Rupp Gebäudedruck fertigt Modulhaus mit mobilem Drucksystem und Normbeton
(02.11.2026) Rupp Gebäudedruck hat in Weißenhorn ein 23 m² großes Modulhaus mit einem neuen mobilen 7-Achs-Drucksystem hergestellt. Für das Modell „Pluto” der Architekturserie Ready4Space kamen eine gemeinsam von Avenco Robots und KUKA entwickelte Drucklösung, Misch- und Pumptechnik von M-Tec sowie ein 3D-Recycling-Druckbeton von Quick-Mix zum Einsatz. Das Gebäude soll künftig Teil eines Modulhaus-Parks in der Region Weißenhorn werden.
Mobiles 7-Achs-System statt festem Druckportal
Für die Fertigung des Wohnmoduls setzte Rupp Gebäudedruck erstmals das mobile 7-Achs-Drucksystem von Avenco ein, das in Partnerschaft mit KUKA entwickelt wurde. Anders als fest installierte Portalsysteme ist die Roboterplattform flexibel positionierbar und für den Einsatz auf Baustellen sowie in der Modulproduktion konzipiert.
Planung und Druckausführung übernahm Rupp Gebäudedruck. Avenco und KUKA stellten die Drucktechnologie bereit, M-Tec Mathis Technik die Misch- und Pumptechnik. Der verwendete Druckbeton stammt von Quick-Mix, einer Marke von Sievert. Der weitere Ausbau des Moduls erfolgt durch die Rupp Gruppe. Michael Oßwald, Geschäftsführer der Rupp Gebäudedruck GmbH: „Unser Ziel ist es, den Gebäudedruck aus der Nische in die breite Anwendung zu bringen. Dafür brauchen wir Lösungen, die wirtschaftlich, flexibel und praxistauglich sind. Genau das zeigt dieses Projekt.”
3D-Recycling-Druckbeton als Normbeton
Eine Besonderheit des Projekts ist das eingesetzte Material. Statt einer speziell für den Gebäudedruck entwickelten Sonderrezeptur verwendeten die Projektpartner einen 3D-Recycling-Druckbeton von Quick-Mix, der laut Presseinformation als Normbeton eine normgerechte Bauweise ermöglicht. Das Material wird über die Misch- und Pumptechnik von M-Tec zum Drucksystem transportiert und dort schichtweise verarbeitet.
„Der Einsatz von Normbeton eröffnet neue Möglichkeiten für den 3D-Gebäudedruck”, sagt Michael Oßwald. „Die Technologie wird dadurch wirtschaftlicher und leichter verfügbar. Das ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu einer breiteren Marktdurchdringung.”
Geschwungene Bauteilgeometrien aus dem 3D-Drucker
Die additive Fertigung ermöglicht auch Wandgeometrien, die von geraden Verläufen abweichen. Beim Modul „Pluto” wurden die Außenwände vollständig im 3D-Druckverfahren hergestellt. Die einzelnen Materiallagen bleiben dabei an der Oberfläche sichtbar und bilden die charakteristische Fassadenstruktur. Das Detailfoto der Wand zeigt zudem die Konstruktion im Bereich der Wandzwischenräume und die schichtweise aufgebaute Struktur der gedruckten Bauteile.
23 m² Wohnfläche mit Satteldach
„Pluto” gehört zur Architekturserie Ready4Space von Rupp Gebäudedruck und zählt zu deren kompakteren Modellen. Das Wohnmodul bietet 23 m² Wohnfläche und erhält ein Satteldach. Die Modulgebäude der Serie sind laut Hersteller unter anderem als Gäste- oder Ferienhaus, Homeoffice, Wohnraumerweiterung sowie für touristische Nutzungskonzepte vorgesehen. Nach dem Druck der Außenwände übernimmt die Rupp Gruppe den weiteren Ausbau des Moduls. Das Pilotprojekt soll zugleich als Referenz für eine künftig skalierbare Fertigung von Wohn- und Modulgebäuden dienen.
Weitere Informationen können per angefordert werden.
siehe auch für zusätzliche Informationen:
ausgewählte weitere Meldungen:
- Europas größtes Mehrfamilienhaus aus dem 3D-Drucker fertiggestellt (10.04.2026)
- Thermische Energiespeicher im 3D-Druck: Forschungsprojekt gestartet (23.03.2026)
- 3D-Betondruck eines Kellers mit mobilem 3D-Großraumdrucker realisiert (19.01.2026)
- Dreihaus: 3D-Gebäudedruck geht in Serie (18.11.2025)
- PERI 3D: Erstes 3D-gedrucktes Wohngebäude Frankreichs entsteht in Bezannes (26.05.2025)
siehe zudem:
- Betontechnologie und Betonbau im Rohbau-Magazin bei Baulinks.de
- Literatur / Bücher über Betonbau bei BauBuch



