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Tonality keramische Fassadengliederung im Wolkersdorf Weinviertel

(18.3.2026) In Wolkersdorf im Weinviertel wurde ein ehemaliges Pfarrzentrum in 16 Monaten entkernt, teilrückgebaut und erweitert. Die vorgehängte, hinterlüftete Tonality-Keramikfassade mit 625 m² Fläche gliedert das Gebäude und verbindet gestalterische Präzision mit gewichtsoptimierter Konstruktion.

Die Keramikfassade des Quartier Wolkersdorf entfaltet auch bei Dämmerung ihre besondere Ausstrahlung. (Bild: Michael Baumgartner | KiTO) 

Moderner Veranstaltungsort in ehemaligen Pfarrzentrum

Mit dem „Quartier Wolkersdorf” ist in Wolkersdorf im Weinviertel ein multifunktionales Veranstaltungsgebäude entstanden. Das ehemalige Pfarrzentrum beherbergt im Erdgeschoss noch eine Pfarre, während die oberen Etagen von der Stadtgemeinde genutzt werden. Herzstück ist ein Veranstaltungssaal für bis zu 400 Personen, ergänzt durch flexibel nutzbare Gruppenräume, Gastronomieflächen und Nebenbereiche.

Die Ziegel-Beton-Mischkonstruktion wurde energetisch optimiert, wobei die Bestandsstruktur größtenteils erhalten blieb, um graue Energie zu nutzen und Ressourcen zu schonen. Mit Gründächern, Photovoltaik und dem Anschluss an die lokale Nahwärmeversorgung, erfüllt das Gebäude hohe ökologische Anforderungen.

Farbvielfalt in Keramik: Die Farbtöne „Creme Hell” und „Toscana” verbinden sich zu einer harmonischen Einheit, die das Quartier Wolkersdorf prägt. (Bild: Michael Baumgartner | KiTO) 

625 m² Keramikfassade mit Reliefstruktur

Die vorgehängte, hinterlüftete Fassade basiert auf Tonality-Keramikelementen von Leipfinger-Bader. Insgesamt 625 m² Fassadenfläche gliedern das Gebäude in zwei optisch differenzierte Bereiche. Der untere Fassadenteil im Farbton „Toscana” ist glatt ausgeführt und weist ungleichmäßige Vertikalfugen auf, die sowohl konstruktiv als auch durch integrierte Scheinfugen entstehen. Im oberen Bereich im Farbton „Creme hell” wurde ein eigens entwickeltes Relief mit angestuften, zwischen 50 und 15 mm breiten Stegen realisiert. Die 50-mm-Stege treten als vordergründige Struktur hervor, während die 15-mm-Stege zurückversetzt angeordnet sind. Je nach Tageszeit verändert sich die Tiefenwirkung der keramischen Oberfläche.

Ausdrucksstarke Linienführung: Der Neubau lebt von der vertikalen Keramikstruktur und der warmen Farbgebung. (Bild: Michael Baumgartner | KiTO) 

Vertikale Keramik-Squares als Sichtschutz

Ergänzend wurden vertikal angeordnete Keramik-Squares mit einem Querschnitt von 50 mal 50 mm eingesetzt. Sie dienen als Sichtschutz und setzen die 50-mm-Rasterung der Reliefstege fort. Insgesamt wurden 143 laufende Meter der Squares im Farbton „Creme hell” hängend für das Projekt produziert. Das Zusammenspiel von Reliefplatten und Squares erzeugt eine klar strukturierte, vertikal gegliederte Fassadenansicht.

Das „Quartier Wolkersdorf” präsentiert sich als neuer architektonischer Mittelpunkt im Ortskern – geprägt von seiner charakteristischen Tonality-Keramikfassade in verschiedenen Farben und Formen. (Bild: Michael Baumgartner | KiTO) 

Materialtechnische Eigenschaften und Gewichtsoptimierung

Die Tonality-Keramik wird bei hohen Temperaturen gebrannt und erhält dadurch eine dichte, kratzfeste und farbstabile Oberfläche. Sie ist resistent gegen Frost, UV-Strahlung, Moos- und Algenbildung sowie Graffiti. Mit einem Eigengewicht von 36 bis 38 kg/m² liegt das System unter dem Gewicht herkömmlicher Fassadenziegel mit Doppelkammerausführung, die auf über 60 kg/m² bei gleicher sichtbarer Oberflächengeometrie kommen. Das reduzierte Gewicht ermöglicht eine schlankere Unterkonstruktion mit weniger Verbindungsmitteln und Wandankern sowie reduzierten Wärmebrücken. Bei einer Fassadenfläche von etwa 1.000 m² kann sich der Transportaufwand im Vergleich zu doppelschaligen Systemen um ungefähr eine LKW-Ladung verringern. Die Rohstoffe für die Produktion stammen aus einem Umkreis von 25 km vom Werk.

Bautafel

  • Bauvorhaben: Zubau und Umbau des bestehenden Pfarrzentrums zu einem multifunktional nutzbaren Veranstaltungsgebäude, Wolkersdorf im Weinviertel, Österreich
  • Bauherren: Pfarre Wolkersdorf (Erzdiözese Wien) und Stadtgemeinde Wolkersdorf, Österreich
  • Projektsteuerung: Delta AG, Wien & Wels, Österreich
  • Architektur und Bauleitung: Atelier Deubner Lopez ZT OG, Gänserndorf, Österreich
  • Keramikfassade: Tonality (Leipfinger-Bader), Weroth
  • Bauzeit Fassade: Juli bis Dezember 2024
  • Bauzeit gesamt: Herbst 2023 bis Januar 2025
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