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4 von 10 Immobilienmaklern halten Baukindergeld für sinnlos

(2.12.2018) Mit dem Baukindergeld will die Bundesregierung Familien mit Kindern den Weg ins Eigenheim erleichtern. Die Bundesregierung hat das Baukindergeld rückwirkend zum 1.1.2018 beschlossen. Die Förderung beträgt insgesamt 12.000 Euro pro Kind und wird über einen Zeitraum von 10 Jahren ausgezahlt. Allerdings halten 39% von 315 befragten Immobilienprofis das Vorhaben der Großen Koalition nicht für sinnvoll - zu diesem Ergebnis kommt der Marktmonitor Immobilien (MMI) 2018. Die Studie von immowelt.de wurde in diesem Jahr erstmals in Zusammenarbeit mit Prof. Dr. Bertram Steininger vom KTH Royal Institute of Technology in Stockholm durchgeführt.

Derzeit wird das Baukindergeld rege in Anspruch genommen - wie die Zahlen der KfW verdeutlichen. Demnach hat die staatliche Förderbank bis Ende Oktober bereits 30.000 Anträge für das Baukindergeld erhalten.

Mitnahmeeffekte und regionale Unterschiede

Die meisten (54%) der Makler, die das Baukindergeld ablehnen, finden, dass andere Maßnahmen das Problem der hohen Kosten von Wohneigentum besser und effektiver lösen könnten.

Knapp die Hälfte (49 Prozent) glaubt, dass das Baukindergeld nur zu Mitnahmeeffekten führen werde und die Förderung auf die Immobilienpreise aufgeschlagen würde. Der staatliche Zuschuss ist aber nicht nur bei den Immobilienprofis umstritten: Aktuell kritisiert auch die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit (OECD) die Förderung.

Weitere 41% der befragten Immobilienprofis kritisieren, dass regionale Unterschiede beim Wohnraumbedarf und den Immobilienpreisen nicht berücksichtigt werden. Eine aktuelle Preisanalyse von immowelt.de zur Wirkung des Baukindergeldes in allen deutschen Stadt- und Landkreisen untermauert diese Einschätzung. Demnach profitieren am meisten Familien in den ostdeutschen Bundesländern und in strukturschwachen Regionen wie etwa im nordöstlichen Bayern. In den Großstädten und Ballungszentren ist die Wirkung nur gering - siehe auch Beitrag „Dank Baukindergeld könnte sich das Ersterwerberpotenzial um 32% erhöhen“ vom 16.7.2018:

Makler empfehlen Senkung der Kaufnebenkosten

Trotz der vorhandenen Skepsis gegenüber dem Baukindergeld rechnet immerhin jeder 3. Immobilienprofi mit einer steigenden Eigentümerquote. Ein Grund könnten Familien mit mittleren Einkommen sein, die Makler als größte Profiteure der neuen Förderung ausmachen. Geringverdiener werden sich ihrer Ansicht nach besonders in der Stadt nur selten den Traum vom Eigenheim verwirklichen.

Damit der Immobilienkauf weiteren Familien ermöglicht wird, würden die befragten Immobilienprofis andere oder zusätzliche Maßnahmen bevorzugen:

  • Am häufigsten (77%) empfehlen sie die Senkung der Kaufnebenkosten - womit sie insbesondere die Grunderwerbsteuer meinen, die je nach Bundesland 3,5 bis 6,5% des Kaufpreises ausmacht.
  • Auch der Abbau von Bürokratie wie zum Beispiel durch ein vereinfachtes Baugenehmigungsverfahren (69%) oder die Ausweisung von neuem Bauland (64%) sind für viele Befragte geeignete Mittel, um den Immobilienkauf zu erleichtern.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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