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BIM-basierte Planung und Realisierung eines neuen Baufachzentrums

(28.4.2020) Rund 1,5 km Brettschichtholzbinder überspannen das neue Baufachzentrum sowie die Lager- und Logistikhalle von Lueb + Wolters im westfälischen Borken (siehe Google-Maps). Die Vorfertigung der Mehrfeldbinder sorgte dabei für die gewünschte Planungssicherheit. Den Neubau realisierte Brüninghoff aus dem benachbarten Heiden - nach einer rund zweijährigen Planungsphase im BIM-Modell - innerhalb von 13 Monaten schlüsselfertig.

alle Fotos © Brüninghoff 

Seit über 120 Jahren ist Lueb + Wolters in Borken mit einem Baufachzentrum vertreten. Das Familienunternehmen ist im Münsterland insbesondere für sein breites Holz- und Baustoffsortiment bekannt. Hinzu kamen mit der Zeit eine erweiterte Tür- und Bodenausstellung, so dass die alten Räumlichkeiten an der Gelsenkirchener Straße allmählich zu eng wurden und zu wenig Platz für eine Erweiterung boten. Vor diesem Hintergrund entschied man sich für den Neubau auf einem etwa 50.000 m² großen Grundstück an der Landwehr. Das Neubauprojekt umfasst nun ...

  • eine ca. 9.300 m² große Lager- und Logistikhalle nebst Dispositionsgebäude sowie
  • das eigentliche Baufachzentrum mit 2.000 m² Ausstellungsfläche
  • integriert in circa 30.000 m² befestigte Außenflächen.

Für alle nicht durch Brüninghoff selbst ausgeführten Gewerke wurden durch den Projektbauspezialisten regional ansässige Familienunternehmen beauftragt, die im Wesentlichen zur Stammkundschaft von Lueb + Wolters gehören.

Konstruktion aus BSH-Bindern und Stahlbetonstützen

Bei der Konstruktion der Lager- und Logistikhalle fiel die Entscheidung bei den tragenden Bauteilen der Dachkonstruktion auf Brettschichtholzbinder mit Spannweiten bis zu 28 m². Insgesamt wurden über 300 m² Brettschichtholz verbaut. Es liegt auf Stahlbetonstützen auf und wurde teils als Mehrfeldbinder aufgebaut:

Der Nutzung als unbeheizte Hallenfläche entsprechend, wurden als Wandverkleidung Trapezbleche eingesetzt. Die Ausführung des Daches erfolgte hingegen als Warmdach mit Dämmung und Folienabklebung.

Bemerkenswert ist, dass die Hallenfläche in lediglich zwei Brandabschnitte aufgeteilt ist. Neben der Lager- und Logistikfläche ist ein Dispositionsgebäude für die Koordination von Fremdanlieferungen positioniert. Es wurde in massiver Bauweise erstellt und umfasst auch Umkleideräume, Sanitäranlagen und einen teilbaren Pausen- und Schulungsraum.

Für den beheizten Ausstellungsbereich kamen zusätzlich weitere 100 m³ Brettschichtholzbinder sowie Stahlbetonstützen und ISO-Wandelemente zum Einsatz. Alle Innenwände sind in Leichtbauweise ausgeführt, um ein späteres Versetzen oder eine eventuelle Erweiterung zu erleichtern. So kann das Gebäude zukünftigen Anforderungen in der Raumaufteilung angepasst werden. Lediglich der Hausanschlussraum ist aufgrund von Brandschutzanforderungen in massiver Bauweise erstellt. Die Temperierung erfolgt über eine Gasmotor-Wärmepumpe sowie einen Heißkessel. Sie werden über einen Erdgas-Hausanschluss mit Energie versorgt.

Gelb und Holz setzen Akzente

Sowohl die Fassade des Baufachzentrums als auch der Lager- und Logistikhalle sind zum Großteil im dezenten Grau gestaltet. Die große Fläche der Halle bietet dabei Platz für graphische, gelbe Elemente, welche die vier Hauptproduktbereiche Baustoffe, Holz, Böden und Türen des Handelsunternehmens aufgreifen.

Das Gelb der Firmenfarbe akzentuiert auch die Eingangsbereiche des Baufachzentrums und des Dispositionsgebäudes. Des Weiteren sind die im Bereich des Eingangs angeordneten großen Glasflächen charakteristisches Merkmal des neuen Gebäudes. Aufgelockert wird die Fassade zudem durch Teilflächen, die mit horizontaler Holzverschalung versehen sind.

