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Neue Recyclinganlage in Ferndorf: Knauf investiert in Mineralwolle-Recycling

(05.11.2026) Knauf Insulation investiert 30 Mio. Euro in eine neue Recyclinganlage für Mineralwolle im österreichischen Ferndorf in Kärnten. Die Baugenehmigung wurde inzwischen erteilt, die Inbetriebnahme ist bis Ende 2026 vorgesehen. Künftig sollen dort Glas- und Steinwolle aus Bau, Sanierung und Rückbau aufbereitet und wieder als Rohstoffe in den Produktionskreislauf zurückgeführt werden.

Am Knauf Insulation Standort im österreichischen Ferndorf entsteht für 30 Mio. Euro eine neue Recyclinganlage für Mineralwolle. (Bild: Knauf Gruppe / Knauf Insulation) 

Recyclinglösung vor Deponierungsverbot ab 2027

Mit der Anlage reagiert Knauf Insulation auch auf die sich verändernden regulatorischen Rahmenbedingungen in Österreich. Ab dem 1. Januar 2027 gilt dort ein Deponierungsverbot für künstliche Mineralfasern wie Glas- und Steinwolle. Entsprechend müssen für Mineralwolle-Abfälle alternative Verwertungswege und entsprechende Rücknahmestrukturen zur Verfügung stehen. Die Anlage in Ferndorf ist darauf ausgelegt, Mineralwolle aus ganz Österreich anzunehmen und aufzubereiten. Gemeinsam mit der ABCO Abfallconsulting GmbH baut Knauf Insulation dafür ein österreichweites Sammelsystem auf.

Private Bauherren und Bauunternehmen können bereits über die Plattform mineralwolle-recycling.com sogenannte Big Bags bestellen. ABCO übernimmt deren Abholung und organisiert die Logistik zum Recyclingstandort. Darüber hinaus verantwortet das Unternehmen das Qualitätsmanagement. Verbindliche Übernahmekontrollen sollen die erforderliche Materialqualität entlang des Prozesses sicherstellen. Zusätzlich sollen Großmengen über ein österreichweites Netz von Übernahmestellen zurückgenommen werden. Die Materialien werden dabei getrennt nach Glaswolle, Steinwolle und Tektalan erfasst.

Patentiertes Schmelzverfahren erzeugt Granulat

Technischer Kern der neuen Recyclinganlage ist ein patentiertes Schmelzverfahren. Damit soll die angelieferte Mineralwolle zu einem hochwertigen Granulat verarbeitet werden. Eine weitere Aufbereitung ist nach Angaben von Knauf nicht erforderlich. Das Granulat kann anschließend unmittelbar als Rohstoffersatz in der Produktion eingesetzt werden. Als Abnehmer nennt das Unternehmen unter anderem das rund 125 km entfernte Knauf-Insulation-Werk in Škofja Loka in Slowenien. Damit werden Mineralwolle-Abfälle wieder in den Produktionskreislauf zurückgeführt und Primärrohstoffe teilweise ersetzt. „Das ist ein wichtiger Schritt hin zur Kreislaufwirtschaft, mit einer Bedeutung für ganz Österreich”, sagt Joachim Wieltschnig, Geschäftsführer der neuen Recyclinganlage. „Wir schonen natürliche Ressourcen und unterstützen gleichzeitig die österreichische Bauwirtschaft bei der Umsetzung der kommenden regulatorischen Anforderungen.”

Knauf baut Recyclingaktivitäten aus

Für die Knauf Gruppe ist die Anlage in Ferndorf Teil einer übergeordneten Recyclingstrategie. Ziel ist es nach Unternehmensangaben, die Rohstoffversorgung nachhaltiger zu gestalten und stärker in die eigene Kontrolle zu bringen. Neben Mineralwolle richtet Knauf den Blick dabei auf Gips als einen weiteren zentralen Baustoff des Unternehmens. Für das Gipsrecycling wurden bereits Joint Ventures mit lokalen Partnern in Bayern und Frankreich angekündigt. Im bayerischen Neuhof an der Zenn soll bis 2027 eine neue Gipsrecyclinganlage entstehen.

Dr. Uwe Knotzer, Geschäftsführender Gesellschafter der Knauf Gruppe, erklärt: „Wir treiben das Thema Recycling voran. Knauf nutzt seine technologische Kompetenz und arbeitet mit Partnern zusammen, um Produkte zu schaffen, die das Bauen der Zukunft ermöglichen: erschwinglich, nachhaltig und intelligent.” Die Knauf Gruppe betreibt weltweit mehr als 300 Produktionsstätten und Vertriebsorganisationen in über 90 Ländern. 2025 beschäftigte das Familienunternehmen rund 43.500 Mitarbeitende und erzielte einen Umsatz von 15,3 Mrd. Euro.

 

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