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Rohstoffengpässe: ZDB zu den Auswirkungen des putinschen Überfalls der Ukraine

(6.3.2022) „Die deutschen und europäischen Sanktionen gegen Russland sind richtig und werden von der deutschen Bauwirtschaft nachdrücklich unterstützt,“ konstatierte ZDB-Hauptgeschäftsführer Felix Pakleppa am 4.3. und mahnte zugleich: „Die Sanktionen führen aber auch zu Belastungen der heimischen Bauwirtschaft, die getragen werden müssen. Die Folgen des russischen Krieges auf die Bautätigkeit in Deutschland werden von Tag zu Tag sichtbarer. Es ist daher ein Gebot der Vernunft, die negativen Auswirkungen auf heimische Betriebe und Arbeitsplätze so gering wie möglich zu halten.“

Besonders betroffen Stahl und Bitumen

Der Zentralverband Deutsches Baugewerbe (ZDB) erwartet aufgrund des russischen Angriffs auf die Ukraine und der weltweiten Sanktionen gegen Russland weitere Lieferengpässe und noch deutlichere Preissteigerungen bei vielen Baustoffen, als sie sich in den vergangenen Monaten ohnehin schon eingestellt hatten. Bereits jetzt sei ein signifikanter Anstieg der Preise bei Stahl sowie bei dem vor allem im Straßenbau notwendigen Bitumen erkennbar. Durch die Abhängigkeit zentraler Raffinerien von Lieferungen aus Russland drohe ein Ausfall von bis zu einem Drittel der hiesigen Bitumenversorgung, mit entsprechenden Auswirkungen auf den deutschen Straßenbau.

Darüber hinaus berichten Bauunternehmen über deutliche Preissteigerungen bei Stahl bzw. bei Stahlerzeugnissen. Denn rund 30% des Baustahls kamen zuletzt aus Russland, der Ukraine und Weißrussland. Hinzu kommt der hohe Anteil von Roheisen (40% aus diesen Ländern) und diverser weiterer Rohstoffe, die für die Stahllegierung notwendig sind (Nickel 25% und Titan 75%).

„Unsere Mitgliedsunternehmen erhalten aktuell nur noch wenige Angebote für Stahlmatten, Träger, Stabstahl und Bleche. Auch Rohre und Aluminiumprodukte sind betroffen. Die Hersteller von Leitplanken für Straßen haben ihre Lieferungen eingestellt,“ erläuterte Herr Pakleppa.

„Vor dem Hintergrund dieser Situation brauchen wir unbürokratische Maßnahmen zur Sicherung der Bautätigkeit in Deutschland. Notwendig ist die sofortige Einführung von Stoffpreisgleitklauseln, auch für laufende Verträge, um wichtige Bauaufgaben fortführen zu können. Wir brauchen daher schnell vertragsspezifische Lösungen, um der aktuellen Destabilisierung durch die Rohstoffkosten entgegen zu wirken. Schlussendlich müssen wir uns aber, wie bei Gas, von der Abhängigkeit von wenigen Anbietern befreien. Dieses muss dringend in einer nationalen Rohstoffstrategie münden,“ so Herr Pakleppa abschließend.

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