern, Architekturbücher, Architektur und Gewerbebauten bei Baulinks
- Literatur / Bücher bei Baubuch / Amazon.de

