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Wärmepumpen-Hybridkonzept ersetzt Erdgasheizung im Wohnquartier

(16.10.2026) In einem Wohnquartier der Velero Immobilien GmbH in Bernsdorf wird die Wärmeversorgung grundlegend modernisiert. Für die vier Mietshäuser mit insgesamt 178 Wohnungen und mehr als 8.100 m² Wohnfläche soll künftig ein hybrides Energiesystem aus Luft-Wasser-Wärmepumpen, Geothermie und Booster-Wärmepumpen für eine nachhaltigere Wärmeversorgung sorgen. Mit dem Projekt will Velero zeigen, wie sich ältere Wohngebäude wirtschaftlich auf eine klimafreundlichere Wärmeversorgung umstellen lassen.

Die neue Wärmelösung für diese Plattenbauten soll keine Mehrkosten für die Mieter mit sich bringen. (Bild: Enloc AG) 

Contracting reduziert Investitionsaufwand

Die Heizungssanierung wurde von der Enloc Construct GmbH aus Dresden gemeinsam mit Velero umgesetzt. Enloc versorgt die Bewohner im Rahmen eines Contracting-Modells mit Heizwärme und Warmwasser. Die Eigentümerin Velero musste die Sanierung somit nicht selbst finanzieren. „Voraussetzung war, dass die Wohnungen und die Gebäudehülle unverändert bleiben”, berichtet Matti Hennel, Geschäftsführer von Enloc Construct. Bei den vier in Betonfertigteilbauweise errichteten Plattenbauten ist die Wärmedämmung begrenzt. Zudem benötigen die vorhandenen Heizkörper hohe Vorlauftemperaturen. Die gewählte Hybridlösung soll den bestehenden Wärmebedarf dennoch ohne Mehrkosten für die Mieter decken.

Luft und Erdreich als Wärmequellen

Enloc kombiniert im Hybridsystem Luft-Wasser-Wärmepumpen mit Geothermie und Booster-Wärmepumpen. Bei Außentemperaturen von etwa 5 °C bis 18 °C übernehmen die Luft-Wasser-Wärmepumpen die Hauptwärmeversorgung.

Die Geothermie-Wärmepumpen kommen vor allem in der kalten Jahreszeit zum Einsatz. Ihre Inbetriebnahme ist für die kommende Heizperiode vorgesehen. Für die Nutzung der Erdwärme wurden insgesamt 40 Bohrungen bis in rund 90 m Tiefe durchgeführt. Beide Wärmequellen sollen Energie auf einem Temperaturniveau von etwa 35 °C bereitstellen.

In der kalten Jahreszeit arbeiten die Erd-Wärmepumpen effektiver als die Luft-Wärmepumpen. Damit genügend Wärme für die 178 Wohnungen (ca. 8100 m²) bereitgestellt werden kann, wurden 40 Erdbohrungen mit 90 m Tiefe vorgenommen (Bild: Enloc AG) 

Booster bringen Wärme auf über 60 °C

Für die Temperaturanhebung setzt Enloc auf eXergiemaschinen von Varmeco und BMS-Energietechnik. Die Wasser-Wasser-Wärmepumpen sind für vergleichsweise hohe Quellentemperaturen und Zieltemperaturen bis 80 °C ausgelegt. In Bernsdorf kommen zwei eXm max mit jeweils 100 kW Wärmeleistung als Booster zum Einsatz.

Die 100-kW-Variante der eXergiemaschine, die eXm max (Bild: Enloc AG) 

Die Booster-Wärmepumpen eXm erhöhen die von den Hauptwärmepumpen bereitgestellte Temperatur von rund 35 °C auf mehr als 60 °C. Der zweistufige Temperaturhub benötigt weniger Energie als einstufige Wärmepumpenlösungen oder eine konventionelle Nacherhitzung.

Zum Projektstart waren nur zwei eXm max-Geräte verfügbar. Die beiden 100-kW-Maschinen sind jeweils einem Gebäude zugeordnet. In den beiden anderen Häusern kommen daher alternative Booster-Wärmepumpen zum Einsatz. Enloc kann die unterschiedlichen Systeme über das Monitoring vergleichen und so untersuchen, unter welchen Bedingungen die eXergiemaschinen ihre Vorteile ausspielen.

(Grafik: Varmeco) 

Funktionsweise der eXergiemaschine (eXm)

Die eXm ist über zwei Kreisläufe an den Pufferspeicher angeschlossen. Der erste entnimmt Wasser aus dem mittleren Speicherbereich, erwärmt es über den Kondensator und führt es in die heiße Speicherzone. Der zweite Kreislauf entnimmt ebenfalls Wasser aus der Mitte, kühlt es am Verdampfer ab und leitet es in den kalten unteren Bereich. So entsteht ein kühlerer Rücklauf zur Wärmequelle. 

Monitoring unterstützt Anlagenbetrieb

Neben dem Zusammenspiel der verschiedenen Komponenten soll ein kontinuierliches Monitoring zur Wirtschaftlichkeit beitragen. Die wesentlichen Anlagenteile sind über ein Bussystem verbunden und lassen sich aus der Ferne überwachen und einstellen. Die Betriebsdaten ermöglichen es, weitere Optimierungspotenziale zu erkennen und den Strombedarf der Wärmeversorgung möglichst gering zu halten.

Weitere Informationen können per E-Mail an Varmeco angefordert werden.

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