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Neue IÖW-Studie: Politische Strategien für nachhaltige Innovationen bei Wohngebäuden

(7.5.2004) Innovationen im Baubereich bieten große Energiesparpotenziale. Wissenschaftler des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW) präsentieren neue Strategien, um diese zukünftig marktkonform zu erschließen.

Innovationen gelten als Königsweg für Wachstum, Beschäftigung und Nachhaltigkeit. Häufig wird dies in der aktuellen politischen Debatte und bei Förderprogrammen nur auf Innovationen im Bereich der Hochtechnologie bezogen. Damit werden andere Potenziale vernachlässigt. Gerade im Baubereich existieren erhebliche Modernisierungs- und Umweltpotenziale, welche die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der Bauwirtschaft befördern sowie Energieeinsparungen ermöglichen. Diese könnten durch die Politik wesentlich besser genutzt werden. Dies zeigt eine aktuelle Studie des Instituts für ökologische Wirtschaftsforschung (IÖW).

Innovationen sind im Bereich Bauen und Wohnen eine wichtige Triebkraft für Energieeinsparungen. "In den letzten Jahren wurden viele innovative ökologisch anspruchsvolle Wohnneubauten entwickelt, welche die Standards der Energieeinsparverordnung weit unterschreiten. Ein besonders interessantes Beispiel hierfür sind Passivhäuser", erläutert Jan Nill, IÖW-Experte für Umwelt und Innovation und Autor der IÖW-Studie. "Momentan besetzen die energieeffizienten Haustypen lediglich Marktnischen."

Die aktuelle IÖW-Publikation zeigt eine Strategie auf, die über geeignete Förderung, Anreize für weitere Innovationen bei den wichtigsten Technologien für energiesparende Häuser schafft. Diese führt zu Kostensenkungen und macht damit Niedrigstenergiehäuser marktfähig. Mitautor Rüdiger Haum: "Die Politik sollte dieses Zeitfenster jetzt nutzen. Mit geeigneten Anpassungen und Entwicklung von Fördermaßnahmen ist der kommerzielle Durchbruch möglich - mittelfristig erübrigen sich dann weitere Subventionen."

Die vorgeschlagene Strategie umfasst folgende Schritte:

Kurzfristig sind die bestehenden Förderprogramme der Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW) für Energiesparhäuser zu stärken. Dies soll durch den Ausbau der Beratung und einer Verbesserung des Images geschehen. Noch effektiver ist eine Reform der Eigenheimzulage zu einem zentralen Förderinstrument für den innovationsorientierten und ökologischen Bau.

Mittelfristig ist die innovationsorientierte Altbausanierung voranzutreiben. Dabei gilt es, die vorhandenen Einsparpotenziale besser zu nutzen und zugleich die Innovationsfähigkeit der Baubranche zu erhöhen.

Gleichzeitig ist auf politische Durchsetzungschancen - Wissenschaftler sprechen von politischen Zeitfenstern - zu achten, um die geltenden Standards zu verschärfen und innovationsfördernder auszugestalten. Ein solches politisches Zeitfenster könnte die Umsetzung der Europäischen Gebäude-Energieeffizienzrichtlinie sein, die bis 2006 erfolgen muss.

Als begleitende Rahmensetzung wird unter anderem eine stetig ansteigende Steuer auf fossile Energieträger gefordert.

Grundlage für die empfohlene Strategie ist eine Analyse des bisherigen Innovationsgeschehens im Bereich Niedrigstenergie- und Passivhäuser sowie der bisherigen Politik aus zeitstrategischer Perspektive. Im Projekt entwickelte Szenarien für eine zukünftige Entwicklung ökologisch anspruchsvoller Neubauten geben weitere Anhaltspunkte für zukünftige Politikansätze.

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Die Studie ist als Broschüre veröffentlicht worden und kann beim IÖW kostenfrei bezogen und/oder heruntergeladen werden. Die Inhalte der Publikation beruhen auf den Ergebnissen der Vertiefungsstudie "Innovationen im Bereich Wärme in Gebäuden" des vom Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojektes "Innovation, Zeit und Nachhaltigkeit - Zeitstrategien ökologischer Innovationspolitik" (SUSTIME). Ziel des SUSTIME-Projektes ist die Verbesserung umweltpolitischer Strategien durch ihre stärkere Orientierung am Innovationsgeschehen am Markt unter zeitstrategischen Gesichtspunkten.

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