Belle Harbour in Hamburg nutzt rückgebaute Aluminiumprofile aus Kunstinstallation
(18.06.2026) Mit dem Wohnprojekt „Belle Harbour” entstand in der Hamburger HafenCity ein Wohngebäude, das zirkuläres Bauen, soziale Aspekte und ressourcenschonende Materialnutzung miteinander verbindet. Entwickelt wurde das Projekt vom Berliner Büro Winking Froh Architekten. Der Wohnturm umfasst 17 Wohnungen, Gemeinschaftsflächen sowie eine Dachterrasse wurde für gemeinschaftliches Wohnen von Familien und sehbehinderten Menschen.
Charakteristisch für das Gebäude sind die klar gegliederte Fassade, vertikale Einschnitte für Balkone sowie eine markante Dachkrone mit Gemeinschaftsbereichen und Dachgarten.
Aluminiumprofile aus temporärer Kunstinstallation weiterverwendet
Ein besonderer Bestandteil des Projekts ist die Wiederverwendung von Aluminiumprofilen aus einer Kunstinstallation des Hamburger Architektursommers 2023. Das Künstlerkollektiv „umschichten” hatte auf den Magellan-Terrassen einen Pavillon aus Aluminium und Holz errichtet. Verwendet wurden dabei rund 500 Aluminiumprofile, die ursprünglich für Fenster vorgesehen waren.
Nach Ende des Festivals wurden die Profile sortenrein zurückgebaut, eingelagert, geprüft und neu beschichtet. Anschließend integrierte die Geerds Metallbau GmbH die Profile in den Produktionsprozess für die Fensterrahmen des Wohnprojekts. Karl Geerds erklärt: „Die Profile wurden wie Neumaterial verarbeitet. Weder in der Produktion noch bei der Montage haben wir Unterschiede gemerkt.” Die Qualitätsprüfung sowie ein Gutachten des Beschichters bestätigten laut Schüco die uneingeschränkte Verwendbarkeit der rückgebauten Profile.
Fokus auf Kreislaufwirtschaft und Rückbaubarkeit
Das Projekt orientiert sich an den Vorgaben des Umweltzeichens der HafenCity Hamburg. Bewertet werden dabei unter anderem Recyclingfähigkeit und Umweltwirkungen der eingesetzten Materialien. Dr. Stephanie Gamm, Gründerin und Projektleiterin von Belle Harbour: „Jedes Material wird bei uns im Lebenszyklus betrachtet – von der Herstellung bis zum möglichen Rückbau.”
Auch der sortenreine Rückbau spielte bereits bei der ursprünglichen Kunstinstallation eine zentrale Rolle. Künstler Lukasz Lendzinski beschreibt den Ansatz so: „Unsere Projekte, die sich mit Zirkularität beschäftigen, sind geprägt von einem behutsamen Umgang mit dem Material – aber immer unter der Prämisse, dass man sie auch wieder sortenrein dekonstruieren kann.”
Aluminiumfenster mit hoher Recyclingfähigkeit
Im Projekt kamen verschiedene Aluminium-Fenster- und Türsysteme von Schüco International KG zum Einsatz, darunter die Fenstersysteme AWS 90.SI+, AWS 75.SI+, AWS 70.HI sowie das Verbundfenstersystem AWS 120 CC.SI mit integriertem Sonnenschutzsystem CCB. Sämtliche genannten Systeme sind laut Hersteller Cradle-to-Cradle-Silber-zertifiziert. Zusätzlich wurden die Lüftungssysteme VentoAir und Vento Frame integriert. Jochen Strellmann, Leiter des Projektgeschäfts in Hamburg, betont die Bedeutung zirkulärer Materialströme: „Gebäude sind Rohstofflager.” Nach Angaben des Unternehmens lassen sich Aluminiumfenster durch moderne Trenn- und Sortierverfahren zu bis zu 98 % recyceln.
Bautafel
- Objekt: Belle Harbour
- Standort: HafenCity Hamburg
- Bauherr: Belle Harbour GbR
- Architekturbüro: Winking Froh Architekten
- Verarbeiter: Geerds Metallbau GmbH
siehe auch für zusätzliche Informationen:
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siehe zudem:
- vorgehängte hinterlüfteten Fassaden im Fassaden-Magazin bei Baulinks
- Literatur / Bücher über Fassaden bei Baubuch / Amazon.de



