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Stahlfaserbeton für den neuen Industrieboden einer Logistikhalle

(14.2.2022) Als weltweit agierendes Transport- und Logistikunternehmen verfügt die Kölner Spedition Emons über 250.000 m² überdachte Lagerfläche an insgesamt 35 Logistik-Standorten. In Gengenbach bei Offenburg kommen mit dem Neubau eines Logistikzentrums weitere 10.000 m² hinzu. Auch hier will das mittelständische Unternehmen im Familienbesitz auf Nachhaltigkeit, erneuerbare Energien und Wärmeschutz setzen. Die stark beanspruchten Böden des neuen Logistikzentrums werden aus Stahlfaserbeton der Leistungsklasse 1,2/1,2 erstellt.

Fotos © Opterra / Sven-Erik Tornow 

Der Kölner Speditionsbetrieb hat die Lagerlogistik über Jahrzehnte hinweg optimiert und ausgebaut. Für viele Kunden aus verschiedenen Branchen und Größen schafft Emons flexible Lösungen im Rahmen der Kontraktlogistik. Gleichzeitig entsprechen die erforderlichen Sicherheitsstandards, die Temperaturführung und Videoüberwachung den internationalen Maßstäben. Zudem sind alle Standorte miteinander vernetzt und werden zentral gesteuert. Statusinformationen über Bestände und Aufträge sind immer verfügbar, alle Abläufe exakt getaktet und durchweg transparent. Die Logistik-Lager sind direkt an das Transportnetzwerk der Emons Spedition angebunden. Dadurch erreichen die Speditions- und Logistikspezialisten ihre selbstgesteckten hohen Standards in Sachen Verfügbarkeit, Sicherheit und Schnelligkeit.

Grundlage für die erfolgreiche Lager- und Logistikverwaltung sind zugleich die baulichen Standards der jeweiligen Standorte. Um diese sicherzustellen, arbeitet die Im­mo­bilien-Abteilung der Spedition mit der GE.werk GmbH zusammen. Der Bielefelder Generalunternehmer ist ein erfahrener Partner im Teil- und Schlüsselfertigbau. Neben der Projektierung von Wohn- und Sozial-Immobilien sowie Handels- und Produktionsgebäuden kann die GE.werk GmbH zahlreiche Referenzen im Lager- und Logistikhallenbau vorweisen.

Fachunternehmen für Stahlfaserbetonböden

Aufgrund der örtlichen Nähe und der regionalen Partnerschaften mit dem Transportbetonlieferanten Uhl wurde für den Industrieboden des neuen Logistikzentrums die Twintec GmbH beauftragt. Basierend auf eigener Forschung und Entwicklung hat TwinTec Stahlfaserbeton-Rezepturen entwickelt, die für das jeweilige Bauvorhaben individuell angepasst werden. Zudem führte das Fachunternehmen im Vorfeld der Betonage in Gengenbach zusammen mit den Transportbetonlieferanten Versuchsmischungen sowie Werksversuche durch. Dabei kam neben den bewährten Rezepturen auch eine selbstentwickelte Einblasmaschine zur „igelfreien“ Einbringung der Stahlfasern zum Einsatz. „Mit dieser, für unser Unternehmen typischen Vorgehensweise, wollen wir sicherstellen, dass die Stahlfaserbetonböden auch die angebotene Qualität aufweisen“, erklärt TwinTec-Projektmanager Dipl.-Ing. Emmanuel Sorlet.

Betonage mit Fremdüberwachung

In Gengenbach wurden zunächst zur Gelände-Nivellierung 80 bis 150 cm hohe Aufschüttungen auf dem Boden verteilt und verdichtet sowie eine zweilagige Folie als Gleit- und Trennschicht für den 22 cm hohen Bodenaufbau mit Fußbodenheizung aufgebracht. Die Leitungen der Fußbodenheizung wurden auf einem direkt auf der Folie verlegten Gitter fixiert. Danach wurde der Stahlfaserbeton in die Hallen gepumpt. Dabei galt es, bis zu 70 m lange Strecken zu überwinden. Zum Einsatz kam ein Beton C30/37 F4 mit einem Portlandkompositzement CEM II / A-LL 42,5 R des Opterra Werks Wössingen. Je Kubikmeter Beton wurden 25 kg Stahlfasern hinzugemischt. Im Durchschnitt konnten pro Stunde rund 30 bis 35 m³ Beton eingebaut werden.

Neben der Eigenüberwachung im Transportbetonwerk wurde direkt vor Ort die angelieferte Betonqualität durch ein externes mobiles Prüflabor nach ÜK 2 regelmäßig überprüft.

Nach dem Verteilen und Abziehen des Betons auf rund 24 x 24 m großen Feldern erfolgte nach einer ersten Abbinde-Phase die Vergütung mit einer Hartkorn-Einstreuung. Dazu wurde das aufgetragene Hartkorn zuerst mit einem Aufsitz-Flügelglätter in die Oberfläche eingerieben und anschließend geglättet. Zur Aushärtung des Industriebodens deckten die Betonbodenbauer die Fläche mit einer Folie ab.

Zusätzliche Anforderungen

„Aufgrund der vorgesehenen Nutzung der Hallen wurden die Bodenplatte als tragendes Bauteil erstellt. Deshalb kam auch ein Stahlfaserbeton mit Leistungsklasse zum Einsatz“, erklärt Projektleiter Emmanuel Sorlet. „Ausschlaggebend war unter anderem, dass in den Hallen Regale mit einer Höhe von über 7,5 Metern aufgestellt werden. Daraus ergeben sich laut LBO und DAfSTB-Richtlinie zusätzliche Anforderungen.“

Nach dem Aushärten der Betonflächen erfolgte auf Wunsch des Bauherrn eine zusätzliche Veredelung der Oberflächen durch Verkieselung. Damit erhielt der Industrieboden nochmals verbesserte Abriebeigenschaften und weist eine geringere Staubentwicklung auf.

Zur Aushärtung des Industriebodens deckten die Betonbodenbauer die Fläche mit einer Folie ab. 

Beim Neubau des Emons Logistikzentrums in Gengenbach wurden insgesamt rund 2.540 m³ Stahlfaserbeton eingebracht, davon 2.200 m³ im Innen- und 340 m³ im Außenbereich.

Weitere Informationen zu Stahlfaserbeton für Industrieböden können per E-Mail an Opterra bzw. per E-Mail an Twintec angefordert werden.

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