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handwerk.de/AG stellt Insolvenzantrag

(3.2.2004) Das Internetportal des deutschen Handwerks steht endgültig vor dem Aus, nachdem das Portal bereits Mitte 2003 in ernsten Schwierigkeiten steckte: Der Vorstand der Handwerk.de/AG hat am Freitag einen Insolvenzantrag gestellt.

Dazu hat das ZDH-Präsidiums folgende Erklärung abgegeben:

"Das Präsidium des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks hat sich eingehend mit der Situation von handwerk.de befasst und festgestellt: handwerk.de ist ein gemeinsames Projekt der Handwerksorganisation gewesen. Ziel von handwerk.de war die Errichtung einer Plattform, die im Internet die Identität des Handwerks widerspiegelt, die zugleich Mehrwerte für die Betriebe und Organisationen des Handwerks schafft, auch mit Blick auf eine Stärkung des Organisationsgrades.

Dieses Ziel zu erreichen, war der geschlossene Wille der Handwerksorganisation, der durch Organbeschlüsse der handwerklichen Spitzenorganisation zum Ausdruck gebracht wurde.

Die in das Projekt handwerk.de gesetzten Erwartungen haben sich nicht erfüllt, der wirtschaftliche Erfolg hat sich nicht eingestellt.

Bemühungen, handwerk.de auf eine breitere Basis durch erweiterte Kooperations- und Beteiligungsmöglichkeiten zu stellen, sind nicht erfolgreich gewesen. Das hat zur Insolvenz der handwerk.de/AG geführt.

Aus übernommenen Verbindlichkeiten des ZDH kommen damit finanzielle Belastungen auf die Handwerksorganisation in Höhe von 8,7 Mio. € zu. Über die notwendigen Finanzierungsmittel wird in den dafür zuständigen Gremien kurzfristig entschieden."

Das Portal "handwerk.de" wurde im März 2000 angekündigt und startete Anfang 2001. Alle 850.000 Handwerksbetriebe sollten über diese gemeinsame Plattform verbunden werden und durch gemeinsamen Einkauf und Informationsaustausch Kosten senken. Doch schon bald hatte das Portal Probleme: Die Entwickler der Software reichten laut heise online im Januar 2002 Klage gegen die Handwerk.de/AG ein. Grund seien nicht bezahlten Supportverträge. Für die Umsetzung stand der beauftragten Firma nach ihren Angaben nur wenig Zeit zur Verfügung.

Viele vermuteten bereits seinerzeit, dass sich der ZDH mit dem Portal ebenso übernommen wie verkalkuliert hat. So verfütterte man im Verlauf des Baus von handwerk.de schon sämtliche nicht zweckgebundenen Rücklagen an das Portal. Werbung und elektronische Auftragsvermittlung sollten die erhofften Umsätze bringen. Bis 2005 wollte der Vorstand in die Gewinnzone steigen. Doch bei Handwerkern wie Surfern stieß das Portal nur auf mäßiges Interesse.

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