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Wohnungsmarkt: Bedeutung der Eigentumswohnung steigt

(9.9.2013) Die Bedeutung der eigenen vier Wände auf der Eta­ge steigt stetig. Das zeigt eine Sonderauswertung von LBS Re­search auf der Basis der jüngsten Zensus-Daten des Statisti­schen Bundesamtes. Wohnten 1993 noch 17% der Wohneigen­tümer im Westen in einem Mehrfamilienhaus, sind es 2011 schon 24%. In den neuen Ländern liegt der Anteil der Selbst­nutzer, die in Geschosswohnungen leben, nun bei 15%. Als Alternative zum Eigenheim wird die Eigentumswohnung umso wichtiger, je größer die Stadt und je höher das Grundstücks­preisniveau ist. Im Ländervergleich zeigt sich das an der füh­renden Position von Berlin und Hamburg, während in den neuen Ländern, aber auch im Südwesten und Norden die Eigenheime weit stärker dominieren.

Für die neuen Länder ist nach Angaben der LBS-Experten zu beachten, dass es dort - mit Ausnahme des inzwischen dazu gezählten Westteils von Berlin - vor 1990 kein Wohneigentum auf der Etage gab. Seitdem habe ein bemerkenswerter Aufholprozess stattgefunden, und dies, obwohl gleichzeitig meist ausreichend Bauland zu moderaten Preisen verfügbar gewesen sei, was eher den Eigenheimbau begünstigte.

Über die Hälfte der Eigentumswohnungen vermietet

Der Markt für Eigentumswohnungen, aufgebaut durch Neubau und Umwandlung von traditionellen Mietwohnungen, ist laut LBS Research aber nicht nur durch Selbstnutzer geprägt, sondern auch durch Vermieter. Von den mittlerweile über 9 Millionen Wohn­einheiten in Deutschland entfallen ...

  • 4 Millionen auf die Selbstnutzung und
  • über 5 Millionen auf Miete.

Anders als bei den überwiegend selbstgenutzten Eigenheimen konkurrierten hier also potenzielle Selbstnutzer direkt vor allem mit Kapitalanlegern, die vermieten wollten - gerade in Ballungszentren wie Stuttgart oder München, wo 40 Prozent des gesamten Wohnungsbestandes Eigentumswohnungen seien.

Größte Anteile in Ferienorten

Weniger bekannt dürfte die Bedeutung der Eigentumswohnungen für Ferienstandorte sein. Nach Auskunft der LBS-Experten sind die Anteile der Eigentumswohnungen an der Nord- und Ostsee, aber auch in den Bergen teils extrem hoch. Beispiele sind Sylt, Sankt Peter-Ording und ostfriesische Inseln, Grömitz oder Sierksdorf mit einem Eigen­tumswohnungs-Anteil von 40 bis zu über 50 Prozent. Auch im Süden gibt es Städte mit einer absoluten Mehrheit von Stockwerkseigentum, wie Schönwald/Schwarzwald, Meersburg/ Bodensee oder Füssen und Oberstaufen. In den neuen Ländern weisen et­wa Kühlungsborn oder Oberhof bereits Quoten von über einem Drittel auf.

Insgesamt gehen die Immobilienexperten der LBS auch angesichts des Trends zu klei­neren Haushalten davon aus, dass den Eigentumswohnungen vor allem in den Zentren der Wohnungsnachfrage eine immer wichtigere Rolle zukommt: als stadtnahe und kos­tengünstigere Alternative zum eigenen Haus für Selbstnutzer, aber auch als Anlageob­jekt für private Investoren. Das wird auch an der Neubau-Entwicklung deutlich: So entfielen bei den Neubau-Genehmigungen des ersten Halbjahrs 2013 im­merhin 26 Prozent auf Stockwerkseigentum.

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