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Erstes 3D-gedrucktes Haus Deutschlands bringt neue Herausforderungen für die Planungssoftware

(20.11.2020) In Beckum entsteht Deutschlands erstes Einfamilienhaus aus dem 3D-Drucker. Realisiert wird das Projekt von der Bauherrengemeinschaft Hous3Druck unter Beteiligung von Waldemar Korte. Sein Büro, Mense-Korte ingenieure+architekten, hat das Haus mit der BIM-Software Allplan geplant.

Foto © PERI GmbH 

Wie bei anderen gedruckten Objekten folgt man auch in Beckum dem Prinzip des contour craftings, bei dem Bauteile - oder eben ein ganzes Haus - Schicht für Schicht automatisch aufgetragen werden. Um die Ausführung kümmert sich die Firma PERI. Die Experten für Schalungs- und Gerüstsysteme produzieren mit ihrem riesigen Portalroboter in fünf Minuten ungefähr einen Quadratmeter Wandfläche. Das Material, das die besonderen Anforderungen erfüllt, kommt von HeidelbergCement. Gutachterlich begleitet wird das Projekt von der TU München und dem Ingenieurbüro Schiessl Gehlen Sodeikat - siehe auch Beitrag „PERI druckt im Herbst 2020 Deutschlands erstes Einfamilienhaus aus Beton“ vom 16.10.2020.

Mehr Freiraum für Architekten


Foto © HeidelbergCement
  

Aus dem Verfahren ergeben sich neue gestalterische Möglichkeiten, etwa für komplexere Formen, und dadurch mehr Freiraum für den Architekten in Planung und Gestaltung. Die technische Grundlage für die Planung solcher Frei­form-Geometrien liefert der in Allplan integrierte Parasolid Modellierkern.

Einen weiteren Vorteil sieht Waldemar Korte im integrativen Charakter der Planung: „Die interdisziplinäre Planung durch Architekten und Ingenieure in Verbindung mit der maschinellen Herstellung birgt große Effizienzpotenziale bei der Planung und Umsetzung von Gebäuden und Gebäudestrukturen.“

In der Ausführung bietet sich zudem die Möglichkeit, Nebengewerke, die bei konventionellen Bauweise erst nach der Rohbauphase hinzukämen, bereits während des Druckprozesses zu implementieren.

Foto © PERI GmbH 

Herausforderung: Aufbereitung der 3D-Modelldaten

Eine Herausforderung besteht momentan noch in der Aufbereitung der 3D-Modell­da­ten. Zwar konnte das zweigeschossige Einfamilienhaus mit einer Nutzfläche von etwa 160 m² problemlos in Allplan modelliert werden. Doch gingen die Modelldaten anschließend durch mehrere Software-Hände, ehe der Drucker alle für die automatisierte Fertigung notwendigen Informationen hatte. Deshalb arbeiten Mense-Korte und PERI derzeit mit Allplan an einer verbesserten Schnittstelle zwischen CAD und Drucker. Die könnte im weiteren Verlauf für einige Erleichterung sorgen, denn die 3D-gedruckte -Haus soll nur das erste von einer ganzen Siedlung sein. Das Pilothaus indes wird nach seiner Fertigstellung vorerst 1,5 Jahre als Musterhaus fungieren, bis es schließlich ebenfalls bewohnt wird.

Weitere Informationen zum Hausdruck mit Allplan-Unterstützung können per E-Mail an Allplan angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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