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Pumpen sorgen für Ebbe im Portemonnaie

(13.7.2006) Landesweit sind - nach aktuellen Schätzungen der Energieagentur NRW - rund 2,5 Millionen Umwälzpumpen in Heizungsanlagen von Ein- und Zweifamilienhäusern überdimensioniert. "Pumpen sind geradezu Energievernichter. In der Regel macht ihr Betrieb zwischen 10 und 15 Prozent des gesamten Energieverbrauchs im Haushalt aus. Gleichzeitig ist das Einsparpotenzial mit bis zu 80 Prozent besonders groß", erläutert Prof. Dr. Norbert Hüttenhölscher, Leiter der Energieagentur NRW.

Pumpen sind tückisch. Weil sie zumeist verborgen im Keller arbeiten, fallen ihre langen Laufzeiten nur selten auf. "Betroffen von diesem Problem sind rund 90 Prozent der Ein- und Zweifamilienhäuser in Nordrhein-Westfalen", so Hüttenhölscher. Eine richtig dimensionierte Pumpe reduziert den Stromverbrauch im Schnitt um über 410 kWh pro Jahr. Das ergäbe landesweit eine Einsparmöglichkeit von deutlich über 1 Milliarde kWh/a. Prof. Hüttenhölscher: "Damit würden die privaten Haushalte im Land um jährlich über 184 Millionen Euro entlastet werden."

Die Anschaffung einer stufenlos Differenzdruck geregelten elektronischen Pumpe kostet zwischen 350 und 400 Euro. Gleichzeitig lassen sich so die Stromkosten in einem Einfamilienhaus um 50 Euro im Jahr reduzieren. Diese modernen Pumpen verringern u.a. während der Nachtabsenkung automatisch die Drehzahl und schalten auf Regelbetrieb zurück, sobald die Vorlauftemperatur wieder steigt. In der Regel haben sie eine Lebensdauer von ca. 20 Jahren. "Hinter der Modernisierung der Umwälzpumpe verbirgt sich aber nicht nur ein wirtschaftliches Plus für die Haushalte. Hier verbirgt sich auch ein Auftragspotenzial mit einem Volumen von rund 950 Millionen Euro für das Handwerk und die Industrie", rechnet Prof. Hüttenhölscher vor.

Der gesetzliche Rahmen - durch die Energieeinsparverordnung definiert - schreibt erst ab einer Kesselleistung von 25 kW den Einsatz einer geregelten Pumpe vor. Allerdings lohnt sich auch in einem Einfamilienhaus mit niedrigerer Kesselleistung der Einsatz moderner Pumpen. Grundsätzlich gilt aber: Die Pumpenleistung sollte 1,5 W je kW Kesselleistung nicht überschreiten, um wirtschaftlich zu arbeiten.

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