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Gimbse Foto: iOS-App speziell für Architektur-Fotos

(28.7.2018) Auf dem Markt gibt es jede Menge Apps zur nachträglichen Korrektur und Bearbeitung von Fotos. Mit Gimbse  Foto bietet nun ein deutscher Entwickler eine iOS-App an, welche dank einer aktiven Live-Perspektivkorrektur direkt „gerade“ Bilder selbst aus ungünstigen Blickwinkeln knipst und dabei u.a. stürzende Linien vermeidet:

Screenshot von Gimbse Foto während der Aufnahme 


  

Gimbse setzt sich aus den Wörtern „Gimbal“, einer kardanischen Aufhängung zum Ausbalancieren von Kameras, und „Glimpse“ (Englisch für Blick) zusammen. Damit deutet der Name der App bereits an, welche Technologien hier zum Einsatz kommen. Der Entwickler, Christian Kappertz, hat in der Anwendung mehrere Komponenten zusammengeführt:

  • Für die Ausrichtung des Motivs wird die Simulation eines dreiachsigen Gimbals mit adaptiven Tilt- und Shift-Funktionen kombiniert.
  • Die Live-Perspektivkorrektur wird als Augmented Reality in Form eines Rahmens direkt im Bild der Kamera visualisiert.

Alle Arten der perspektivischen Anpassung erfolgen in Echtzeit, wodurch keine Nachbearbeitung mehr erforderlich ist.

von Gimbse Foto live korrigierte Aufnahme im Architekturmodus - direkt nach der Aufnahme ohne Nachbearbeitung 

Gimbse Foto kennt derzeit vier Modi für die perspektivische Anpassung von Fotos:

  1. Im Horizontmodus wird das Foto automatisch gedreht, so dass der Horizont stets waagerecht erscheint. Vergleichbar ist dies mit der Wasserwaagen-Funktion, die in vielen Kameras verfügbar ist.
  2. Ganz speziell ist der Architekturmodus. Hier wird ein Foto waagerecht ausgerichtet und perspektivisch so korrigiert, dass senkrechte Linien des Motivs auch im Bild senkrecht erscheinen. Stürzende Linien werden also vermieden. Dies war bisher nur durch manuelle Nachbearbeitung in entsprechender Software möglich.
  3. Im Galeriemodus erfolgt dieselbe Korrektur wie im Architekturmodus, jedoch kann das Foto zusätzlich um die Hochachse gedreht werden. Auf diese Weise ist es möglich, Bilder „von vorne“ zu fotografieren, obwohl der Nutzer seitlich zum Motiv steht.
  4. Der Staffeleimodus arbeitet wie der Galeriemodus, ermöglicht aber zusätzlich die Nutzung eines schiefen Bezugssystems - wie beispielsweise ein Gemälde auf einer Staffelei. Dank dieser Funktion können Nutzer das Motiv aus jedem Winkel wie „von vorne“ fotografieren.

In jedem Modus wechselt die Ausrichtung selbständig, wenn mit dem Smartphone ein bestimmter Grenzwinkel überschritten wird. Dies ist praktisch, wenn beispielsweise ein Buch oder Dokument fotografiert werden soll, das auf dem Tisch liegt. Oftmals ist hierbei ein schräger Blickwinkel erforderlich, um Spiegelungen oder Schatten zu vermeiden. Die App Gimbse Foto richtet das Motiv automatisch so aus, als würde es genau von oben aufgenommen.

Aufnahme ohne den Eingriff von Gimbse Foto 

Die Kernkomponente von Gimbse Foto ist zweifelsohne die automatische Echtzeit-Per­spek­tiv­korrektur, welche in dieser Form weltweit einzigartig sein sollte.

Beim kurzen Selbstversuch sind dann aber doch zwei unschöne Details aufgefallen:

  • Die Menüpunkte unten bzw. rechts sind so dunkel, dass sie bei hellen Licht nur schwer zu erkennen sind. Wenn man die App täglich nutzt, wird das kein Problem sein, aber bei gelegentlicher Nutzung kommt man ins Rätseln.
  • Das Screenformat von iPhone X wird (noch?) nicht ausgenutzt.

Erhältlich ist die App zum Preis von 4,49 Euro (Stand 7/2018) im App Store von Apple - auch via passendem QR-Code rechts. (So können Sie die App mit Hilfe eines QR-Code-Scanners - wie Qrafter oder QR Code Scanner von iHandy - auch dann schnell auf Ihrem mobilen Gerät installieren, wenn es nicht an konkret diesem Computer angemeldet ist!)

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