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Paroc: Elektrische Schmelztechnologie reduziert CO₂-Emissionen

(31.07.2026) Paroc hat die Steinwolleproduktion in mehreren Werken auf elektrische Schmelztechnologie umgestellt und damit die CO₂-Emissionen im Schmelzprozess reduziert. In Kombination mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen konnten die Emissionen in diesem Produktionsschritt um bis zu 80 % gesenkt werden. Zudem weisen ausgewählte Dämmstoffe laut aktuellen Umweltproduktdeklarationen (EPDs) deutlich geringere CO₂-Fußabdrücke auf.

Die Maßnahmen sind Teil der Unternehmensstrategie zur Reduzierung der Emissionen in der Steinwolleproduktion. Hintergrund sind steigende Anforderungen an die Klimabilanz von Baustoffen und Produktionsprozessen.

Die modernen Öfen reduzieren die CO₂-Emissionen im Schmelzprozess um bis zu 80 % und erhöhen gleichzeitig die Prozessflexibilität. (Bild: OC Paroc) 

Elektrische Schmelzöfen ersetzen fossile Brennstoffe

Die Herstellung von Steinwolle erfordert hohe Temperaturen zum Schmelzen mineralischer Rohstoffe. Traditionell kommen dafür koksbefeuerte Kupolöfen zum Einsatz. Nach Angaben von Paroc wurde der Schmelzprozess als wesentliche Emissionsquelle innerhalb der Produktion identifiziert. Als Alternative setzt das Unternehmen auf elektrische Schmelzöfen. Im Unterschied zu konventionellen Anlagen erfolgt die Energiezufuhr hier über Strom statt fossiler Brennstoffe. Besonders in Verbindung mit erneuerbaren Energien lassen sich die Emissionen des Schmelzprozesses deutlich reduzieren.

Derzeit betreibt Paroc drei elektrische Schmelzöfen – einen in Finnland und zwei in Polen. Darüber hinaus entsteht in Schweden mit der sogenannten „Natura Line” eine weitere Produktionslinie, die vollständig auf dieser Technologie basiert.

Die modernen Öfen reduzieren die CO₂-Emissionen im Schmelzprozess und erhöhen gleichzeitig die Prozessflexibilität. (Bild: OC Paroc) 

Erneuerbare Energien als weiterer Baustein

Neben der Umstellung der Schmelztechnologie spielt die Herkunft des eingesetzten Stroms eine zentrale Rolle. Während die Werke in Finnland und Schweden bereits mit erneuerbaren Energien versorgt werden, stellte Paroc die Stromversorgung seiner polnischen Anlagen 2022 auf Windenergie um.

Grundlage dafür ist ein Virtual Power Purchase Agreement (VPPA) mit Octopus Renewables. Nach Unternehmensangaben konnten durch diesen Schritt die Emissionen der europäischen Steinwolleproduktion um rund 30 % reduziert werden.

Auswirkungen auf die Produktbilanz

Die veränderten Produktionsprozesse spiegeln sich auch in den Umweltkennzahlen einzelner Produkte wider. Die Umweltproduktdeklaration NEPD-4337-3565-EN weist für die Dachdämmstoffe Paroc Tectum 037, Paroc Robust 038 und Paroc Premo 90 eine Verringerung des CO₂-Fußabdrucks über den Lebenszyklus (A1–C4) um bis zu 78 % aus.

Die Berechnungen basieren auf standardisierten und extern verifizierten Verfahren. Nach Angaben des Herstellers bleiben die technischen Eigenschaften der Dämmstoffe unverändert erhalten. Für Paroc Premo 90 wird zudem eine erhöhte Druckfestigkeit von mindestens 90 kPa angegeben.

Dank eines Virtual Power Purchase Agreements (VPPA) mit Windstrom werden die Öfen im polnischen Werk seit 2022 vollständig mit erneuerbarer Energie betrieben. (Bild: OC Paroc) 

Weitere Schritte geplant

Paroc sieht die bisher umgesetzten Maßnahmen als Teil eines langfristigen Transformationsprozesses. Neben dem weiteren Ausbau elektrischer Schmelztechnologien arbeitet das Unternehmen nach eigenen Angaben an zusätzlichen Maßnahmen zur Verbesserung der CO₂-Effizienz entlang der gesamten Wertschöpfungskette.

Tommy Lindgren, Leiter Forschung und Entwicklung bei Paroc, beschreibt den Ansatz so: „Wir verändern uns nicht um der Veränderung willen, sondern um der Zukunft willen.” Ziel sei es, Emissionen zu reduzieren und gleichzeitig die technischen Anforderungen an die Produkte beizubehalten.

 

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