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Baureifes Land kostete 2019 im Schnitt 189,51 Euro/m² - 2009 waren es noch 122 Euro/m²


  

(16.9.2020) Nicht nur die Immobilienpreise legen eine Rekordrallye hin, auch Bauland kostete noch nie so viel wie 2019. Wie das Statistische Bundesamt konkretisiert hat, lag der durchschnittliche Kaufwert baureifer Grundstücke 2019 bei 189,51 Euro/m². Zehn Jahre zuvor waren es noch rund 122,00 Euro/m². Besonders viel mussten Bauwillige in den Stadtstaaten Berlin und Hamburg bezahlen - dort kostete der Quadratmeter Bauland 1.328,48 bzw. 1.157,91 Euro. Am wenigsten kostete Bauland in Thüringen, Sachsen-Anhalt und Mecklenburg-Vor­pommern - nämlich unter 60 Euro/m². Grundsätzlich steigen die durchschnittlichen Kaufwerte mit der Gemeindegröße:

  • In Gemeinden mit weniger als 2.000 Einwohnern wurden im Schnitt 66,04 Euro/m² bezahlt.
  • In den 14 größten Städten mit mindestens 500.000 Einwohnern war es das 17-Fache: 1.128,33 Euro.

Grundstücke in Wohngebieten am teuersten

Etwa 81% aller Bauland-Verkäufe betrafen 2019 Grundstücke, die in Wohngebieten lagen. Diese waren unter allen Baugebieten auch am teuersten. Dabei lag der Quadratmeterpreis in Wohngebieten mit geschlossener Bauweise mit 285,76 Euro/m² rund 76 Euro höher als in Wohngebieten mit offener Bauweise. (Bei geschlossener Bauweise dürfen Gebäude ohne Abstand errichtet werden - wie etwa Reihenhäuser. Die offene Bauweise hingegen erfordert einen seitlichen Grenzabstand.

In Dorfgebieten wurde dagegen nur ein Quadratmeterpreis von durchschnittlich 56,75 Euro erzielt. Neben der Wohnnutzung ist in Dorfgebieten ausschließlich der Bau von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben (inklusive Tierhaltung) zulässig. Darüber hinaus sind nicht wesentlich störende Gewerbebetriebe und Handwerksbetriebe erlaubt, die der Versorgung der Bewohnerinnen und Bewohner des Gebietes dienen.

Zur Erinnerung: Baureifes Land sind Flächen, die nach öffentlich-rechtlichen Vorschriften baulich nutzbar sind. Industrieland, Land für Verkehrszwecke und Freiflächen sind nicht enthalten.

keine echte Preisstatistik, mehr eine Grundstückswechselstatistik

Die ausgewiesenen Durchschnittswerte sind für einen zeitlichen Vergleich nur bedingt verwendbar, weil sich die statistischen Massen, aus denen sie ermittelt werden, jeweils aus anders gearteten Einzelfällen zusammensetzen können. Die Statistik der Kaufwerte für Bauland hat daher mehr den Charakter einer Grundstückswechselstatistik, mit der durchschnittliche Kaufwerte ermittelt werden, als den einer echten Preisstatistik, bei der die Preisentwicklung identischer Grundstücke im Zeitverlauf betrachtet werden müsste. Aus diesem Grund werden auch keine prozentualen Veränderungen veröffentlicht.

Das Statistische Bundesamt veröffentlicht jedoch seit Mai 2008 einen „Preisindex für Bauland“, der den Einfluss der veränderten Massen auf den Durchschnittswert weitgehend bereinigt und so die Preisentwicklung für Bauland darstellt. Der Preisindex bezieht sich nur auf baureifes Land. Zu seiner Berechnung werden Daten aus der Statistik der Kaufwerte für Bauland herangezogen. Die Ergebnisse werden in der Fachserie 17, Reihe 4 veröffentlicht.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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