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BSB-Bauschadensbericht: Bauschadensfälle in 10 Jahren um knapp 90% gestiegen


  

(6.11.2018) Die Anzahl der Bauschäden beim Neubau von Wohngebäuden haben seit dem Eintreten des Baubooms um 89% zugenommen. Durchschnittlich sind dabei die Bauschadenskosten von 49.000 Euro in den Jahren 2006 / 2008 auf aktuell knapp 84.000 Euro gestiegen - zu diesen Ergebnissen gelangt der neue Bauschadensbericht 2018 des Bauherren-Schutzbundes (BSB).

„Der Bauschadensbericht spiegelt wider, was unsere Bauherrenberater täglich auf der Baustelle erleben“, kommentiert BSB-Geschäftsführer Florian Becker. Seit 2009 sei ein kontinuierlicher Anstieg der auftretenden Bauschäden zu beobachten. Die Studie zeigt: Besonders anfällig für Baumängel bzw. -schäden sind ...

  • Dächer,
  • Decken,
  • Fußböden, Wände sowie
  • die Haustechnik.

Feuchtigkeit, eine nicht vorschriftsmäßige Ausführung, Maßfehler, Risse und falsche Abdichtung sind die vorherrschenden Schadensbilder.

Branche überlastet

Schuld an der aktuellen Situation seien laut BSB-Geschäftsführer insbesondere die hohe Marktauslastung und der Fachkräftemangel. „Bauen wird durch höhere gesetzliche Anforderungen und komplexere Bauteile immer komplizierter. Dadurch steigt auch die Fehleranfälligkeit bei der Planung und Bauausführung.“ Häufig seien die Unternehmen überlastet. Der Termindruck bei der Fertigstellung durch die hohe Auftragslage und fehlendes qualifiziertes Personal setzen ihnen zu.

Bauherren müssen selbst aktiv werden

Damit kleine Baufehler nicht folgeschwere Schäden nach sich ziehen, müssen Bauherren wohl selbst aktiv werden: „Kurzfristig kann der Verbraucher teuren Bauschäden nur mit einer baubegleitenden Qualitätskontrolle vorbeugen“, rät Becker. Der Bausachverständige kontrolliert die vertragsgerechte Bauausführung und erkennt Mängel, wenn sie entstehen. Langfristig nimmt Becker die Branche in die Pflicht: „Die Unternehmen müssen deutlich mehr in die Qualifikation ihrer Mitarbeiter investieren und Fachplaner hinzuziehen.“

Hintergrundinfo: Die Analyse der Entwicklung der Bauschäden und der Bauschadenskosten 2018 wurde vom Institut für Bauforschung im Auftrag des Bauherren-Schutz­bun­des erstellt. Hierbei wurden Versicherungsfälle der AIA AG ausgewertet. Die Ergebnisse übertreffen die Prognosen einer vorangegangenen Untersuchung aus 2015 deutlich und werden von den Machern als repräsentativ für die Branche eingestuft.

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