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Keramikfassade der Deprag-Logistikhalle in Amberg greift Backsteinarchitektur auf

(17.09.2026) Die Fassade der neuen Deprag-Logistikhalle im oberpfälzischen Amberg besteht aus Tonality-Keramik von Leipfinger-Bader. Vertikale Elemente reichen von reliefierten Großformaten bis zu fein profilierten Baguettes. Sie geben dem Baukörper Tiefe und einen klaren Rhythmus. Verschiedene Rottöne greifen die Backsteinarchitektur der Umgebung auf. Die Keramik ist wartungsfrei und auf eine lange Nutzungsdauer ausgelegt.

Tonality-Keramik mit differenzierter Struktur und Farbtiefe prägt die neue Deprag-Logistikhalle in Amberg.
(Bild: heinl-foto.de)
 

Mehr Platz für wachsende Logistik

Der Erweiterungsbau entstand an der Schlachthausstraße, Ecke Gasfabrikstraße, direkt am historischen Werksgelände der seit 1931 in Amberg ansässigen Firma Deprag. In Sichtweite der Altstadt fügt sich der Neubau in das bestehende Stadtbild ein. Mit 1.100 m² zusätzlicher Logistikfläche entstehen 38.000 weitere Lagerplätze und 1.300 Palettenstellplätze. Die Deprag Schulz GmbH & Co. investierte rund 5 Mio. Euro in das Gebäude. Die zusätzlichen Kapazitäten sichern rund 400 bestehende Arbeitsplätze.

Neubau mit Bezug zum Bestand

In einem gewachsenen Werk- und Stadtumfeld kommt der Fassadengestaltung besondere Bedeutung zu. Die Gebäudehülle schützt nicht nur vor Witterung, sondern vermittelt auch Identität und verbindet Bestand und Neubau. Material, Farbe und Struktur können dabei den Charakter des Ortes aufnehmen. Bei Logistikhallen mit großen, weitgehend geschlossenen Flächen ist eine differenzierte Gestaltung besonders wichtig. Sie reduziert die monotone Wirkung der meist massiven Baukörper.

In Zusammenarbeit mit Evh_Architekten realisierte Tonality eine ausdrucksstarke Keramikfassade. Vertikale Linien, fein strukturierte Reliefs sowie das Zusammenspiel von Farbe und Tiefe prägen das Erscheinungsbild.
(Foto: heinl-foto.de)
 

Relief und Farbe gliedern die Fassade

Gemeinsam mit Tonality setzte das Amberger Architekturbüro Evh_Architekten GmbH seine Gestaltungsidee als vorgehängte hinterlüftete Keramikfassade um. Profilierte Keramikplatten treffen auf vertikal gesetzte Baguettes. Verschiedene Rottöne und die reliefierte Oberfläche schaffen ein lebendiges Licht- und Schattenspiel und verleihen den geschlossenen Fassadenflächen eine abwechslungsreiche Wirkung. Der höher gelegene und optisch abgesetzte Hallenbereich erhielt eine transparente Bekleidung aus Polycarbonatplatten. Das zurückhaltende Material fügt sich ein, ohne mit den historischen Gebäuden der Umgebung zu konkurrieren.

Vertikale Struktur mit plastischer Wirkung

Die vertikal montierten Keramikplatten messen 443 x 38 mm und bedecken rund 770 m². Ihre hellrote Oberfläche zeigt regelmäßig aufeinanderfolgende Erhebungen und Vertiefungen. Die Erhebungen sind 60 mm breit, während die Senkungen 1 mm kürzer ausfallen.

Zusätzliche Akzente setzen 60 x 60 mm große Baguettes in verschiedenen Farbtönen. Sie ragen jeweils 22 mm vor den Keramikplatten heraus und verstärken damit die plastische Wirkung. In wechselnden Abständen unterbrechen sie die Fläche und sorgen für eine vertikale Gliederung. Insgesamt fertigte Tonality rund 790 laufende Meter Baguettes.

Die Planungsunterlagen zeigen den gezielten Aufbau der Reliefstruktur. Die Baguettes treten dabei einige Millimeter aus der Fassadenebene hervor. (Grafik: Leipfinger-Bader GmbH) 

Keramik für hohe Belastungen

Die keramische Gebäudehülle ist laut Hersteller auf eine Lebensdauer von weit über 100 Jahren ausgelegt und sei wartungsfrei. Grundlage dafür sind die Materialzusammensetzung und ein spezielles Herstellungsverfahren. Beim Vakuum-Extrudieren werden die Keramikelemente unter hohem Druck geformt. Fein aufbereiteter Ton und Schamotte sollen dabei für eine hohe Festigkeit sorgen. Anschließend werden die Elemente getrocknet und glasiert. Spezielle Rollentrockner gewährleisten eine gleichmäßige Trocknung. Für die Oberfläche kommen traditionelle und digital gesteuerte Glasurverfahren zum Einsatz. Beim Brennen mit Temperaturen von bis zu 1.200 °C verdichtet sich das Material weiter, bis die Rohstoffe miteinander versintern.

Dadurch entsteht unter anderem ein werkseitig integrierter Graffitischutz. Auch die Farbbeständigkeit bleibe dauerhaft erhalten, selbst bei starken Umwelteinflüssen durch Verkehr oder benachbarte Betriebe. Die widerstandsfähige Oberfläche halte zudem mechanischen Belastungen durch Gabelstapler und Anlieferverkehr stand. Sollte dennoch ein Element beschädigt werden, lässt es sich dank des Einhängesystems einzeln ausbauen und austauschen. Reparaturen sollen somit an jeder Stelle der Fassade möglich sein.

Bautafel:

  • Bauvorhaben: Neubau einer Logistikhalle, Amberg
  • Bauherr: Deprag Schulz GmbH & Co. KG, Amberg
  • Architektur: Evh_Architekten GmbH, Amberg
  • Fassadenbau: Thiel Fassadenbau GmbH, Feucht 
  • Fassadenkeramik: Leipfinger-Bader, Vatersdorf (Tonality)
  • Bauzeit Fassade: 05/2024 bis 02/2025 (Restarbeiten bis 04/2025)

Weitere Informationen können per E-Mail an Leipfinger-Bader angefordert werden.

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