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Plansite nutzt BIM als Dreh- und Angelpunkt zwischen Planung und Ausführung

(13.9.2022) Mit BIM lassen sich Abläufe und Prozesse optimieren und der integrale Planungsansatz unterstützen. Ein zentraler Vorteil der modellbasierten Planungsmethode ist dabei, dass sich einmal erstellte Daten mehrfach für unterschiedliche Zwecke nutzen lassen. So können sie so angelegt werden, dass sie auch auf der Baustelle wichtige Informationen liefern. Dies geht weit über das Verknüpfen von Montageanleitungen hinaus - wie man bei Plansite, der eigenständigen Planungsabteilung der Brüninghoff-Gruppe, betont. Laut eigenem Bekunden reduziert das Planungsbüro aus Münster mit Hilfe digitaler Messtechnik  beispielsweise den Aufwand und den Personaleinsatz auf der Baustelle deutlich. Frühzeitig im Planungsprozess könnten zudem mögliche Optimierungspotentiale berücksichtigt und Informationen entsprechend auf diesen Einsatzzweck im Modell ausgerichtet werden.

Vom Plan auf die Baustelle: Das Vermessen lässt sich durch die digitale Methode optimieren. (Foto © Plansite) 

10 eigene Autoren-Systeme plus externe Planungspartner

Bereits seit über zehn Jahren arbeitet Brüninghoff mit der digitalen Planungsmethode BIM. Heute werden die Daten aus zehn eigenen Autoren-Systemen sowie den Quellen externer Planungspartner in einem Open BIM-System genutzt. Die jeweiligen Projekte werden über alle Lebenszyklusphasen im System gepflegt. Dabei erweise sich das modellbasierte Arbeiten bereits in frühen Projektphasen als vorteilhaft: Aus den BIM-Da­ten würden Massen der einzelnen Gewerke ermittelt und/oder mit dem entsprechenden Leistungsverzeichnis verknüpft und für die Angebotserstellung genutzt. Kostenaussagen könnten dadurch präziser getroffen, Materiallisten exportiert werden und so die Basis für den Bestellvorgang liefern. Zudem würden Daten für CNC-Maschinen in der Produktion generiert.

Die verschiedenen Fachmodelle werden schon während der laufenden Planung zusammengeführt, geprüft und entsprechend angepasst (Bild © Plansite) 

Unterstützung des integralen Planungsansatzes

Des Weiteren habe BIM einen positiven Einfluss auf das integrale Planen. Als Teil der Brüninghoff-Gruppe verfolge Plansite zwar ohnehin einen integralen Planungsansatz. Die unterschiedlichen Fachplaner der Planungsgesellschaft rückten durch BIM jedoch noch einmal näher zusammen, indem sie sich bei jedem Projekt bereits in der frühen Planungsphase detailliert austauschten. Die verschiedenen Fachmodelle würden schon während der laufenden Planung zusammengeführt, geprüft und entsprechend angepasst. So ergebe sich eine Abstimmung der Gewerke - und das gesamte Bauprojekt werde optimiert. Neben den einzelnen Fachplanern hätten in dieser frühen Projektphase auch bereits Verantwortliche aus der Produktion, Montage, Disposition oder auch der Bauleiter Zugriff auf das BIM-Modell. Das erzeuge Synergieeffekte und einen weiteren Mehrwert für die integrale Planung.

Digitale Datenbasis: Ein zentraler Vorteil von BIM ist, dass sich einmal erstellte Daten mehrfach für unterschiedliche Zwecke nutzen lassen. (Foto © Martin Steffen) 

Anwenderorientiertes Modellieren

Des Weiteren erleichtere BIM die Kommunikation mit Bauherrn – beispielsweise über 3D-Ansichten, Schnitte oder Raumansichten. Ein verbessertes Raumverständnis könne auch über die Anwendung einer VR-Brille erzeugt werden. Die benötigten Daten hierzu ließen sich aus dem BIM-Modell generieren - bis hin zu Daten, die später für den Gebäudebetrieb genutzt werden können. Die spätere Gebäudebewirtschaftung, eine angestrebte Zertifizierung der DGNB oder eine Beteiligung an der Materialplattform Madaster: All diese Faktoren hätten dabei unter Umständen Einfluss auf die Modellerstellung und würden daher frühzeitig einbezogen und bei der Modellierung berücksichtigt. Daraus resultiere eine bedarfsgerechte und zugleich anwendungsorientierte Planung. Das BIM-erfahrene Team der Plansite sei darüber hinaus in der Lage, Software für die Modellnutzung abzustimmen und so zu konfigurieren, dass eine anwenderfreundliche Nutzung in der Planungs-, Bau- und Gebäudebetriebsphase auch für den Auftraggeber möglich ist. Das Planungsbüro aus Münster gestaltet überdies den Informationsfluss zur Baustelle - und ergänzt diesen mit Hilfe digitaler Tools. Dabei werden nicht nur modellbasierte Daten zur Baustelle übertragen (BIM to Field), sondern auch andersherum (Field to BIM). Auf diese Weise werde das BIM-basierte Arbeiten weiterentwickelt und optimiert.

