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PU-Schaum im Winter: Worauf es bei der Verarbeitung bei Kälte ankommt

(05.11.2026) Niedrige Temperaturen können die Verarbeitung von Polyurethan-Montageschaum (PU-Schaum) erheblich beeinflussen. Besonders die Temperatur des Doseninhalts, die Feuchtigkeit des Untergrunds und die verlängerte Aushärtungszeit spielen bei Arbeiten im Herbst und Winter eine wichtige Rolle. Das PU-Schaum-Infocenter erläutert, unter welchen Bedingungen sich Montageschaum auch bei Kälte verarbeiten lässt und wann spezielle Winterschäume erforderlich sind.

Bei niedrigen Temperaturen benötigt PU-Montageschaum mehr Zeit zum Aushärten. Entscheidend sind eine ausreichend warme Schaumdose und die richtige Feuchtigkeit des Untergrunds. (Bild: PU-Schaum-Infocenter) 

Handelsüblicher PU-Schaum benötigt mindestens 5 °C

Handelsübliche PU-Montageschäume lassen sich in der Regel bei Temperaturen zwischen etwa 5 °C und 25 °C beziehungsweise 30 °C verarbeiten. Sinkt die Temperatur darunter, verändern sich die Verarbeitungseigenschaften. Insbesondere die Viskosität des Schaums nimmt bei Kälte zu. Je stärker der Doseninhalt abkühlt, desto zähflüssiger wird der Schaum. Bei zu niedrigen Temperaturen kann er nicht mehr ausreichend durch das Ventil austreten. Deshalb sollte die Temperatur des Doseninhalts mindestens 5 °C betragen.

Das PU-Schaum-Infocenter empfiehlt, Montageschaumdosen bei Zimmertemperatur zu lagern und nicht über Nacht in unbeheizten Fahrzeugen aufzubewahren. Ist eine Dose bereits stark abgekühlt, muss sie vor der Verarbeitung langsam erwärmt werden. Dafür eignet sich z.B. ein lauwarmes Wasserbad. Eine Erwärmung mit einem Bunsenbrenner oder an einem heißen Heizkörper ist dagegen ungeeignet. Durch zu starke Erwärmung kann sich das enthaltene Treibgas ausdehnen und einen gefährlichen Überdruck erzeugen. Es besteht Explosionsgefahr!

Feuchtigkeit beeinflusst die Aushärtung

Neben der Temperatur ist die Feuchtigkeit ein entscheidender Faktor bei der Verarbeitung von einkomponentigem PU-Schaum (1K-PU-Schaum). Dieser benötigt Feuchtigkeit, damit die chemische Reaktion zur vollständigen Aushärtung stattfinden kann. Da kalte Luft weniger Wasserdampf aufnehmen kann als warme Luft, steht bei niedrigen Temperaturen häufig weniger Feuchtigkeit für die Reaktion zur Verfügung. Das PU-Schaum-Infocenter empfiehlt deshalb, den Untergrund vor dem Ausschäumen etwas stärker als gewöhnlich anzufeuchten. Dabei darf sich jedoch keine Eisschicht auf der Oberfläche bilden. Gefrorenes Wasser kann nicht an der chemischen Reaktion mit dem Polyurethan teilnehmen. Zudem beeinträchtigt eine Eisschicht die Haftung des Schaums am Bauteil.

Längere Aushärtungszeiten bei niedrigen Temperaturen

Mit sinkenden Temperaturen verlangsamen sich auch die chemischen Reaktionen während der Aushärtung. PU-Schaum benötigt deshalb bei Kälte mehr Zeit, bis er vollständig ausgehärtet ist. Bei Montage- und Abdichtungsarbeiten muss diese verlängerte Reaktionszeit berücksichtigt werden, bevor weitere Arbeitsschritte erfolgen. Besonders problematisch sind vereiste Untergründe. Wird PU-Schaum auf eine Eisschicht aufgetragen, haftet er nicht unmittelbar am eigentlichen Bauteil, sondern zunächst am Eis. Sobald dieses taut, kann die Verbindung ihre Haftung verlieren. Hinzu kommt, dass das gefrorene Wasser nicht für die Aushärtungsreaktion zur Verfügung steht. Eine vollständige Aushärtung ist unter diesen Bedingungen nicht gewährleistet.

Spezielle Winterschäume bis -10 °C einsetzbar

Für Arbeiten bei Temperaturen unter 5 °C stehen spezielle PU-Winterschäume zur Verfügung. Je nach Produkt können diese bei Umgebungstemperaturen von bis zu -10 °C verarbeitet werden. Allerdings gilt auch für Winterschäume eine Mindesttemperatur des Doseninhalts von 5 °C. Kühlt die Dose zu stark aus, steigt die Viskosität des Schaums, sodass er sich nicht mehr ordnungsgemäß ausbringen lässt. Die Eignung eines Winterschaums für niedrige Temperaturen bezieht sich somit auf die zulässigen Verarbeitungsbedingungen und bedeutet nicht, dass die Dose selbst entsprechend stark abgekühlt sein darf.

Ausgehärteter PU-Schaum ist von -40 °C bis +80 °C temperaturbeständig

Von den zulässigen Verarbeitungstemperaturen ist die Temperaturbeständigkeit des vollständig ausgehärteten Materials zu unterscheiden. Nach Angaben des PU-Schaum-Infocenters sind ausgehärtete PU-Schäume üblicherweise in einem Temperaturbereich von etwa -40 bis +80 °C beständig. Die vergleichsweise engen Temperaturgrenzen während der Verarbeitung gelten somit nicht für den späteren Einsatz des vollständig ausgehärteten Materials. Für die Verarbeitung in der kalten Jahreszeit sind vor allem drei Faktoren entscheidend: eine ausreichend temperierte Schaumdose, die erforderliche Feuchtigkeit für die Aushärtung und eine entsprechend angepasste Wartezeit. Bei Frost sollten geeignete Winterschäume eingesetzt werden. Vereiste Untergründe sind für die Verarbeitung nicht geeignet.

 

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