Glas und Messing prägen 4.800-m²-Fassade der David Geffen Galleries
(17.06.2026) Mit der Eröffnung der David Geffen Galleries erhielt das Los Angeles County Museum of Art einen Neubau nach Plänen von Peter Zumthor. Ziel des Entwurfs war es, sämtliche Kunstwerke auf einer Ebene und überwiegend im Tageslicht zu präsentieren. Für die Gebäudehülle realisierte Seele eine 4.800 m² große Pfosten-Riegel-Fassade aus Glas und Messing.
Großformatige Verglasung mit gebogenen Elementen
Die Fassadenkonstruktion besteht aus einer Stahl-Unterkonstruktion sowie teilweise über 8 m hohen Isolierglaseinheiten. Aufgrund der organischen Gebäudeform kamen neben geraden auch gebogene Glaselemente zum Einsatz. Zum Schutz der Kunstwerke vor UV-Strahlung und zur Reduzierung des Gesamtenergiedurchlassgrades wurden die Verglasungen mit einer Low-E-Beschichtung ausgestattet. Dabei handelt es sich um eine metallische Beschichtung, die Sonneneinstrahlung reflektiert.
Ein prägendes Gestaltungselement bilden zudem die Verkleidungen der tragenden Fassadenbauteile mit extrudierten Messingprofilen. Die Profile sind bis zu 15 mm stark und erreichen Längen von bis zu 8,5 m. Sie wurden passend zu den Glaselementen gefertigt und bearbeitet.
Fassadenlösung für seismische Anforderungen
Da sich Los Angeles in einem stark seismisch aktiven Gebiet befindet und das Museumsareal auf nachgiebigem Baugrund liegt, musste die Fassadenkonstruktion besondere statische Anforderungen erfüllen. Im Obergeschoss wurde die Konstruktion daher am Kopfpunkt an Dämpfer angeschlossen, die auftretende Schwingungen aufnehmen und reduzieren können. Zusätzlich kommen im Erd- und Obergeschoss akkordeonförmige Dichtungen an den Kopfpunkten der Verglasung zum Einsatz. Dadurch bleiben Fassade und Betondecke unabhängig voneinander beweglich. Vor Beginn der Bauphase wurden bei Seele in Gersthofen umfangreiche Tests durchgeführt. Neben Luftdichtigkeits-, Wind- und Wassertests simulierte das Unternehmen horizontale und vertikale Verformungen der Konstruktion mithilfe eines Testaufbaus.
Tageslicht als Bestandteil des Museumskonzepts
Die großformatigen Glasflächen sorgen für eine hohe Transparenz der Gebäudehülle und öffnen das Museum zum Stadtraum. Gleichzeitig wird Tageslicht gezielt als Bestandteil der Kunstinszenierung genutzt – entsprechend dem architektonischen Konzept von Peter Zumthor.
- Kunde: Los Angeles County Museum of Art
- Auftraggeber: Clark Construction Group
- Design Architekt: Peter Zumthor
- Ausführender Architekt: Skidmore, Owings & Merrill
siehe auch für zusätzliche Informationen:
- Seele Group
- Los Angeles County Museum of Art
- Clark Construction Group, LLC
- Skidmore, Owings & Merrill
ausgewählte weitere Meldungen:
- Deutscher Ingenieurbaupreis 2026: Sieben Bauwerke für den Staatspreis nominiert (15.06.2026)
- Flachglas Markenkreis GlasHandbuch 2026: Leitfaden für das Bauen mit Glas (20.03.2026)
- Vogelschutz an der Glasfassade des Axel-Springer-Hochhauses (20.03.2026)
- Differenzierte Verglasung für das AXIS Office der Streletzki Gruppe (19.03.2026)
- Haus zum Falken: Ein architektonisches Statement von Santiago Calatrava (05.12.2025)
siehe zudem:
- Glasfassade im Fassaden-Magazin auf Baulinks
- Literatur / Bücher über Architektur bei Amazon




