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Studie zum Wohnungsbau-Tag 2026: Den eingefrorenen Wohnungsmarkt auftauen

(27.3.2026) Der 17. Wohnungsbau-Tag in Berlin am 26. März 2026 brachte erneut führende Vertreter aus Politik, Bau- und Immobilienwirtschaft zusammen, um eine der drängendsten Fragen unserer Zeit zu diskutieren: Wie schaffen wir ausreichend bezahlbaren Wohnraum? Angesichts steigender Baukosten, knapper Flächen und wachsender Nachfrage stehen innovative Lösungen und klare politische Weichenstellungen im Mittelpunkt.

Aktuelle Studie zum 17. Wohnungsbau-Tag

Hinter dem Wohnungsbau-Tag stehen sieben führende Verbände und Organisationen der Bau- und Wohnungswirtschaft. Sie drücken bei der Politik aufs Tempo. Nach 325 Tagen schwarz-roter Bundesregierung, abstürzenden Neubauzahlen, wachsender Wohnungsnot und weiter steigenden Mieten stellen sie die Frage: „Worauf wartet Deutschland? Antworten darauf gibt eine aktuelle Studie, die auf dem Wohnungsbau-Tag vorgestellt wurde. Darin zeigen das Bauforschungsinstitut ARGE aus Kiel und das Berliner Forschungsinstitut RegioKontext Lösungen auf: neue Bau- und Wohnformen. Es geht dabei um Trends auf dem Wohnungsmarkt. Vor allem aber auch um deutlich günstigeres Bauen.

Die Wissenschaftler haben dazu den Baukosten-Check gemacht: So kostet der Quadratmeter Wohnfläche in Großstädten und Metropolregionen im Schnitt aktuell mehr als 4.630 Euro. Rechnet man die Grundstückskosten dazu, dann liegt der Neubau von Wohnungen nach Angaben der Wissenschaftler bei rund 5.400 Euro/m². „Das bedeutet: Minimum 18 Euro Kaltmiete/m². Und das ist teuer – zu teuer für jeden Durchschnittsverdiener”, so Studienleiter Prof. Dietmar Walberg von der ARGE.

Chart zur Studienpräsentation 17. Wohnungsbau-Tag 2026 

Vom Kieler Institut, das als zentrales Baukosten-Datenzentrums für Deutschland gilt, kommt die Nachricht: „Deutschland baut viel zu teuer. Die Baukosten schießen immer weiter durch die Decke. Dabei lassen sich Wohnungen auch wesentlich günstiger bauen”, sagt ARGE-Chef Prof. Dietmar Walberg. Beispielsweise lägen Wohnungen, die in Schleswig-Holstein zu den Bedingungen der Sozialen Wohnraumförderung aktuell gebaut würden, bei den Baukosten unter 3.500 Euro/m². „Warum also um ein Drittel teurer bauen – und das auch noch fördern? Die Chance, die der Staat durch günstigeres Bauen hat, liegt auf der Hand: Es lassen sich mehr Wohnungen fördern und damit auch mehr Wohnungen bauen. Und das bei Einhaltung aller Vorschriften”, so Prof. Dietmar Walberg.

Lösung Gebäude-Typ E

Gebäude-Typ E als Lösung zum einfachen, erleichterten Bauen: „Die Qualität dabei ist ausgesprochen gut – mit robuster Substanz und wenig Instandhaltung. Vor allem aber sind die Mieten bezahlbar. Denn es gibt keine kostspieligen Extras: Auf komplexe und wartungsintensive Technik wird verzichtet. Aber auch bei Ausstattung sollte man einen Gang zurückschalten: Die Zahl der Steckdosen im Kinderzimmer oder Bad lässt sich in den meisten Fällen reduzieren. Das ist nur ein Beispiel, mit dem sich Geld sparen lässt”, so Studienleiter Prof. Walberg.

Appell der sieben Verbände und Organisationen an den Bund und die Länder

Der Staat müsse verstärkt – gerade auch durch seine Förderpolitik – auf einen „Basis-Standard-Wohnungsbau” setzen und damit die Voraussetzungen für den Bau von deutlich günstigeren und damit mehr Wohnungen schaffen. Einige Bundesländer hätten dies bereits erkannt, andere „hinkten allerdings gewaltig hinterher”, so die Branchen-Verbände. Zudem sei für den Basis-Standard bundesweit eine rechtliche Absicherung erforderlich: „Dringend notwendig ist ein ‚Gebäude-Typ-E-Gesetz’ ... Wichtig dabei ist, dass es Erleichterungen und keine neuen Anforderungen gibt, wenn es um die sogenannten Abweichungsvereinbarungen geht. Es darf also nicht komplizierter werden, einfacher zu bauen. Denn Projektentwickler und Bauunternehmer werden nicht einfacher und günstiger bauen, solange ihnen das rechtlich auf die Füße fallen kann. Wenn sie nach Jahren noch Klagen z.B. wegen eines niedrigeren Schallschutzes befürchten müssen und dabei im schlimmsten Fall den Umbau des Hauses riskieren, lassen sie die Finger davon”, so Baurechtsexperte und Studienautor Michael Halstenberg.

