FormTL: Textile Membranhülle für das Schiller-Gymnasium in Köln
(18.09.2026) Im Zuge der Sanierung und Erweiterung erhielt das Schiller-Gymnasium in Köln-Sülz einen neuen Baukörper. Eine offen gestaltete, dreigeschossige Stahlkonstruktion verbindet den Bestand mit dem Neubau. Die Übergangszone ist mit einer Hülle aus textilen Segeln versehen. Sie filtert das Sonnenlicht und schützt vor Witterung. Geplant wurde die Membranhülle von FormTL.
Segel als prägendes Gestaltungselement
Das Konzept und die plastische Form der ineinandergreifenden Segel entwickelte der Kölner Architekt Reinhard Angelis. Die Umsetzung erfolgte gemeinsam mit Schilling Architekten aus Köln, die die Bauleitung übernahmen. Vorgesehen war eine vorgespannte textile Konstruktion, die Tageslicht, Luft und Ausblicke weiterhin zulässt. Für die Formfindung und statische Berechnung kam FormTL als Spezialist für leichte Flächentragwerke und Membrankonstruktionen hinzu.
Jedes Segelfeld individuell angepasst
Das einheitliche Erscheinungsbild der Hülle beruht auf zahlreichen individuell ausgearbeiteten Details. Die Verbindungsbrücke steht nicht orthogonal zwischen den Gebäuden. Dadurch variieren Winkel, Anschlussbedingungen und Geometrien von Segel zu Segel. Nahezu jedes Feld musste an seine Position angepasst werden und zugleich in das übergeordnete Gestaltungskonzept passen.
Transparenz und Schutz kombiniert
Besonders anspruchsvoll war die Ostseite. Dort überlagern sich die Segel auf zwei Ebenen und bilden im unteren Bereich ein Vordach zum Schulhof. Zwei unterschiedliche Materialien sorgen für eine abgestufte Wirkung. Ein transparentes PTFE-Mesh ermöglicht Durchblicke, während ein dichteres, PTFE-beschichtetes Glasfasergewebe stärker schützt und das Licht weicher streut. Auf der Westseite unterstützt Meshgewebe den offenen Charakter der Brücke.
Konstruktiv mussten die separat berechneten Membranflächen zu einer tragfähigen und zugleich gestalterisch zusammenhängenden Hülle verbunden werden. Die Membranen sind gekrümmt und nicht eben gespannt. So können sie äußere Lasten aufnehmen und sicher in die Stahlkonstruktion ableiten. An einzelnen Stellen durchdringen Druckstäbe die Membran und verbinden die obere Segellage mit der Stahlstruktur.
Digitale Planung für die Montage
Die Umsetzung erforderte eine enge Abstimmung zwischen FormTL, Architekten, Stahlbauer und Membrankonfektionär. Mithilfe von 3D-Modellen wurden die Befestigungspunkte koordiniert und auf die Stahlkonstruktion abgestimmt. Die Kopfplatten für die Segelanschlüsse wurden bereits während der Stahlbauarbeiten angeschweißt. Klemmleisten, Seile und Spannelemente fertigte der Konfektionär nach der Werkstattplanung von FormTL.
Auf der Baustelle konnten die einzelnen Bauteile anschließend nach dem Baukastenprinzip montiert werden. Dadurch ließ sich die komplexe textile Hülle trotz der unterschiedlichen Geometrien präzise und effizient umsetzen.
Baudaten
- Projekt: Schiller-Gymnasium in Köln/D
- Bauherr: Stadt Köln/D
- Architekten: ARGE Nikolausstraße: Reinhard Angelis Planung Architektur Gestaltung (Planung), Schilling Architekten (Bauleitung), Köln/D
- Membrane: Koch Membranen GmbH, Rimsting/D
- Leistungen FormTL: Tragkwerksplanung, Genehmigungsplanung, Ausführungs- und Werkstattplanung Membrane/Anschlusspunkte
- Stahlbau: Brinkmann Stahl- und Metallbau GmbH & Co. KG
- Montage: Montageservice LB GmbH
- Membranflächen: Ost: ca. 230 m², West: ca. 180 m²
- Traufhöhe: ca. 14 m
- Material Verseidag: GF-4500 PTFE-Type II, GFM 5000-21 PTFE Mesh
- Fertigstellung: 2026
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- Fassadenbekleidung, Fassaden Magazin, Baulinks
- Literatur / Bücher zum Fassadenbekleidung, Baubuch / Amazon.de



