Kalkputze mit Kühleffekt: Wie mineralische Wandoberflächen das Raumklima beeinflussen
(18.08.2026) Mineralische Kalkputze können im Sommer zu einem angenehmeren Raumklima beitragen. Entscheidend sind dabei ihre feuchteregulierenden Eigenschaften und die Verdunstung von Wasser an der Oberfläche, die der Umgebung Wärme entzieht. Helle, mineralische Oberflächen reflektieren zudem einen Teil der einfallenden Strahlung und können so die Aufheizung begrenzen.
Feuchteregulierung sorgt für Verdunstungskühle
Bei Kalkputzen tragen mehrere Eigenschaften dazu bei, die Raumtemperatur zu beeinflussen. Eine zentrale Rolle spielt dabei die Feuchteregulierung. Der Putz nimmt während der kühleren Nacht- und Morgenstunden Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und gibt sie tagsüber zeitverzögert wieder ab. Durch diese Verdunstung entsteht ein leichter Kühleffekt. Zusätzliche Befeuchtung mit einem Wasserzerstäuber kann diesen Effekt verstärken. Besonders wirksam sind Putzstärken von etwa 10 bis 15 mm, da sie aufgrund ihrer höheren Speichermasse mehr Feuchtigkeit aufnehmen können.
Sorptionsfähigkeit reduziert sommerliche Schwüle
Neben trockener Hitze spielt im Sommer häufig auch hohe Luftfeuchtigkeit eine Rolle. Sorptionsfähige Kalkputze nehmen überschüssige Feuchtigkeit aus der Raumluft auf und können dadurch die empfundene Schwüle reduzieren. Im Gegensatz zu kunststoffbeschichteten Wandoberflächen bleiben die Mikroporen offen und ermöglichen den kontinuierlichen Feuchtigkeitsaustausch.
Albedo-Effekt: Helle Oberflächen heizen sich weniger auf
Ein weiterer Einflussfaktor ist der sogenannte Albedo-Effekt. Dunkle Oberflächen absorbieren einen Großteil der Sonneneinstrahlung und wandeln diese in Wärme um. Weiße oder sehr helle Wandflächen reflektieren dagegen laut Hersteller bis zu 85 % des einfallenden Sonnenlichts und erwärmen sich dadurch deutlich weniger. Haga verwendet nach eigenen Angaben naturweißen Schweizer Alpenkalk. Ein hoher Kalkanteil sorgt für eine besonders helle Oberfläche und unterstützt damit die Reflexion der Sonnenstrahlung.
Für die Feuchteregulierung ist neben der Materialstärke auch die Zusammensetzung des Putzes entscheidend. Nach eigenen Angaben verzichtet HAG bei den Kalkputzen auf künstliche Bindemittel. Dadurch bleiben die Mikroporen geöffnet und können Feuchtigkeit weiterhin aufnehmen und wieder abgeben. Dies soll helfen, Hitzestau in Innenräumen zu reduzieren. Die Feuchteregulierung wirkt sich auch auf das Schimmelrisiko aus. Kalkputze verhindern, dass warme und feuchte Sommerluft an kühlen Wandoberflächen kondensiert. Gleichzeitig wirkt die stark alkalische Oberfläche schimmelhemmend und entzieht Schimmelpilzen dauerhaft die Lebensgrundlage – ohne zusätzliche chemische Zusätze.
Weitere Informationen können per E-Mail an HAGA Naturbaustoffe angefordert werden.
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siehe zudem:
- Innenputz, Trockenbau auf Baulinks
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