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Puren erweitert Purenit-Produktion in Obermarchtal 

(14.10.2026) Die Puren GmbH hat ihr Werk in Obermarchtal für rund 50 Mio. Euro ausgebaut und eine dritte Fertigungslinie für den Funktionswerkstoff Purenit in Betrieb genommen. Damit verdreifacht das Unternehmen seine Produktionskapazität am Standort. Bis zu 40 zusätzliche Arbeitsplätze sollen entstehen. Zugleich ist die gesamte Purenit-Produktion seit Kurzem nach ISCC PLUS zertifiziert.

Blick über das Purenit-Werk in Obermarchtal (Bild: Puren) 

Dritte Fertigungslinie automatisiert die Produktion

Bei der offiziellen Einweihung waren rund 320 Gäste aus Industrie, Politik und Forschung anwesend. Unter anderem würdigte Baden-Württembergs Umweltministerin Thekla Walker die Investition als Beispiel dafür, dass Ressourceneffizienz, Kreislaufwirtschaft und Energiewende wirtschaftliches Wachstum und neue Arbeitsplätze fördern können. Nach einleitenden Worten und intensivem Austausch hatten die Gäste die Möglichkeit, die neue Anlage im Rahmen von Werksführungen besichtigen. Der Fertigungsprozess läuft vollständig automatisiert ab. Eine digitale Prozesssteuerung und die durchgängige Qualitätsüberwachung begleiten die Produktion vom Rohstoff bis zum fertigen Produkt. Photovoltaikanlagen decken einen erheblichen Teil des Strombedarfs.

Individuelle Einblicke beim Rundgang durch die Produktion. (Bild: Puren) 

Bis zu 90 % Sekundärrohstoffe

Geschäftsführer Dr. Andreas Huther verwies beim Festakt auf die lange Tradition des Unternehmens in der Wiederverwertung von Nebenprodukten und Materialresten. Daraus entwickelten sich die Vorläufer der heutigen Purenit-Funktionswerkstoffe. Inzwischen besteht Purenit zu bis zu 90 % aus Materialresten. Neben Nebenprodukten aus der eigenen PU-Hartschaumproduktion verarbeitet Puren zunehmend Reststoffe von Kunden und anderen Marktteilnehmern, darunter auch aus dem europäischen Ausland.

Wie sich sortenreine PU-Baustellenreste zurückführen lassen, zeigt ein Pilotprojekt der Dachdeckerinnung Berlin mit weiteren Partnern. Das Konzept habe sich bewährt. Deshalb werde in der Branche über einen schrittweisen Ausbau auf das gesamte Bundesgebiet nachgedacht, erklärte Huther. Für die industrielle Verarbeitung von PU-Reststoffen hatte puren bereits vor einigen Jahren mit „Next Step PU” ein Konzept zur Kreislaufwirtschaft entwickelt. Es sieht eine qualitätsgesicherte, europaweite Rückführung sowie eine vertraglich geregelte Weiterverarbeitung der Materialien vor.

Puren-Werkstoffkreislauf (Bild: Puren) 

Purenit für vielfältige Anwendungen

Eine Ausstellung im Rahmen der Einweihung veranschaulichte das Einsatzspektrum des in Obermarchtal hergestellten Funktionswerkstoffs. Purenit verbindet mechanische Belastbarkeit mit Wärmedämmung und Feuchtigkeitsunempfindlichkeit. Seine mechanischen Eigenschaften ähneln denen von Holz. Bei einer Rohdichte von 550 kg/m³ ist der Werkstoff vergleichsweise leicht und eignet sich als Träger für Schichtstoffe.

Purenit lässt sich fräsen, bohren, sägen, verkleben, beschichten und lackieren. Weitere Eigenschaften sind Formstabilität, thermische Belastbarkeit sowie Widerstandsfähigkeit gegen Fäulnis, Lösungsmittel und Chemikalien. Der Werkstoff ist als Platte, Leiste und auf Wunsch als individuell gefertigtes Frästeil erhältlich.

Zu den Anwendungsgebieten zählen Kühl- und Verkaufstheken, hoch beanspruchte Arbeitsplatten sowie Möbel und Trennwände für Feuchträume. Auch im Schiffs- und Fahrzeugbau sowie im Hochbau kommt Purenit zum Einsatz.

Mit Purenit bietet der Überlinger Dämmstoffpionier puren GmbH einen vielseitig einsetzbaren Funktionswerkstoff für die Fertigung von im Kern feuchtebeständigen Möbeln. (Bild: Puren) 

ISCC Plus schafft Grundlage für biozirkuläre Bindemittel

Dr. Thorsten Dreier, Vorstand und CTO der Covestro AG, hob die langjährige Zusammenarbeit beider Unternehmen hervor. Die ISCC-PLUS-Zertifizierung der Purenit-Produktion (ISCC-PLUS-Cert-DE102-26080187) schafft die Grundlage für den künftigen Einsatz biozirkulärer Bindemittel von Covestro. Eine Produktvariante auf Basis eines biozirkulären Bindemittels ist für 2027 geplant.

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