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Bauhauptgewerbe 2017: 6% mehr Umsatz, 30.000 neue Arbeitsplätze

(25.2.2018) Das deutsche Bauhauptgewerbe hat das Jahr 2017 mit einem Umsatzplus von nominal 6,0% ab (real: +2,7%) angeschlossen. Damit übertrifft das Jahresergebnis die Verbandsprognose zur Jahresauftaktpressekonferenz von 5% (siehe Beitrag vom 18.1.2018).

Die Branche erwirtschaftete nach aktuellen Zahlen einen baugewerblichen Umsatz von 114 Mrd. Euro - dies teilte der Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) im Rahmen der neuesten Ausgabe seines Aktuellen Zahlenbildes mit. Die größeren Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten sogar ein Umsatzplus von 8,5% (real: +5,1%). Dass die größeren Betriebe von der guten Baukonjunktur überdurchschnittlich profitiert haben, führt der Hauptverband auf den Konjunkturaufschwung insbesondere im Neubau-Bereich zurück - kleinere Unternehmen würden eher bei Baumaßnahmen im Bestand gefragt sein. Hinzu kommt, dass die Kleinbetriebe mit 1 bis 19 Beschäftigten stärker von personellen Kapazitätsengpässen betroffen sind. Größeren Betriebe gelänge es hingegen eher, ihren zusätzlichen Personalbedarf durch die Anwerbung ausländischer Fachkräfte zu decken:

  • Während die Zahl der deutschen Beschäftigten im Bauhauptgewerbe 2017 lediglich um 1% zunahm,
  • lag die der ausländischen um 16% über dem Vorjahresniveau.

Wieder mehr als 800.000 Beschäftigte

Insgesamt stockten die Betriebe ihren Personalbestand um 30.000 bzw. 4% auf 812.000 Beschäftigte im Jahresdurchschnitt auf. Damit hat die Branche erstmals seit 2003 wieder mehr als 800.000 Beschäftigte und schuf seit dem Tiefpunkt im Jahr 2009 mehr als 100.000 neue Stellen.

Aussichten für 2018 vielversprechend

Baubetriebe mit 20 und mehr Beschäftigten meldeten laut Statistischem Bundesamt für 2017 einen Zuwachs ihres Auftragseingangs von nominal 6,6%. Im Dezember legte der Auftragseingang im Vergleich zum Vorjahresmonat sogar um 24,3% zu. Auch im Vergleich zum Vormonat sind die Aufträge nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes (arbeitstäglich-, saison- und preisbereinigt) gestiegen (+16,8%) - siehe Bauletter vom 22.2.2018 mit bereinigten Zahlen.

Um die Aufträge auch in Zukunft zeitnah abarbeiten zu können, planen die Unternehmen, in den kommenden 12 Monaten zusätzliches Personal einzustellen und ihre Investitionen zu erhöhen: Im Rahmen der aktuellen Umfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) gab dies jedes fünfte bzw. vierte Unternehmen an. Insgesamt spricht alles dafür, dass die Umsatzprognose aus der Jahresauftaktpressekonferenz für 2018 von plus 4% übertroffen wird.

Wohnungsbau - die stärkste Stütze der Baukonjunktur

Der 2017er Umsatz der Betriebe mit 20 und mehr Beschäftigten legte um 11,6% zu. Der Wohnungsbau hat auch im vergangenen Jahr vor allem von den niedrigen Zinsen und dem wachsenden Bedarf an Mietwohnungen in den Ballungszentren profitiert. Aufgrund der nach wie vor steigenden Auftragseingänge - im Gesamtjahr 2017 um 5,0%, im Dezember sogar um 39,8% - erwartet der HDB für 2018 eine Fortsetzung der guten Entwicklung, trotz des Rückgangs der Wohnungsbaugenehmigungen von rund 6% (Jan.-Nov.). Diesen führt der HDB lediglich auf das mittlerweile erreichte hohe Niveau (2016: +19%) und auf Baulandengpässe in den Ballungszentren zurück, die insbesondere den Ein- und Zweifamilienhausbau bremsen. Der Genehmigungsüberhang von etwa 400.000 Wohnungen wird die Produktion noch einige Zeit tragen - siehe auch Beitrag „Warum der Rückgang der Baugenehmigungen im ersten Halbjahr 2017 nicht überraschen sollte“ vom 17.8.2017.

Auch der Wirtschaftsbau hat das Baujahr 2017 positiv abgeschlossen: Der Umsatz lag um 8,4% über dem Niveau von 2016, der Auftragseingang um 6,9%. Die Branche profitierte zum einen von den zusätzlichen Bundesmitteln für die Bahn und zum anderen von der gestiegenen Investitionstätigkeit der Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes. Auch für 2018 ist der HDB optimistisch: Immerhin plant laut DIHK jedes dritte Industrieunternehmen, seine Investitionen zu erhöhen.

Der Öffentliche Bau hat die Erwartungen des Hauptverbandes übertroffen: Der Umsatz lag 2017 um 6,5% über dem Vorjahresniveau. Dies ist auch auf die zusätzlichen Bundesmittel aus dem Investitionshochlaufprogramm zurückzuführen. Entsprechend stark legte der Straßenbau mit einem Umsatzplus von 7,7% zu. Dass auch 2018 gut laufen wird, dafür spricht die Entwicklung des Auftragseingangs, welcher um 7,2% gestiegen ist.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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