Wohnungsmärkte ins Visier nehmen

Dazu die klare Botschaft der Wohnungsbau-Studie: „Der Druck auf dem Wohnungsmarkt wird hoch bleiben. Vielen neuen Haushalten werden gar keine Wohnungen mehr angeboten werden können”, erklärt Arnt von Bodelschwingh vom Forschungsinstitut RegioKontext. „Wir haben immer kleinere Haushalte. Das heißt: Ihre Zahl wird selbst bei stagnierender Bevölkerung in den kommenden Jahren weiter nach oben gehen. Und damit steigt auch der Bedarf an Wohnraum weiter an. Es führt kein Weg daran vorbei: Es müssen deutlich mehr neue Wohnungen gebaut werden.”

Chart zur Studienpräsentation 17. Wohnungsbau-Tag 2026 

Schon heute ziele der Wohnungsmarkt enorm am tatsächlichen Bedarf vorbei: „Sofern überhaupt Wohnungen angeboten werden, passen sie immer seltener zu dem, was Menschen suchen: Das Matching auf dem Wohnungsmarkt wird immer schwieriger“, sagt Arnt von Bodelschwingh. Erst wenn kleine Haushalte mit aktuell großen Wohnungen diese freimachten, hätten Familien die Chance auf Wohnungen, die sie dringend benötigten. „Aber dafür ist deutlich mehr und passender Neubau notwendig. Nur dann lässt sich das Umzugsgeschehen wieder in Gang setzen.”

Laut Wohnungsbau-Studie lebten derzeit 9,9 Mio. Menschen in viel zu kleinen Wohnungen – 1,4 Mio. mehr als noch zu Beginn des Jahrzehnts. Vor allem in den Städten sei Überbelegung ein verbreitetes Problem: Jeder Sechste lebe hier auf zu engem Raum.

„Immer mehr Ältere gehen in Rente. Deswegen ziehen sie aber nicht um. Wenn durch Zuwanderung mehr Menschen die Jobs der Baby-Boomer übernehmen sollen, müssen auch sie wohnen – und zwar bezahlbar.” Vor diesem Hintergrund warnt die Studie: „Es werden viel zu wenige Wohnungen gebaut”, so Prof. Dietmar Walberg. 

Die sieben Akteure des Wohnungsbau-Tages warnen: „Wohnen ist die Voraussetzung für wirtschaftliche Entwicklung – ohne Wohnungen kein Wachstum. Das Wohnen garantiert soziale Stabilität und regionale Wettbewerbsfähigkeit.” 

4-Punkte-Programm: Forderungen des Verbändebündnis Wohnungsbau

  1. Ein „Basis-Standard Wohnen” soll den Neubau von mehr und günstigeren Wohnungen garantieren. Neubau nach dem Gebäude-Typ-E-Konzept muss auf rechtlich festen Füßen stehen.
  2. Im Fokus der Förderung von Bund und Ländern soll die Schaffung von Sozialwohnungen (Zielmarke: 100.000 Wohnungen pro Jahr) und der Neubau von bezahlbaren Wohnungen (Kaltmiete von 8,50 Euro bis 12,50 Euro/m²) stehen. Der Staat soll beim sozialen und bezahlbaren Wohnungsbau den aktuellen Klimaschutz-Standard (GEG) fördern.
  3. Wohnungsbau auf der Überholspur mit einer „Fast Lane” fürs Bauen von Wohnungen. Das Planen, Genehmigen und Bauen sollen mehr Tempo bekommen.
  4. Um einen aktuellen Status über die Aktivität des Wohnungsbaus zu bekommen, fordert das Branchen-Bündnis eine monatliche „Bundesstatistik der Baubeginne”. Nur wenn der Staat die Neubauaktivität genau kenne, sei er in der Lage, den Wohnungsbau mit politischen Instrumenten aktuell und damit flexibel zu steuern.

Organisatoren des Wohnungsbau-Tags

  • Deutscher Mieterbund (DMB)
  • Industriegewerkschaft Bauen-Agrar-Umwelt (IG BAU)
  • Zentralverband des Deutschen Baugewerbes (ZDB)
  • Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW)
  • Bundesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen (BFW)
  • Deutsche Gesellschaft für Mauerwerks- und Wohnungsbau (DGfM)
  • Koordination: Bundesverband Deutscher Baustoff-Fachhandel (BDB).

Die aktuelle Studie „Wohnungsbau in Deutschland: Bedarf und Erleichterung” steht zum kostenlosen Download unter impulse-fuer-den-wohnungsbau.de/studien bereit.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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