Architekturpreis Beton 2026 entschieden
(06.11.2026) Mit dem Architekturpreis Beton 2026 wurden Bauten ausgezeichnet, die durch ihren innovativen Umgang mit dem Werkstoff Beton sowie durch architektonische, gestalterische, technische und nachhaltige Qualität überzeugen. Die eingereichten und prämierten Projekte dieses Jahrs legen insbesondere das Facettenreichtum von Beton dar: Unter anderem zeichnen monolithischer Stampfbeton, Carbonbeton, Urban Mining und serielle Bauweisen als Weiterentwicklung des Plattenbaukonzepts die prämierten Projekte aus.
Aus rund 240 Einreichungen wählte die Jury sechs gleichrangige Preisträger aus, darunter auch der Gewinner des erstmals vergebenen Sonderpreises Wohnungsbau. Darüber hinaus wurden sieben Anerkennungen ausgesprochen.
Die Preisträger 2026
Areal am Kronenrain: MONO Architekten (Berlin)
Rot eingefärbter Stampfbeton prägt das Ensemble aus Bertholdturm, Parkhaus am Rheintor, Zähringerbrücke und Münsterplatz. Die Jury sieht eine kraftvolle, monolithische Architektur, die dem Stampfbeton neue Dimensionen eröffnet. Das Projekt lotet die Möglichkeiten des eingesetzten Materials aus und bringt Bauwerk, Landschaft und Geschichte zusammen.
Erweiterung Kita Bewegungsreich: Therese Strohe Michael Ullrich Architekten mit DS-Architekten (Berlin)
Der Erweiterungsbau interpretiert Materialität und Proportion des bestehenden Plattenbaus neu. Beton konstruktive, gestalterische und funktionale Aufgaben. Die Jury würdigt den Umgang mit dem Bestand und die konsequente Übersetzung in eine zeitgemäße Architektur. Das Low-Tech-Gebäude nutzt vorhandene Strukturen und verbindet sie darüber hinaus mit einer eigenständigen architektonischen Sprache.
Neue Ortsmitte „MittenIm”, Niederwerrn: Schlicht Lamprecht Kern Architekten (Schweinfurt)
Im neuen Bürgerzentrum „MittenIm” in Niederwerrn findet Abbruchmaterial einer rückgebauten Autobahnbrücke weitere Verwendung. Eingesetzt wird das Material als Teil von Recyclingbeton in sichtbaren Bauteilen. Durch traditionelle Handwerkstechniken wurden diese Oberflächen zusätzlich aufgewertet. Die Jury lobt die kluge Planung und den gezielten Einsatz von Recyclingbeton in einer belebenden Architektur.
Hyparschale Magdeburg: gmp · Architekten von Gerkan, Marg und Partner (Berlin)
Die Sanierung der Hyparschale Magdeburg macht den seit beinahe 30 Jahren leerstehenden Schalenbau Ulrich Müthers wieder als Veranstaltungs- und Ausstellungsort nutzbar. Zur Wiederherstellung der Tragfähigkeit des Daches kam Carbonbeton zum Einsatz. Aus Sicht der Jury greift diese Wiederbelebung des denkmalgeschützten Bauwerks Müthers konstruktive Idee auf und interpretiert sie zeitgemäß. Das Projekt verbindet anspruchsvolle Tragwerksplanung, Denkmalpflege und einen minimalem Materialeinsatz miteinander.
Technikgebäude Schleuse Schwabenheim: Ecker Architekten (Heidelberg)
Dach und Sockel des Technikgebäudes der Schleuse Schwabenheim bilden einen gestalterischen Sichtbeton-Rahmen für das vorgesetzte Mauerwerk: Ein umlaufend auskragender Dachrand aus zykloidförmigen Betonfertigteilen fasst die Baukörper. Die doppelt gekrümmte Geometrie erforderte hohe Präzision in Planung und Ausführung. Die Jury überzeugte insbesondere die hohe ästhetische Qualität des Infrastrukturprojektes.
Herausragender Wohnungsbau
Erstmals gehört ein Sonderpreis Wohnungsbau zum Wettbewerb. Ulrich Nolting, Geschäftsführer des InformationsZentrum Beton (IZB) und Mitglied der Jury: „Die große Resonanz auf den Sonderpreis und die Vielfalt der eingereichten Projekte – von Neubauten, Sanierungen und Umnutzungen – zeigt, wie viel in diesem Bereich möglich ist.”
Lion-Feuchtwanger-Straße: FAR frohn&rojas (Berlin)
Der Einsatz serieller Betonfertigteile im Skelettbau verbindet Wirtschaftlichkeit mit Flexibilität und langfristiger Anpassungsfähigkeit. Die Tragkonstruktion entstand aus rund 1.700 vorgefertigten Betonelemente auf einem Raster von 1,25 m. Sie ermöglicht flexible Grundrisse und schafft mögliche Perspektiven für eine potenzielle Wiederverwendung der Bauteile. Die Jury prämiert den stringent entwickelten Wohnbau, dessen robustes Betontragwerk auf veränderte Wohnbedürfnisse reagieren kann mit dem Sonderpreis „Herausragender Wohnungsbau”.
Anerkennungen für sieben Projekte
Zusätzlich sprach die Jury sieben gleichrangige Anerkennungen aus, davon drei in der Kategorie Wohnungsbau.
- Tambour Protestantische Kirche Limburgerhof – Ideenreich Architektur BDA (Steinweiler)
- Kellogg's Bremen – DMAA Delugan Meissl Associated Architects (Wien)
- Erlebnismuseum Perlmutter Adorf/ Vogtland – Schulz und Schulz (Leipzig)
- Stadtteilzentrum Stöcken – formation_a (Berlin)
- Brunnenstraße 34 – B KRAUS Z (Berlin)
- Alterswohnen am Ufertal Neunburg vorm Wald – BeL Sozietät für Architektur Bernhardt und Leeser Architekten BDA (Köln)
- Element – Studio LOES Architekten BDA (Berlin)
Preisgeld und Jury
Der Preis ist mit insgesamt 25.000 Euro dotiert. Über die Vergabe entschied eine interdisziplinär besetzte Jury bestehend aus: Julia Dahlhaus (Präsidium BDA), Andrea Gebhard (Präsidentin der Bundesarchitektenkammer), Dr. Oliver Herwig (Journalist und Autor), Ulrich Nolting (Geschäftsführer IZB), Sven Plieninger (schlaich bergermann partner), Prof. Amandus Samsøe Sattler (ensømble studio architektur, Präsident der DGNB) und Michael Scharpf (Holcim Deutschland).
Preisverleihung
Die Preisverleihung findet am 11. November 2026 in Düsseldorf statt. Anschließend wird eine ausführliche Dokumentation der Gewinnerprojekte als Sonderausgabe der IZB- Architekturzeitschrift „betonprisma” erscheinen.
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