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Wohnkostenbelastung sinkt trotz zunehmendem Flächenverbrauch

(1.8.2021) Für die große Mehrheit der Mieter in Deutschland ist Wohnen bezahlbar. Zuletzt ging die Wohnkostenbelastung sogar leicht zurück, obwohl Mieter im Schnitt auf einer immer größeren Fläche wohnen - das geht aus dem „Vierten Bericht der Bundesregierung über die Wohnungs- und Immobilienwirtschaft in Deutschland“ hervor.

Wohnbelastungsquote

Dem Bericht zufolge gaben Haushalte 2019 im Durchschnitt rund 28% ihres Einkommens für Wohnkosten aus - einschließlich der Nebenkosten sowie Strom. Dies war ein Prozentpunkt weniger als zu Beginn des Betrachtungszeitraums 2017. Die sogenannte Wohnbelastungsquote liegt damit im Bundesdurchschnitt weit unterhalb des oft zitierten Grenzwertes von 40%. Gleichzeitig stieg zwischen 2014 und 2018 die mittlere Wohnungsfläche pro Kopf von 44,6 auf 45,1 m² an.

Als finanziell durch Wohnkosten überlastet galten 2019 laut Statistischem Bundesamt 14% aller Haushalte. Und nur 1,4% der Haushalte hatten 2019 (vor der Corona-Pan­demie) einen Rückstand bei Hypotheken oder Mietzahlungen.

Laut diesjährigem Gutachten des Sachverständigenrats für Verbraucherfragen ist die Wohnkostenquote auch in langfristiger Betrachtung nur in geringem Maße angestiegen. Besonders belastet sind Mieter mit einem Haushalteinkommen von weniger als 1.000 Euro netto im Monat:

Entwicklung der Wohnkostenbelastungsquote von Mieterhaushalten nach Einkommensgruppe 1995 bis 2018

Die Analyse des IVD-Research zeigt auch, dass die Mietpreisentwicklung nicht von der wirtschaftlichen Entwicklung losgelöst ist. Die nettokalten Neuvertragsmieten sind in Deutschland zwischen 2012 und 2018 um 22,6%, die Bestandsmieten um 8,4% gestiegen. Im gleichen Zeitraum nahm das mittlere Haushaltseinkommen um 19,3% zu.

IVD-Präsident Jürgen Michael Schick sieht in den Daten einen klaren Handlungsauftrag an die Politik: „Die Analyse zeigt: Für die große Mehrheit der Mieter ist Wohnen bezahlbar. Obwohl die Menschen heute im Schnitt in größeren Wohnungen leben als früher, gibt es keinen Anstieg bei der Belastung der Haushalte. Die Gruppen, die bei Wohnkosten überbelastet sind, lassen sich recht genau eingrenzen. Einkommensschwache Familien, Alleinerziehende und Senioren in Großstädten sollte der Staat schnell und gezielt unterstützen, beispielsweise durch weitere Anpassungen des Wohngelds oder die Ausschreibung von Belegungsrechten für diese Personengruppe. Zudem ist gerade in den Metropolregionen weiterhin der Bau neuer Wohnungen dringend notwendig, um den Markt zu entlasten. Weitere staatliche Eingriffe sind dagegen nicht die Lösung und werden auch nicht dem Willen der Mieter gerecht. Laut Sachverständigenrat für Verbraucherfragen finden 86 Prozent der Bürger ihre Wohnkosten angemessen.“

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