Projektion zum gewünschten Zielpunkt


Der Messstab der Trimble Totalstation bringt seinen Träger millimetergenau an einen im BIM-Modell angeklickten Zielpunkt auf der Baustelle. (Foto © Plansite)
  

Montagezeiten auf der Baustelle ließen sich nicht nur durch einen hohen Vorfertigungsgrad reduzieren - auch speziell aufgearbeitete Daten für eine digitale Messstation senkten den Aufwand vor Ort. So bringe die Totalstation den Nutzer durch Laserpunkte oder Prisma millimetergenau an einen im BIM-Modell angeklickten Zielpunkt auf der Baustelle – und das komplett digital, somit papierlos. Die Ausrichtung des Geräts erfolge dabei anhand von Referenzpunkten.

Zur Erinnerung: Werden Abmessungen auf der Baustelle konventionell durchgeführt, werden dazu in der Regel mindestens zwei Personen benötigt. Hier besteht zudem ein Fehlerpotential durch den Faktor Mensch. Ein weiterer Punkt: Das Arbeiten ist wenig präzise und zugleich zeitaufwändig. Mit dem Einsatz der digitalen Messstation reduziert sich der Personaleinsatz auf eine Person. In Zeiten des Fachkräftemangels ein nicht zu vernachlässigender Punkt. Auch sollte die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter mit der digitalen Messstation wesentlich schneller und genauer arbeiten können.

Optimierung in der Baupraxis

Vom Plan in die Natur: Bereits die ersten Schritte auf der Baustelle - das Ausmessen der Fundamente - lassen sich mit der digitalen Messmethode optimieren. Das Übertragen der Koordinaten in das Grundstück erfolge hierbei mit vergleichsweise geringen Maßtoleranzen. Vorgegebene Abgrenzungen und Achsen des geplanten Baus könnten schneller gefunden und markiert werden. Insbesondere bei großen Bauvorhaben wie Hallen mit vielen Stützen erweise sich das digitale Vermessen als zeitsparend. Auch Punkte für Leitungen und Kanäle sollen sich komfortabel und präzise markieren oder direkt bohren lassen.

Rückspiegelung in das Modell

Werden Abweichungen und Kollisionen erkannt, werden diese digital verortet erfasst und fotodokumentiert. Die entsprechende Information werde dann in das System zurückgespielt. So würden eine stets einheitliche und aktuelle Informationsbasis geschaffen und redundante Daten sowie Abweichungen vermieden. Zugleich trage dies dazu bei, die Transparenz zu verbessern und Reaktionszeiten bei möglichen Abweichungen zu verkürzen. Würden baubegleitend Änderungen in das Modell zurückgespielt, werde dieses zum Abbild des tatsächlich gebauten Zustands. So lasse sich das Modell bei späteren Instandhaltungsmaßnahmen, nachträglichen Installationen und Ähnlichem noch besser nutzen.

Werden baubegleitend Änderungen in das Modell zurückgespielt, wird dieses zum Abbild des tatsächlich gebauten Zustands. So lässt sich das Modell bei späteren Instandhaltungsmaßnahmen oder nachträglichen Installationen noch besser nutzen. (Bild © Plansite) 

Um diese Vorteile nutzen zu können, richtet Plansite die Daten frühzeitig auf die spätere Nutzung mit der Trimble Totalstation aus. Anforderungen an das BIM-Modell würden dazu im Vorfeld geklärt – sowohl die notwendige Detaillierung und Qualität als auch die Frage, wie Daten ansteuerbar sein sollen. Dazu würden beispielsweise Filtermöglichkeiten angelegt, um in der Ausführung die relevanten Daten übersichtlich zu halten. Dies setze Know-how und Erfahrung im Umgang mit den BIM-Daten auf planender Seite voraus. Da Plansite ausführungsorientiert plane, sei auch das Wissen über Montagevorgänge und Prozesse auf der Baustelle vorhanden, um dies in die Konstruktion des BIM-Modells einfließen zu lassen. Auf diese Weise lege Plansite die Basis für einen optimierten Ablauf auf der Baustelle mittels digitaler Messmethoden.

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