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Handlungsempfehlungen für digitales Planen und Bauen zum BIM-4-Infra-Projektabschluss

(19.8.2018) Ab dem Jahr 2020 sollen in Deutschland alle neuen Bauprojekte des Bundesverkehrsministeriums von digitalen Methoden unterstützt werden, damit sie besser planbar und effizienter realisierbar sind. Die Arbeitsgemeinschaft Infra-BIM unter Leitung der Ruhr-Universität Bochum (RUB) hat die erste Phase des Stufenplans zur Einführung des digitalen Planens und Bauens begleitet und Handlungsempfehlungen für das weitere Vorgehen veröffentlicht. Diese basieren auf den Erkenntnissen aus vier Pilotprojekten, die mit BIM umgesetzt und von 2015 bis 2018 wissenschaftlich analysiert wurden.

Für die Handlungsempfehlungen hat das Projektteam zunächst eine Materialsammlung erstellt. Diese ermittelte und bewertete den nationalen und internationalen Status quo sowie die Anwendung von digitalen Methoden im Infrastrukturbau. Anschließend begleitete die Arbeitsgemeinschaft vier BIM-Pilotprojekte des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur:

  • den Bau des Rastatter Tunnels auf der Bahnstrecke Karlsruhe–Basel (siehe u.a. Beitrag „BIM-Pilotprojekt ,Tunnel Rastatt‘ gestartet“ vom 30.5.2016),
  • den Bau der Filstalbrücke auf der Strecke Wendlingen-Ulm,
  • die Erneuerung der Autobahnbrücke über den Petersdorfer See in Mecklenburg-Vorpommern und
  • den Neubau der Auenbachtalbrücke der Bundesstraße 107 bei Chemnitz.

Das Team dokumentierte, wie weit die Umsetzung von BIM in dem jeweiligen Projekt fortgeschritten war.

Digitale Planung schon heute möglich

„Unsere wichtigste Erkenntnis war, dass die Anwendung von digitalen Methoden zur Planung und Ausführung im Infrastrukturbau schon heute möglich ist“, sagt Prof. Dr. Markus König, Leiter des RUB-Lehrstuhls für Informatik im Bauwesen. „Notwendig ist jedoch eine weitere Standardisierung der Abläufe, Informationsanforderungen und des Datenaustauschs.“ In den Handlungsempfehlungen für das Bundesverkehrsministerium adressiert das Projektteam auch weitere Aspekte wie die Aus- und Weiterbildung oder die Automatisierung von Bauprozessen.

Über das Building Information Modeling

Ziel des Building Information Modelings ist es, Großprojekte zunächst virtuell durchzuspielen, bevor sie in der Realität umgesetzt werden. So können Kosten und Zeitbedarf realistisch kalkuliert und Projekte möglichst effizient realisiert werden. Die digitalen Methoden ermöglichen es, dass alle am Bau beteiligten Partner Informationen zu jeder Zeit transparent austauschen können.

Der Bundesverkehrswegeplan sieht bis 2030 Investitionen von rund 220 Mrd. Euro vor. BIM soll dann bei allen Bundesprojekten zum Bau von Autobahnen, Bundesstraßen, Wasserstraßen, Schleusen und Gleisanlagen der Deutschen Bahn zum Einsatz kommen.

Kooperationspartner

Im Projekt Infra-BIM kooperierte die Ruhr-Universität Bochum mit dem Ingenieurbüro Obermeyer Planen + Beraten, dem BIM-Berater AEC3 Deutschland, den Rechtsanwälten Kapellmann und Partner sowie der Technischen Universität München.

RUB weiterhin in BIM-Projekte involviert

Das Bundesverkehrsministerium hat das RUB-Team beauftragt, die Umsetzung des Stufenplans „Digitales Planen und Bauen“ weiterhin zu begleiten. Markus König, der den Plan mit entwickelte, ist stellvertretender Leiter des Projekts BIM-4-Infra 2020, das die Einführung von BIM beim Bau von Bundesfernstraßen und Bundeswasserstraßen vorbereitet. Außerdem leitet die RUB das Projekt BIM-4-Rail, das mit Schienenbauprojekten befasst ist. Das Team um Markus König bewertet auch BIM-Projekte des Bundeshochbaus und leitet ein Forschungsvorhaben, das digitale Bauanträge auf der Basis von BIM erprobt. Seit 2016 bietet die Akademie der RUB als erster Standort in Deutschland den Zertifizierungskurs „BIM Professional“ an.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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