Europäische Zentralbank erhöht Leitzinsen
(11.06.2026) Die Europäischen Zentralbank (EZB) hat am 11. Juni 2026 die Erhöhung ihrer drei Leitzinsen um 25 Basispunkte bekannt gegeben. Dementsprechend werden die Zinssätze für die Einlagenfazilität, die Hauptrefinanzierungsgeschäfte und die marginale Kreditfazilität mit Wirkung vom 17. Juni 2026 auf 2,25 %, 2,40 % bzw. 2,65 % erhöht.
Der EZB-Rat in Frankfurt am Main reagiert somit auf den Inflationsschub in Folge des Iran-Kriegs und will mit dieser Entscheidung sicherzustellen, dass sich die Inflation mittelfristig auf den EZB-Zielwert von 2 % stabilisiert. Die Experten des Eurosystems erwarten im Basisszenario eine Gesamtinflation im Jahr 2026 von durchschnittlich 3,0 %, für das Jahr 2027 von 2,3 % und für 2028 von 2,0 %.
Erste Statements
Clemens Fuest, Präsident des ifo Instituts
„Da die Inflation im Euroraum über 3 % liegt und es wenig Hoffnung auf Entspannung im Iran-Konflikt gibt, ist eine Zinserhöhung jetzt der richtige Schritt. Die EZB folgt damit dem, was die Märkte schon eingepreist haben.”
Jörg Utecht, CEO der Interhyp Gruppe
„Für (Immobilien-)Kaufinteressierte bedeutet der heutige Zinsschritt der EZB kein Grund zur Unruhe, da die Kapitalmärkte die Erhöhung bereits in den vergangenen Wochen eingepreist haben. Angesichts der konjunkturellen Schwäche im Euroraum ist der Spielraum für weitere Leitzins-Erhöhungen zudem begrenzt. Bei den Bauzinsen sehen wir aktuell eine Plateaubildung um rund 4 % für zehnjährige Darlehen. Gleichzeitig gibt es für Kaufinteressierte durch kleinere Zins-Bewegungen immer wieder gute Einstiegsmöglichkeiten.”
Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW Berlin)
„Die EZB handelt richtig, wenn sie die Zinsen erhöht. Der starke Anstieg der Inflation infolge des Iran-Kriegs und der höheren Energiepreise zwingt sie zum Handeln. Auch wenn die EZB die Ursache dieses Preisschubs nicht bekämpfen kann, muss sie verhindern, dass die Inflationserwartungen von Unternehmen, Gewerkschaften und Finanzmärkten steigen. Es geht um das höchste Gut der EZB: ihre Glaubwürdigkeit.
Gleichzeitig ist diese Entscheidung mit erheblichen Risiken verbunden. Die Wirtschaft im Euroraum ist schwach, die deutsche Wirtschaft besonders verwundbar. Höhere Zinsen können Investitionen bremsen, Unternehmen zusätzlich belasten und das Rezessionsrisiko erhöhen. Die EZB befindet sich damit in einem echten Dilemma: Ihr Mandat verlangt Preisstabilität, die Konjunktur würde aber eher Entlastung brauchen.”
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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- Baugenehmigungen für Wohnungen im Januar 2026 (18.03.2026)
- DZ HYP-Studie: Immobilienmarkt Deutschland 2026 (05.03.2026)
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