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ISH 2027: Themenschwerpunkt gewerkeübergreifende Planung

(29.09.2026) Moderne Gebäude vereinen eine wachsende Zahl technischer Systeme und digitaler Funktionen. Wärme- und Kälteversorgung, Lüftung, Wasser, Energie, Beleuchtung und Gebäudeautomation müssen dabei nicht nur für sich funktionieren, sondern miteinander kommunizieren. Für Planer und Ingenieure rückt deshalb die gewerkeübergreifende Systemintegration zunehmend in den Mittelpunkt. Auf der ISH vom 15. bis 19. März 2027 in Frankfurt am Main sollen die dafür relevanten Technologien und Akteure zusammenkommen.

Softwarelösungen auf der ISH unterstützen dabei, Gebäudedaten zusammenzuführen, technische Systeme zu vernetzen und komplexe Gebäude effizient zu managen. (Bild: Messe Frankfurt Exhibition GmbH / Petra Welzel)  

Bis zu 40.000 Datenpunkte in großen Gebäuden

Wie komplex die technische Vernetzung werden kann, zeigt die Gebäudeautomation. Hier laufen Informationen und Steuerungsaufgaben aus zahlreichen Gewerken zusammen.

„Es geht um die Integration aller Mess-, Steuer- und Regeltechnik in Hardware und Software für Heizung, Klima und Lüftungstechnik, Aufzüge, Jalousien, Licht und mehr. In großen Gebäuden können bis zu 40.000 und mehr Datenpunkte anfallen – vieles davon versteckt hinter Decken, im Keller oder auf dem Dach”, erklärt Dr. Peter Hug, Geschäftsführer des Fachverbandes Gebäudeautomation im VDMA. Planer müssen deshalb neben der Dimensionierung einzelner Anlagen berücksichtigen, welche Systeme miteinander interagieren, welche Daten dafür erforderlich sind und wie sich die Komponenten in übergeordnete Steuerungs- und Managementstrukturen integrieren lassen.

Schnittstellen bereits in frühen Planungsphasen berücksichtigen

Die Voraussetzungen für eine funktionierende Systemintegration entstehen bereits zu Beginn eines Bauprojekts. Systeme müssen Daten austauschen können, Funktionen aufeinander abgestimmt und Verantwortlichkeiten an den Schnittstellen zwischen den Gewerken definiert werden. Wird die Integration erst bei der Inbetriebnahme berücksichtigt, können Insellösungen und zusätzliche Nacharbeiten entstehen. 

Besonders relevant ist dies für die Gebäudeautomation, die im Bauprozess häufig erst vergleichsweise spät berücksichtigt wird. Anwendungen wie Energiemanagement, bedarfsgerechte Regelung und Betriebsoptimierung setzen jedoch voraus, dass die benötigten Daten der einzelnen Anlagen verfügbar sind und zusammengeführt werden können. Neben technischen Kommunikationsprotokollen gewinnen daher einheitliche Datenstrukturen an Bedeutung. Das Smart-Building-Reallabor der Hochschule Mainz arbeitet beispielsweise mit strukturierten, interoperablen und herstellerneutralen Gebäudedaten. Informationen unterschiedlicher Systeme sollen dadurch in einem gemeinsamen Datenmodell zusammengeführt werden. 

Gebäudedaten als Grundlage für Monitoring und Optimierung

Verfügbare Betriebsdaten bilden zugleich die Grundlage für Monitoring, Analyse und Optimierung technischer Anlagen. „Wer ein Gebäude im Blindflug betreibt, kann nicht erwarten, dass es effizient funktioniert. Erst Daten ermöglichen Analyse und Benchmarking”, so Peter Hug. 

Ein übergeordnetes Energiemanagement kann z.B. Verbrauchs- und Betriebsdaten verschiedener Anlagen zusammenführen, Lasten erkennen und Systeme bedarfsgerecht steuern. Offene Schnittstellen und herstellerneutrale Strukturen erleichtern zudem die spätere Integration neuer Anwendungen, wenn sich Software, technische Komponenten oder Anforderungen während des Gebäudelebenszyklus verändern.

BIM, digitaler Zwilling und Predictive Maintenance

Building Information Modeling (BIM) ermöglicht es, Informationen zu Räumen, Anlagen und Komponenten bereits während der Planung in einem gemeinsamen digitalen Modell abzubilden. Dadurch sollen unter anderem Konflikte zwischen Leitungen, Kanälen und Trassen frühzeitig erkannt werden.

Werden diese Planungsdaten später mit aktuellen Daten aus der Gebäudeautomation verbunden, kann daraus ein digitaler Zwilling für Facility Management, Monitoring und Betriebsoptimierung entstehen. Eine entsprechend belastbare Datenbasis eröffnet zudem Einsatzmöglichkeiten für KI und Predictive Maintenance. Algorithmen können bei großen Datenmengen Muster und Abweichungen im Anlagenbetrieb erkennen und perspektivisch Hinweise auf mögliche Störungen liefern. Voraussetzung sind kontinuierlich erfasste und systemübergreifend nutzbare Daten. 

Systemintegration auf der ISH 2027

Auf der ISH 2027 treffen Lösungen für Wärme- und Kälteversorgung, Lüftung und Wasser auf Gebäudeautomation, Energiemanagement und digitale Anwendungen. Für Planer und Ingenieure bietet die Messe damit die Möglichkeit, neben einzelnen Technologien insbesondere deren Schnittstellen und Zusammenspiel zu betrachten.

Im Mittelpunkt stehen dabei Fragen nach Interoperabilität, Datenverfügbarkeit und Systemarchitektur: Welche Schnittstellen stehen zur Verfügung, welche Daten liefern einzelne Systeme und wie lassen sie sich in übergeordnete Automations- und Managementlösungen integrieren? Die ISH findet vom 15. bis 19. März 2027 in Frankfurt am Main statt. 

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