Planung mit Building Information Modeling

Eine wesentliche Herausforderung bei der Realisierung des neuen Standorts für Lueb + Wolters war die Fertigstellung im eng gesteckten Zeitrahmen. So waren für die Bauzeit lediglich 13 Monate vorgesehen. Daneben galt es, in den zukünftigen Gebäuden effiziente Arbeits- und Logistikabläufe zu etablieren. Dies erforderte eine intensive und genaue Planung. Deshalb setzte Brüninghoff von Anfang an auf BIM.

Argumentationshilfe bei Präsentationen

Dem Vernehmen nach zahlte sich BIM von der Angebotsphase an aus: Das 3D-Modell sowie Renderings des Baufachzentrums trugen zum besseren Verständnis bei Projektbeteiligten und externen Partnern und kommunalen Ansprechpartnern bei. Der Bauherr war hiermit bereits früh in der Lage, sich ein umfassendes Bild von seinem zukünftigen Unternehmensstandort zu machen.

„Dank des Modells habe ich zum ersten Mal bereits im Vorfeld verstehen können, was ich später bauen werde“, freut sich Johannes Baier, Geschäftsführer bei Lueb + Wolters. Eine entscheidende Argumentationshilfe war die BIM-Planung ebenso bei der Präsentation bei Behörden sowie im Zuge der Öffentlichkeitsarbeit. Im Rahmen einer Ratssitzung konnten die Anwesenden dank umfassender Beschreibung des Projekts sowie der Logistik schnell überzeugt werden.

Bedarfsorientierte Planung

Auch im Zuge der Planung brachte BIM viele Vorteile mit sich: Mittels einer Simulation des späteren Betriebs und Flächenbedarfs ließ sich das Gebäude ideal auf die spätere Regalierung und den Maschinenpark ausrichten. In diesem Zuge wurden das Gebäudevolumen sowie die Anordnungen mehrfach angepasst.

Außerdem erfolgte die Planung der technischen Gebäudeausrüstung (TGA) bereits in der dritten Leistungsphase. Großformatige TGA-Bauteile sowie Trassen wurden in den Entwurf eingebunden und ermöglichten es, den späteren Platzbedarf zu bestimmen. Dabei vereinfachte eine Kollisionsprüfung insbesondere das Erkennen von Planungsfehlern. Auf diese Weise brachte die Arbeit auf Grundlage von BIM insgesamt mehr Sicherheit für die spätere Umsetzung mit.

Zusammenarbeit und Schnittstellenmanagement

In erster Linie lagen die Planungsleistungen in den Händen von Brüninghoff, jedoch waren auch zahlreiche Externe - wie beispielsweise Brandschutzspezialisten - involviert. Daneben setzte Brüninghoff auf das Knowhow von Experten wie Logistikplaner. BIM erleichterte - sowohl intern als auch im Austausch mit Fachplanern - den Prozess des Zusammenarbeitens erheblich. So konnte beispielsweise das Brandschutzbüro mit den BIM-Daten arbeiten und war auf diese Weise direkt in die Planung eingebunden. Die Methode bietet ebenso ein effektives Schnittstellenmanagement zwischen den einzelnen Planungsdisziplinen wie Architektur, Konstruktion, Elektrotechnik, Heizungs-, Lüftungs- und Klimatechnik sowie Außenanlagenplanung.

Kontrolle des Baufortschritts

Auch über die Planungsphase hinweg war das Modell hilfreich - zum Beispiel bei der Arbeitsvorbereitung, Produktion und Logistik. Dank der digitalen Planung wurde die Disposition der Montagebauteile wesentlich erleichtert. So ließen sich aus dem Modell beispielsweise Bestelllisten für die Arbeitsvorbereitung exportieren. Auch vereinfachte die Planung mit BIM die Vorbereitung der Vergabe durch eine zügige Mengenermitt­lung - und später die Rechnungsprüfung bei Nachunternehmerleistungen. Das Modell eröffnete die Möglichkeit zur Visualisierung des Baufortschritts. Auch auf der Baustelle war es eine Hilfe. So diente es der Bauleitung und den Polieren als Montageunterstützung, heißt es im Resümee der Beteiligten.

Weitere Informationen zur Planung von Gewerbeobjekten mittels BIM können per E-Mail an Brüninghoff angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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