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Bauindustrie zur Urabstimmung über Streik: Die IG BAU spielt mit dem Feuer

(4.6.2002) "50 Jahre Arbeitsfrieden - und nun in der schlimmsten Baukrise der Nachkriegszeit der erste flächendeckende Arbeitskampf! Die IG BAU spielt mit dem Feuer." Mit diesen Worten kommentierte am 3. Juni in Berlin der Verhandlungsführer der Bauarbeitgeber, Prof. Thomas Bauer, Vizepräsident des Hauptverbandes der Deutschen Bauindustrie, den Beschluss des Vorstandes der IG BAU, die Urabstimmung über die Einleitung von Streikmaßnahmen vorzubereiten. Die IG BAU setze damit die Errungenschaften einer mehr als 50-jährigen Tarifpartnerschaft aufs Spiel. Die Gewerkschaft riskiere damit einen tarifpolitischen Scherbenhaufen, der auch in mehreren Jahren nicht mehr gekittet werden könne. Bauer: "Damit übernimmt die IG BAU eine riesengroße Verantwortung."

Für Bauer ist damit der Flächentarifvertrag am Bau in Gefahr. Wenn es der Gewerkschaft gelingen sollte, Ost gegen West und Klein gegen Groß auszuspielen, könnte dies zum Zerfall der Verbände und zum Verlust der Tariffähigkeit führen. Für die Mitarbeiter besonders bitter seien die Gefahren für die Mindestlöhne am Baumarkt; die IG BAU riskiere damit Wild-West-Methoden, die niemand wolle. Aber auch die Sozialkassen des Baugewerbes gerieten in Gefahr, wenn die Allgemeinverbindlicherklärung von Tarifverträgen an der wachsenden Zahl von nicht mehr tarifgebundenen Unternehmen scheitern sollte.

An die Unternehmen des deutschen Baugewerbes appellierte Bauer, sich im bevorstehenden Arbeitskampf nicht gegeneinander ausspielen zu lassen. Die Einigkeit im Arbeitgeberlager sei eine unabdingbare Voraussetzung für eine erfolgreiche Lösung des Tarifkonflikts. Bauer: "Wir brauchen insbesondere eine gemeinsame Lösung für West- und Ostdeutschland, damit eine entwicklungsfähige Basis für eine gemeinsame Zukunft auf dem deutschen Bauarbeitsmarkt geschaffen wird. Die IG BAU muss so schnell wie möglich wieder an den Verhandlungstisch, um einen größeren Schaden von der deutschen Bauwirtschaft, ihren Unternehmen und Mitarbeitern abzuwenden.

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