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Raum als Kunstform – Raphaels Refugium in Graz

(19.3.2026) Im Grazer Stadtzentrum wurde eine Wohnung mit offenem Raumkonzept realisiert, bei der die Fassadenlösung eine zentrale Rolle spielt. Das „Raphaels Refugium” befindet sich in einem aufgestockten Altbau im UNESCO-Welterbe und nutzt großformatige Öffnungen, um Innen- und Außenraum miteinander zu verbinden. Grundlage ist das Gestaltungskonzept des Architekturbüros LOVE Architecture.

Die 224 m² große Einheit liegt im obersten Geschoss des Gebäudes, das 2018 in Holzbauweise erweitert wurde. Die ehemalige Büronutzung wurde mit minimalen baulichen Eingriffen in eine Wohnung umgewandelt. „Wir haben nur den Boden ausgetauscht und die Wände frisch gestrichen”, erläutert Mark Jenewein, Partner bei LOVE Architecture. Bestehende Elemente wie die Galerie, die freistehende Treppe sowie die große Glasfront mit Nordausrichtung blieben erhalten. „Es gibt keine festen Einbauten, alles wurde bewusst offen gestaltet. Der Raum wird allein durch freistehende Designobjekte in unterschiedliche Nutzungszonen gegliedert.”

Aus den Gegebenheiten des Bestands entwickelte LOVE Architecture ein offenes Raumkonzept, das den ursprünglichen Loftcharakter bewahrt. (Bild: Stefan Leitner) 

Fassade als zentrales Gestaltungselement

Im Fokus des Projekts steht die Weiterentwicklung der bestehenden Pfosten-Riegel-Fassade. Diese wurde unter Berücksichtigung der statischen Anforderungen angepasst und mit zwei großformatigen Glas-Faltwänden ausgestattet. Ziel war es, die Fassade möglichst weit zu öffnen und so den Übergang zwischen Innen- und Außenraum flexibel zu gestalten. „Unser Ziel war es, das Loft so grenzenlos und offen wie möglich zu gestalten”, erklärt Jenewein. „An warmen Tagen sollte ein einziger, durchgehender Raum entstehen, an kühleren galt es, die Sichtbeziehungen optimal zu erhalten.”

Zum Einsatz kamen Glas-Faltwände, deren Elemente sich vollständig zur Seite falten lassen. Im geöffneten Zustand entsteht eine nahezu durchgehende Öffnung über die gesamte Fassadenbreite. Im geschlossenen Zustand bleibt die Transparenz erhalten und sorgt für eine starke visuelle Verbindung nach außen.

Das Glas-Faltwand-System Megaline ermöglicht außergewöhnlich breite oder hohe Flügelelemente für maximale Öffnungen. (Bild: Stefan Leitner) 

Technische Umsetzung der Glas-Faltwand

Für das Projekt wurde das System „Megaline” von Solarlux gewählt. Es ermöglicht Elementbreiten bis zu 1,5 m und Höhen bis 4,5 m. Im konkreten Fall wurden Elemente mit Breiten von bis zu 1,30 m eingesetzt. Trotz der großen Abmessungen bleibt die Konstruktion filigran: Die Ansichtsbreite im Flügelstoß beträgt 132,5 mm. Die Elemente lassen sich zu einem schmalen Paket zusammenfalten und werden platzsparend auf dem Balkon geparkt. Als Bodenschiene kam eine barrierearme Ausführung mit 14 mm Anschlag und zusätzlichem Trittschutz aus Aluminium zum Einsatz.

Ein durchgehender Mikrozementboden über Innen- und Außenflächen hinweg unterstützt die Wirkung eines zusammenhängenden Raums. In Kombination mit der großflächig öffenbaren Fassade entsteht so ein fließender Übergang zwischen Wohnraum und Terrasse.

Geöffnete Glas-Faltwände und ein durchgehender Bodenbelag verbinden Innen und Außen zu einem Raum.
(Bild: Stefan Leitner)
 

Funktionale und gestalterische Wirkung

Die Fassadenlösung ermöglicht sowohl eine maximale Öffnung als auch eine hohe Transparenz im geschlossenen Zustand. Dadurch lassen sich Belichtung, Belüftung und Raumwirkung flexibel steuern. Gleichzeitig bleibt die Sichtbeziehung zwischen Innenraum und Umgebung jederzeit erhalten.

Die Kombination aus Pfosten-Riegel-Konstruktion und Glas-Faltwänden prägt das Erscheinungsbild des Projekts und übernimmt eine zentrale Funktion für das Raumkonzept. Die Fassade wird damit nicht nur als Gebäudehülle verstanden, sondern als aktives Gestaltungselement für die Nutzung und Wahrnehmung des Raums.

Kontakt

Weitere Informationen können per  E-Mail an Solarlux angefordert werden.

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