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TUD-Studie: Kennen Bauunternehmen in Deutschland ihren CO₂-Fußabdruck?

(19.10.2026) Nur wenige Firmen in Deutschland wissen wie viel CO₂ sie tatsächlich ausstoßen. Zu diesem Ergebnis kommen Forscher der Professur für Betriebswirtschaftslehre, insb. Management Accounting and Control an der Technischen Universität Dresden (TUD) in einer repräsentativen Studie.

Foto: Baulinks.de, Alfons Oebbeke 

In den Preisen für z.B. Diesel, Strom, Zement, Lkw-Maut und Entsorgung steckt heute ein CO₂-Aufschlag. Bauunternehmen zahlen darüber für ihre CO₂-Emissionen. Lediglich 5 % der Unternehmen in Deutschland wissen jedoch, wie hoch ihr CO₂-Ausstoß ist.

Für die Studie wurden im Winter 2025/2026 bundesweit 601 Bauunternehmen befragt. Aus Sicht der Wissenschaftler vergeben die Unternehmen Einsparpotential, denn wer seine Emissionen systematisch erfasst, kann sie gezielt reduzieren und damit seine Kosten senken.

Aus Sachsen haben 64 Unternehmen an der Studie teilgenommen. Kaum ein Betrieb kennt hier seinen CO₂-Fußabdruck, aber 20 % rechnet Kosten für CO₂-Emissionen oder Umweltkosten bereits in seine Projekte ein. Bundesweit sind es 22 % der Unternehmen, GU und KMU mit gleichem Anteil.

Bauwirtschaft im Branchenvergleich

Branchenübergreifend kennen in Deutschland rund 16 % der Unternehmen ihren CO₂-Fußabdruck, in der Baubranche sind es 5 %. Bei Bauunternehmen mit 10 bis 49 Beschäftigten kennen lediglich 3 % ihren CO₂-Fußabdruck. Studienleiter Dr. Philipp Richter: „Kleinere Bauunternehmen rechnen CO₂ genauso oft in ihre Angebote ein wie große. Ihren eigenen Ausstoß kennen sie kaum, obwohl die Daten in jeder Buchhaltung liegen. Es fehlt nur die Entscheidung, hinzuschauen.”

EU-Omnibus-Richtline

Eine Pflicht, über die eigenen Emissionen zu berichten, trifft gemäß EU-Omnibus-Richtlinie nur noch sehr große Unternehmen. Große Auftraggeber fragen Emissionsdaten allerdings auch bei Nachunternehmern ab, öffentliche Vergabestellen bewerten Emissionen mit einem CO₂-Preis und Banken beziehen Klimarisiken in die Kreditprüfung ein. So trifft das Thema auch den Mittelstand. Ab 2028 verlangt zudem das Gebäudemodernisierungsgesetz für größere Neubauten eine CO₂-Bilanz über den gesamten Lebenszyklus.

Studienbericht

Für die Studie wurden 601 Bauunternehmen aus allen 16 deutschen Bundesländern befragt. Die Stichprobe ist repräsentativ und entspricht in Größe, Umsatz und Eigentümerstruktur der deutschen Bauwirtschaft. Die meisten der befragten Betriebe sind klein, 89 % sind in Familien- oder Gründerhand.

Der Studienbericht „CO₂-Management in der deutschen Bauwirtschaft. Benchmark und Wegweiser für den Mittelstand” steht über das Forschungsrepositorium Zenodo zur Einsicht zur Verfügung. 

Autoren: Dr. Philipp Richter und Patrick Leister
Technische Universität Dresden, Professur für Betriebswirtschaftslehre, insbesondere Management Accounting & Control

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