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EFCTC lädt zur Selbstverpflichtung gegen illegale Kältemittel ein


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(11.11.2020) Der Europäische Technische Ausschuss für Fluorkohlenwasserstoffe (EFCTC) hat Mitte Oktober die „Initiative Ehrenwort“ gestartet und ruft damit die gesamte Wertschöpfungskette für Kältemittel auf, den Kampf gegen den illegalen Handel mit teilfluorierten Kohlenwasserstoffen (HFKW) zu unterstützen. Alle Parteien sollen zusammenarbeiten und ihren Teil zur Lösung des Problems beitragen, denn der florierende Schwarzmarkt für HFKWs ...

  • untergräbt die europäischen Klimaziele,
  • finanziert das organisierte Verbrechen und
  • bedroht die Existenzgrundlage vieler kleiner und mittlerer Unternehmen in der gesamten EU.

Von Herstellern und Importeuren über Handel, Handwerk und Gewerbe bis hin zu Anlagenbetreibern und Endverbrauchern kann jeder der „Initiative Ehrenwort“ beitreten. Unterstützer tragen dazu bei, illegale Produkte aufzuspüren und zu melden, wenn ihnen verdächtige Ware beim Kauf oder bei Wartungsarbeiten begegnet. Für die Initiative können sich Einzelpersonen oder Unternehmen anmelden.

In seiner Rede auf dem Chillventa eSpecial 2020, sagte Felix Flohr, Kältemittel-Experte beim EFCTC-Mitgliedsunternehmen Daikin Chemical: „Wir stehen hinter der F-Gas-Ver­ordnung, aber ehrgeizige Gesetze sollten die EU und ihre Mitgliedsstaaten an ihren Grenzen auch ehrgeizig durchsetzen. Bußgelder müssen höher, gleichmäßiger und in allen Mitgliedsstaaten einheitlicher ausfallen. Außerdem sollten Zollbeamte mit den notwendigen Mitteln ausgestattet werden, um in Echtzeit auf das HFKW-Register zuzugreifen zu können und illegal importierte HFKW zu identifizieren.“

Die erfolgreiche Zerschlagung des Schwarzmarktes hängt von einer erfolgreichen Rechtsdurchsetzung und entsprechenden politischen Maßnahmen in der gesamten EU ab. Der EFCTC fordert Behörden und Offizielle der gesamten EU dazu auf, im Rahmen von „Ehrenwort“ auch das Bewusstsein für den illegalen Handel zu schärfen und mit der Industrie zusammenzuarbeiten, um das Ziel gemeinsam zu erreichen.

Zur Erinnerung: Seit 2015 zielt die F-Gas-Verordnung der EU darauf ab, die Klimaauswirkungen von HFKWs durch ein etabliertes Quotensystem zu verringern. Eine Datenanalyse von Oxera Consulting, ausgewertet durch den EFCTC, kam im Juni 2020 jedoch zu dem Ergebnis, dass der Schwarzmarkt für illegal importierte HFKW in der EU im Jahr 2018 bis zu 34 Mio. Tonnen CO₂-Äquivalenten entspricht. Diese Menge ist vergleichbar mit einem Drittel des legalen Marktes, oder auch rund 25 Mio. neuen Autos auf den Straßen der EU, mehr als die Gesamtmenge der heute in Spanien fahrenden Autos.

Jüngste Beschlagnahmungen illegaler Lieferungen in Rumänien, Rotterdam und dem italienischen Livorno untermauern laut EFCTC die Dimension des Problems, die Komplexität der illegalen Handelsrouten und der Wiederverkaufsmärkte. Von der Produktion bis zur Endanwendung im Bau- und Gastgewerbe oder der Automobilindustrie gehe ein HFKW-Behälter durch viele Hände. Der Schwarzmarkt für Kältemittel könne nur dann vernichtet werden, wenn jedes Glied innerhalb der Wertschöpfungskette seine Verantwortung ernst nimmt und sich der gemeinsamen Initiative gegen den Schmuggel anschließt.

„Die Zeit zum Handeln ist jetzt gekommen. Die nächste Quotensenkung der HFKWs im Januar 2021 wird den legalen Markt auf 45% des Richtwerts von 2015 schrumpfen lassen. Dieser Vorgang bietet illegalen Akteuren die Möglichkeit, der Nachfrage illegaler Ware weiter nachzukommen und den Schwarzmarkt wachsen zu lassen", so Felix Flohr.

Industrie und Regierungen müssen zusammenarbeiten und sich gegenseitig unterstützen, um den Kältemittel-Schmuggel zu bekämpfen. Die Website stopillegalcooling.eu bietet interaktive Materialien zum Thema und zeigt anschaulich, wie Personen und Unternehmen handeln können, um den klimaschädlichen Schwarzmarkt zu bekämpfen.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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