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Springbrunnen als Keimschleuder bändigen

(23.4.2020) Über Tröpfcheninfektion werden bekannterweise immer wieder Viren und bakterielle Keime übertragen. In diesem Kontext hat die Firma Gebrüder Schröfel festgestellt, dass es bei öffentlichen Springbrunnen vor allem im Sommer zu einer enormen Vermehrung von Bakterien, wie etwa Legionellen, kommen könne. Über den Sprühnebel könnten sich die Krankheitserreger leicht verteilen und bei Aufnahme via Atemluft teilweise schwere Erkrankungen auslösen. Innerhalb eines von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) fachlich und finanziell mit rund 93.000 Euro geförderten Projekts will das Unternehmen daher ein Reinigungsmodul entwickeln, das die Qualität des Brunnenwassers deutlich länger erhalten soll.

Foto © Axel Steiner / piclease / Deutsche Bundesstiftung Umwelt 

In deutschen Großstädten wie Berlin, Dresden, Bremen oder Stuttgart würden jeweils über 250 öffentliche Brunnen und Wasserspiele existieren. Zwar würden die Brunnen mit qualitativ hochwertigem Trinkwasser befüllt, und das Baden sei offiziell verboten. Aber das Wasser werde im Kreislauf geführt, und vor allem an heißen Tagen würden Erwachsene und Kinder es gerne zum Abkühlen und Spielen nutzen. Auch Vögel und Wildtiere nutzten das Wasser. Deshalb verschlechtere sich dessen Qualität unvermeidbar.

Kleine und mittlere Brunnen verfügen über keine Reinigungsanlagen

„Bei wenigen großen Springbrunnen erfolgt das Entkeimen durch chemische Reinigungsmittel (Biozide). Diese belasten jedoch die Umwelt und benötigen zudem eine teure Anlage, um die erforderliche Dosis abzumessen“, so Franz-Peter Heidenreich, DBU-Fachreferent Kreislaufführung und Bautechnik. Bei kleinen und mittleren Brunnenanlagen gebe es solche Aufbereitungen aus Kostengründen nicht. Das Wasser werde zwar etwa alle vier bis sechs Wochen ausgetauscht, jedoch könnten sich innerhalb dieser Zeit bakterielle Krankheitskeime stark vermehren und auf Menschen im direkten Umfeld, zum Beispiel auch über den Sprühnebel, übertragen werden. Besonders Kinder, Senioren sowie kranke und immungeschwächte Personen hätten ein erhöhtes Er­kran­kungs-Risiko.

Reinigungsmodul soll Verkeimung und Algenbildung verringern

Um bei öffentlichen Springbrunnen das Verbreiten von Legionellen in die Umgebungsluft zu verhindern, hat der Verein Deutscher Ingenieure (VDI) eine Richtlinie erlassen (VDI 4250). „Springbrunnenbetreiber müssen zukünftig gewährleisten, dass die Keimkonzentration im Wasser so gering wie möglich ist. Da Algen ein ideales Rückzugsgebiet für viele Mikroorganismen darstellen, ist auch ein Eindämmen des Algenwachstums ein wichtiger Aspekt, um die Wasserverkeimung erfolgreich zu verringern“, betont Projektleiter Günter Schröfel, Geschäftsführer des Unternehmens Gebrüder Schröfel. Das von der Firma geplante Reinigungsmodul soll die auch aus medizinischen Produkten bekannte desinfizierende Wirkung von Silber und Kupfer nutzen. Damit werde sowohl die Verkeimung als auch die Algenbildung verringert. Ein weiterer Vorteil des neuartigen Moduls sei, dass es Wasser- und Reinigungskosten spare. „Außerdem entwickeln wir innerhalb des Projekts ein preiswertes Verfahren zur Kontrolle der Wasserqualität“, ergänzt Herr Schröfel.

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