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FNR Forschungsprojekt entwickelt wirtschaftliche Fertigungsprozesse für Ingenieurholzbau

(21.05.2026) Im Forschungsprojekt „HBH_Teil_2“ wurden Grundlagen für die wirtschaftliche Herstellung von holzbewehrtem Holz (HBH) geschaffen. Das Material kombiniert Brettschichtholz aus Nadelholz mit gezielt integrierten Laubholzfurnieren und soll die Tragfähigkeit sowie Robustheit von Holzbauteilen verbessern. Gefördert wurde das Vorhaben vom Bundesministerium für Landwirtschaft, Ernährung und Heimat (BMLEH) über die Fachagentur Nachwachsende Rohstoffe e. V. (FNR).

Stirnansicht eines Trägers aus holzbewehrtem Holz (HBH): In der Mitte des neuartigen Holzbauelements ist die integrierte Furnierbewehrung, die sogenannte Superlamelle, gut zu erkennen. (Bild: Niklas Kainz, TUM) 

Holzbewehrtes Holz basiert auf dem Prinzip, Brettschichtholz mit hochfesten Furnierlagen zu verstärken. Ziel ist es, materialtypische Schwächen von Nadelholz – insbesondere bei Belastungen quer zur Faser – auszugleichen. Entwickelt wurde das Konzept Anfang der 2020er Jahre am Lehrstuhl für Holzbau und Baukonstruktion der Technische Universität München.

Superlamelle verstärkt kritische Bereiche

Kern des Konzepts ist die sogenannte Superlamelle aus Furnierschichtholz. Sie wird gezielt in den Querschnitt integriert und erhöht die Tragfähigkeit insbesondere an konstruktiven Schwachstellen wie Durchbrüchen, Anschlüssen oder bei speziellen Trägergeometrien.

Dadurch entstehen Holzbauteile mit höherer Belastbarkeit und verbesserter Robustheit. Einsatzmöglichkeiten sehen die Forschenden unter anderem bei Satteldachträgern, biegesteifen Verbindungen oder Hirnholzanschlüssen.

(li): Zugversuch an einer Superlamelle. (re): Bestimmung von mechanischen Kenngrößen war ein Ziel der Projekts HBH_Teil_2. (Bild: Niklas Kainz, TUM) 

Getrennte Fertigung ermöglicht flexible Produktion

Ein Schwerpunkt des Projekts lag auf der Entwicklung wirtschaftlicher Fertigungsprozesse. Dazu wurde ein Produktionskonzept entwickelt, bei dem Superlamellen und Gesamtbauteile getrennt hergestellt werden.

Die Furnierelemente können beispielsweise von Furnier- oder Sperrholzherstellern produziert werden, während die Weiterverarbeitung zu holzbewehrtem Holz bei Brettschichtholzherstellern oder Zimmereien erfolgt. Dadurch sollen bestehende Fertigungsstrukturen genutzt und neue Marktchancen insbesondere für mittelständische Unternehmen geschaffen werden.

Im Projekt wurde der Produktionsprozess der Superlamellen erprobt, hier ein Schema für eine Standard-Superlamelle. (Bild: Julia Larikova, TUM) 

Digitale Fertigung und Buchenfurniere

Zusätzlich untersuchte das Forschungsteam digitale Fertigungsansätze wie robotergestützte Verfahren und CNC-gestützte Zuschnitte. Damit sollen Superlamellen künftig anwendungsbezogen gefertigt werden können.

Kern des holzbewehrten Holzes ist die Superlamelle. Dieses Bild zeigt, wie in der Forschungswerkstatt der TU München die Furniere verpresst werden. (Bild: Niklas Kainz, TUM) 

Als besonders geeignetes Material für die Furnierlagen wurde Buche identifiziert. Sie weist eine hohe Festigkeit auf und ist in Deutschland gut verfügbar. Für die Verklebung erwiesen sich insbesondere PRF- und MUF-Klebstoffe als geeignet.

Projektzeitraum

  • 1.11.2022 bis 28.2.2025

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