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Fraunhofer ISE: Energiezentrale im Quartier EnStadt:Pfaff eingeweiht

(19.05.2026) Das Forschungsprojekt EnStadt:Pfaff hat am 12. Mai 2026 die Energiezentrale des neuen Quartiers in Kaiserslautern eingeweiht. Das Fraunhofer-Institut für Solare Energiesysteme ISE hatte die Transformation der früheren Industriebrache seit Projektstart 2017 gemeinsam mit sieben Partnern begleitet. Wo zuvor das Unternehmen Pfaff 150 Jahre lang Nähmaschinen produziert hatte, sind heute vier sanierte Bestandsgebäude in Betrieb; die Neubebauung des Geländes hat begonnen.

Auf dem Dach der Energiezentrale befindet sich eine Kältemaschine, die mit Solarstrom vom Holzparkhaus Kälte für das Medizinische Versorgungszentrum MVZ erzeugt. (Bild: EnStadt:Pfaff) 

Energiezentrale als Wärme-Knotenpunkt

Die Energiezentrale verteilt Niedertemperatur-Wärme mit rund 65 °C Vorlauftemperatur, gespeist primär aus dem Rücklauf der städtischen Fernwärme. Zusätzlich fließt Abwärme von Kältemaschinen ins Wärmenetz. Auf dem Dach erzeugt eine solarbetriebene Kältemaschine Kälte für das benachbarte Medizinische Versorgungszentrum. Das Gebäude verfügt außerdem über ein Labor zur Erforschung des bidirektionalen Ladens von Elektrofahrzeugen. Seine Fassade ist mit farbigen Photovoltaikmodulen in MorphoColor-Technologie ausgestattet – einer am Fraunhofer ISE entwickelten Beschichtung für effiziente farbige PV-Module.

Am 12. Mai 2026 wurde die Energiezentrale mit der rotleuchtenden Fassade der Photovoltaik-Module in der Fassade im Pfaff-Quartier Kaiserslautern eingeweiht. (Bild: EnStadt:Pfaff) 

Solare Pflicht und Gründächer

Das 19 ha große Pfaff-Quartier mit Wohn-, Dienstleistungs- und Gewerbeflächen kann seinen Strombedarf nicht vollständig aus lokal erzeugten erneuerbaren Energien decken. Der Bebauungsplan schreibt deshalb die Installation von Solaranlagen auf Dächern sowie Gründächer vor, die unter anderem Überschwemmungen reduzieren. Die Solaranlagen decken knapp 40 % des jährlichen Strombedarfs des Quartiers.

Digitale Lösungen und Mobilität

Das am Projekt beteiligte Fraunhofer-Institut für Experimentelles Software Engineering IESE entwickelte Plattformlösungen und digitale Dienste für das Quartier, die klimafreundliches Verhalten und die Nutzung lokaler Mobilitätsangebote unterstützen.

Reallabor-Zentrum und Wissenstransfer

Auf dem Gelände entstand ein Reallabor-Zentrum, das Planern und Kommunen die Projektergebnisse zugänglich macht. Eine Ausstellung mit Augmented-Reality-Elementen sowie ein Besucherpfad mit Online-Audioguide ermöglichen die Erkundung der demonstrierten Technologien vor Ort.

EnStadt:Pfaff wurde vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie sowie dem Bundesministerium für Forschung, Technologie und Raumfahrt gefördert.

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