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Allgemeine Lufttechnik im Licht und Schatten von Corona


Bild © CDC
  

(23.6.2020) Gute Auftragsbestände helfen offenbar den Unternehmen aus der Allgemeinen Lufttechnik durch die allgemein herausfordernde Corona-Zeit - zumindest bislang: Die Produktion sei in vielen Betrieben noch gut ausgelastet. Gleichwohl sei der Rückgang der Aufträge auch in diesem Fachzweig des Maschinenbaus inzwischen spürbar und es sei absehbar, dass in drei bis sechs Monaten die Auswirkungen auf die Fertigung zunehmen werden: „Somit wird das zweite Halbjahr in der Allgemeinen Lufttechnik voraussichtlich schwächer ausfallen als die erste Jahreshälfte“, konstatierte Guntram Preuß, Referent für Marktinformationen im VDMA, anlässlich der diesjährigen Vorstandssitzung des VDMA Fachverbands Allgemeine Lufttechnik.

Konkret: Der Auftragseingang in der Allgemeinen Lufttechnik ist im April 2020 gegenüber dem gleichen Vorjahresmonat real um 24% gesunken. Da die Auftragseingänge aber im ersten Quartal noch leicht positiv waren (+2%), ergibt sich für die ersten vier Monate 2020 „nur“ ein Orderrückgang von 4%.

2020 Umsatzrückgängen von insgesamt ~8% erwartet

Die Umsätze sanken dagegen bereits im ersten Quartal (-4%), und für das zweite Quartal rechnen die Unternehmen dann mit einem Rückgang von 9%. Hinsichtlich des zweiten Halbjahres bestehen Unsicherheiten und unterschiedlichste Aussichten in der Branche. Zusammengefasst sind aktuell für das Gesamtjahr 2020 Umsatzrückgänge von ~8% gegenüber 2019 für die Allgemeine Lufttechnik zu erwarten.

Gebäudetechnik weniger betroffen

Von den Rückgängen vergleichsweise wenig betroffen sind derzeit die Gebäudetechnik, der Gesundheitssektor, die Pharma- und die Nahrungsmittelindustrie. Dagegen sind in der Automobilbranche und deren komplexen Zulieferketten die größten Rückgänge zu verzeichnen. Die COVID-19-Krise verstärkt hierbei die bereits bestehende Investitionszurückhaltung aufgrund des strukturellen Umbruchs, in dem sich die Branche befindet.

Aktuelles Stimmungsbild

Recht gut durch die Krise komme das Geschäft der Gebäudetechnik auch, weil die Corona-Pandemie durchaus positive Impulse für moderne Klima- und Lüftungstechnologie setzen kann. Das „luftgetragene“ Infektionsrisiko lenke besondere Aufmerksamkeit auf Luftwechselraten und die effektive Lüftung von Gebäuden. Digitale Methoden und zeitgemäße Regeltechnik könnten hierbei eine wesentliche Unterstützung bieten: „Technische Informationen seitens des Verbandes und seiner Mitglieder spielen in der aktuellen Situation eine wichtige Rolle, denn auf Verbraucherseite herrscht Verunsicherung. Daher ist es von großem Belang, dass wir gezielt informieren und entsprechende Wissenslücken in Bezug auf moderne Klima- und Lüftungstechnik schließen“, betont z.B. Wolf Hartmann, Vorstandsvorsitzender der LTG Aktiengesellschaft.

Des Weiteren helfe ein überwiegend stabiles Inlandsgeschäft der Branche durch die derzeitige Krise - wenngleich auch die Unternehmen auf international funktionierende Lieferketten angewiesen seien: „Wir spüren derzeit eine weltweit stärkere politische Einflussnahme auf das internationale Wirtschaftsgeschehen“, bemerkte Christian Weiser, CEO der A-HEAT Allied Heat Exchange Technology AG. Eine Unterstützung durch die Bundesregierung bei der Schaffung internationaler „level playing fields“ - das heißt ausgewogener und fairer Wettbewerbsbedingungen im internationalen Handel - gehöre daher auch zu den wirtschaftspolitischen Forderungen des VDMA an die Bundesregierung. Ergänzend setzt sich der Fachverband Allgemeine Lufttechnik dafür ein, dass der europäische Dachverband EUROVENT eine klare Internationalisierungsstrategie entwickelt.

Gesundheits- und Klimaschutz oben auf der Agenda

Der Fachverband bündelt die Kompetenzen spezialisierter Zuliefererindustrien für zahlreiche Zielbranchen im Maschinenbau, in Handwerk und Gewerbe sowie in der Wertschöpfungskette Bau. „In den Einsatzfeldern für entsprechende Technologien der Lufttechnik haben Nachhaltigkeitsthemen wie Gesundheits- und Arbeitsschutz, Um­welt- sowie Klimaschutz und Energieeffizienz schon immer eine erhebliche Bedeutung“, sagte Dr. Thomas Schräder, Geschäftsführer des Fachverbandes Allgemeine Lufttechnik. Die dazugehörigen Branchen sind daher mit einer hohen Regelwerksdichte vertraut und ebenso in der Entwicklung regelnder Rahmenbedingungen aktiv.

„Wegen zahlreicher unterschiedlicher Schnittstellen zu den Kernprozessen eines großen Zielbranchen-Spektrums stehen also Aufgaben der digitalen Transformation, wie beispielsweise Building Information Modelling - kurz BIM - und der Maschine-Maschine-Kommunikation im Sinne digitaler Vernetzung, grundsätzlich stark im Fokus unserer Branche“, erläuterte Dr. Schräder. Die Erwartungshaltung, dass insbesondere die Gebäudetechnik durch den Einsatz digitaler Werkzeuge passgenaue Lösungen für Nachhaltigkeitsthemen, Lebens- und Arbeitsqualität sowie Nutzungsflexibilität entwickelt, sei groß.

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