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Fassadentechnologie für Skandinaviens höchsten Turm – Polycon am Karlatornet in Göteborg

(13.3.2026) Im Herzen Göteborgs erhebt sich mit dem Karlatornet ein markantes Hochhaus - das derzeit höchste Gebäude Skandinaviens. Der Turm erreicht mit 74 Stockwerken eine Gesamthöhe von 246 m; seine leicht gedrehte Silhouette verleiht dem Baukörper eine elegante Dynamik. Die Fassadenbekleidung wurde unter Verwendung von Polycon-Elementen ausgeführt.

Mit 246 m ist das Karlatornet das höchste Gebäude Skandinaviens (Copyright: Conae GmbH, Fotograf: Markus Esselmark) 

Entworfen wurde der Turm vom Architekturbüro Skidmore, Owings & Merrill (SOM). Neben 611 Wohnungen bietet das Gebäude umfangreiche Gewerbe- und Dienstleistungsflächen; ergänzt wird das Nutzungskonzept durch ein Hotel mit Konferenzräumen ebenso verschiedene Gastronomieangebote sowie Fitness- und Wellnessbereiche. Nach Baubeginn 2018 wurde der Turm 2024 fertiggestellt; die Eröffnung der Aussichtsplattform ist für den Sommer 2026 geplant.

Das Karlatornet wurde als zentrales Wahrzeichen im neuen Stadtteil Karlastaden in Göteborg, Schweden, errichtet. (Copyright: Conae GmbH, Fotograf: Markus Esselmark) 

Herausforderungen

Die Realisierung des Hochhauses stellte die Projektbeteiligten von Anfang an vor erhebliche technische Herausforderungen. Aufgrund des weichen, wasserdurchlässigen Baugrunds waren 58 Betonpfähle erforderlich, die bis zu 70 m tief eingetrieben wurden um die Lasten sicher abzuleiten. Durch die Höhe des Turms entstehen hohe Windlasten: In den oberen Geschossen können Windgeschwindigkeiten von bis zu 50 m/s auftreten. 

Um unerwünschten Schwingungen entgegenzuwirken, wurde das Gebäude mit einem massiven Stahlbetonkern versehen und in der Gebäudespitze ein 150 Tonnen schweres Pendel installiert. Das Pendel reduziert die Schwingungsamplitude signifikant. Neben Windlasten muss die Fassade auch Temperaturwechseln, UV-Strahlung, Feuchtigkeit und Salzwasser dauerhaft standhalten – bei gleichzeitig hohem gestalterischem Anspruch.

Montage der Fassadenelemente. (Copyright: Conae GmbH, Fotograf: Markus Esselmark) 

Fassadenkonzept und Werkstoffwahl

Ziel des Fassadenkonzepts war eine Erscheinung mit natürlicher Betonoptik und Betonhaptik bei gleichzeitig geringem Eigengewicht und guter Handhabbarkeit der Einzelteile. Darüber hinaus sollte die Form- und Oberflächenstruktur individuell anpassbar sein.

Zum Einsatz kam das Polycon-Fassadensystem auf Basis von Glasfaserbeton (GRC). Bei minimaler Materialstärke erreichen die Elemente hohe Stabilität durch alkaliresistente Fasern; eine Stahlbewehrung ist nicht erforderlich. Der Werkstoff erlaubt filigrane, leichte Bauteile sowie dreidimensionale Geometrien mit individuellen Oberflächentexturen. In enger Abstimmung mit dem international agierenden Fassadenbauer Yuanda Europe entschieden sich die Projektbeteiligten für das System, das sowohl durch seine gestalterischen und technischen Eigenschaften als auch durch ein günstiges Preis-Leistungs-Verhältnis überzeugte.

Die Planer wünschten eine spezifische Farbgebung des Betons mit einem dezenten Glitzereffekt im Sonnenlicht. Realisiert wurde dies durch eine gezielte Pigmentierung in Kombination mit schwarzen, glitzernden Zuschlagstoffen. (Foto: Polycon group) 

Individuelle Anpassung und Materialentwicklung

Die Conae GmbH beriet die Projektbeteiligten bereits in einer frühen Planungsphase und unterstützte sowohl bei statischen Berechnungen als auch bei der Entwicklung einer geeigneten Betonrezeptur. Die gewünschte Betonfarbigkeit mit leichtem Glitzereffekt bei Sonneneinstrahlung, ließ sich durch gezielte Pigmentierung in Kombination mit schwarzen, glitzernden Zuschlagstoffen erzielen. Um die Zuschläge optisch optimal zur Geltung zu bringen, wurde die Betonoberfläche in einem speziell entwickelten, ökologisch verträglichen Verfahren ausgewaschen.

Für eine massive Kantenwirkung wurden die Platten in den Kantenbereichen auf 30 mm verdickt; auch diese Kanten erhielten die charakteristische Oberflächenstruktur. Zur realitätsnahen Überprüfung der gestalterischen und technischen Anforderungen stellte Conae mehrere 1:1-Musterelemente zur Verfügung.

Um zu prüfen, welche Betonrezeptur und welches Verarbeitungsverfahren das gewünschte Erscheinungsbild liefert fertigte der Anbieter mehrere 1:1-Musterelemente. (Foto: Polycon group) 

Fertigung 

Basierend auf den DWG-Zeichnungen des Fassadenbauers Yuanda wurden die Polycon-Platten entsprechend dem Baufortschritt gefertigt und an das Unternehmen geliefert, dort die Platten in Kombination mit der Verglasung zu großen Fassadenelementen zusammengesetzt und am Turm montiert. Insgesamt wurden stückweise 15.117 m² Fassadenfläche in die Baustelle geliefert; das Gesamtgewicht der gelieferten Polycon-Elemente betrug etwa 600 Tonnen.

Angesichts der auftretenden Lasten, der Gebäudehöhe und der Windexposition lag ein besonderer Fokus auf einer zuverlässigen Befestigung der Fassadenplatten. So musste die Anzahl der Befestigungspunkte erhöht werden; das größte Einzelelement (8,9 m², 350 kg) z.B. mit 28 Ankerpunkten. Die Montage erfolgte werksseitig über einbetonierte M8-Gewindehülsen. Die Maßtoleranz zwischen den Befestigungspunkten lag bei maximal ±2 mm.

Konstante Qualität

Mitarbeiter der Conae GmbH unterstützten bereits in der Planungsphase und übernahmen anschließend die Koordination der Fertigung und Lieferung. Über den langen Lieferzeitraum von 2,5 Jahren wiesen die gelieferten Polycon-Glasfaserbeton-Elemente durchgängig gleiches Erscheinungsbild und hohe Maßhaltigkeit auf.

Weitere Informationen können per E-Mail an Conae angefordert werden.

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