Maßgeschneiderte Pfosten-Riegel-Konstruktion für Dachspitz-Ausbau in München
(24.06.2026) Die Nachverdichtung im Gebäudebestand gilt als wichtiger Baustein zur Schaffung zusätzlichen Wohnraums – insbesondere in Städten wie München. Gleichzeitig stellen denkmalgeschützte Gebäude hohe Anforderungen an Planung und Ausführung. Ein aktuelles Projekt im Münchener Glockenbachviertel zeigt, wie sich beide Aspekte miteinander verbinden lassen.
Architektin Magdalena Allekotte übernahm im Herbst 2025 die Planung des Dachspitz-Ausbaus sowie die Abstimmung mit dem Denkmalamt. „Da die Dachschräge bereits beim 3. OG beginnt, sprechen wir beim darüber liegenden Raum nicht von einem Dachgeschoss, sondern von einem Dachspitz”, erläutert die Architektin. Der rund 100 m² große Grundriss bietet aufgrund der Dachschrägen eine anrechenbare Nutzfläche von etwa 80 mm². Ursprünglich war der Dachspitz in einen Trockenspeicher und einen kaum genutzten Bereich unterteilt. Durch die Zusammenführung und Modernisierung entstand neuer Wohnraum.
Alternative zur Dachgaube
Der ursprüngliche Entwurf sah den Einbau von Dachgauben vor, um mehr Tageslicht und Wohnkomfort zu schaffen. Aufgrund der denkmalrechtlichen Vorgaben konnte dies jedoch nicht umgesetzt werden. Als Alternative kamen Dachschiebefenster von Lideko in Betracht. Anders als klassische Dachflächenfenster werden deren Flügel über ein Schienensystem zur Seite geschoben und geben die gesamte Öffnung frei. Dadurch entstehen großzügige Licht- und Lüftungsflächen.
Allerdings war auch das standardmäßige Schienensystem aus denkmalpflegerischen Gründen nicht zulässig, da sichtbare Schienen auf der Dachfläche das Erscheinungsbild verändert hätten.
Sonderkonstruktion mit verdeckter Technik
Gemeinsam mit den Technikern von Lideko wurde eine individuelle Lösung entwickelt. Daniel Lüdeke, Zimmerermeister und Abteilungsleiter für Dachfenstersysteme, plante eine Pfosten-Riegel-Konstruktion, bei der Dachschiebefenster mit festen Glaselementen kombiniert werden. „Auf den Punkt gebracht, bestand die Lösung darin, nicht auf die Schienen zu verzichten, diese aber sozusagen unsichtbar zu machen”, schaut Daniel Lüdeke auf die Planungsphase zurück.
Die Schienen wurden auf feststehenden Fensterelementen montiert und durch einen speziell entwickelten Rahmen verdeckt. So konnte die erforderliche Technik integriert werden, ohne das Erscheinungsbild des Dachs zu beeinträchtigen.
Drei Fensterkombinationen
Insgesamt wurden drei Fensteranlagen realisiert. Auf der Hofseite kamen zwei einflügelige Lideko Classic-Dachschiebefenster mit einer Breite von 1,50 m und einer Höhe von 2,25 m zum Einsatz. Die Fensterflügel gleiten beim Öffnen über jeweils 58,4 cm breite Festverglasungen und verschwinden vollständig aus dem Sichtfeld.
Ergänzt wird die Lösung durch ein Premium-Dachschiebefenster mit einer Öffnungsbreite von 1,73 m und einer Höhe von 2,25 m. Auch hier werden die Flügel seitlich über feststehende Glaselemente verschoben, sodass sich eine durchgehende Fensterfläche von insgesamt 3 m Breite ergibt. Die großformatigen Verglasungen sorgen für eine deutliche Öffnung des Dachraums und einen hohen Tageslichteintrag.
Manuelle Bedienung und denkmalgerechte Gestaltung
Alle Dachschiebefenster werden manuell bedient. Eines der kleineren Fenster dient gleichzeitig als Notausstieg und muss deshalb ohnehin manuell geöffnet werden können. Da die Fenster nahezu bodentief eingebaut wurden, werden sie durch Absturzsicherungen ergänzt. Maßgefertigte Markisen übernehmen den Sonnenschutz.
Auch bei der Gestaltung der Außenansicht wurden die Anforderungen des Denkmalschutzes berücksichtigt. Die pulverbeschichteten Aluminiumprofile sind im Farbton RAL 7022 (Umbragrau, seidenmatt) ausgeführt und fügen sich in die bestehende Kupfer-Stehfalzeindeckung ein.
Weitere Informationen können per E-Mail an Lideko angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Dachfenster im Dach-Magazin auf Baulinks
- Literatur / Bücher zum Thema Dach bei Baubuch / Amazon.de



