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ZDB-Präsident Loewenstein: IG BAU macht Umsätze zu Gewinnen

(11.3.2007) "Trotz eines insgesamt positiv zu bewertenden Baujahres 2006 können unsere Unternehmen derzeit keine dauerhaft höheren Lohnkosten vertragen. Die IG BAU scheint Umsätze mit Gewinnen zu verwechseln, indem sie 5,5% Lohnerhöhung angesichts 9% Umsatzsteigerung als moderat darstellen will," vermutet der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Baugewerbes, Dr.-Ing. Hans-Hartwig Loewenstein kurz vor der dritten Runde der Tarifverhandlungen für die rund 700.000 Beschäftigten des Bauhauptgewerbes.

Der Zuwachs des baugewerblichen Umsatzes in 2006 um nominal 9,2% auf rund 81,2 Mrd. Euro sorgte in erster Linie für eine Stabilisierung der Beschäftigung im Bauhauptgewerbe, was ein wesentliches Ziel der Tarifpolitik der IG BAU in der vergangenen Tarifrunde war. "Auch die IG BAU wird zur Kenntnis nehmen müssen, dass die Umsatzgröße lediglich eine Angabe zum Geschäftsvolumen ist. Aufgrund der Höhe des Umsatzes kann nicht auf den Erfolg (Gewinn) oder Misserfolg (Verlust) eines Geschäftes geschlossen werden. Erst in der Gegenüberstellung mit den Kosten des Geschäftes ergibt sich das Ergebnis der wirtschaftlichen Tätigkeit. Insofern ist es wirtschaftlicher Unsinn, allein aus einem Zuwachs des Umsatzes einen Spielraum für Lohnerhöhungen abzuleiten. Dieses werden auch die interessierte Öffentlichkeit und die betroffenen Mitarbeiter so sehen." so Loewenstein.

Derzeit ist darüber hinaus nicht abzusehen, in welche Richtung sich das Baujahr 2007 bewegen wird. Denn die im 2. Halbjahr 2005 belebte Baunachfrage ging im Sommer 2006 wieder zurück. Die Zunahme neuer Aufträge in 2006 um 2,2 Mrd. Euro auf 45,8 Mrd. Euro resultierte zu 80% aus der Nachfrage während des 1. Halbjahres. Viele Aufträge aus dem zweiten Halbjahr wurden - auch aufgrund der günstigen Witterung im Winter - bereits abgearbeitet, denn im 4. Quartal 2006 lag der Auftragsbestand um real 3,9 % unter dem Wert des Vorjahres.

Geschäftslage und -erwartungen im Bauhauptgewerbe (Februar 2007; Salden, saisonbereinigt)

(Quelle: ifo Konjunkturtest. 23/02/2007, siehe Beitrag vom 25.2.2007)

Endgültige Zahlen zu den betrieblichen Ergebnissen 2006 werden vermutlich erst Mitte des Jahres vorliegen, ein auskömmliches Preisniveaus sei derzeit aber keineswegs in Sicht. So weist die monatliche Konjunkturumfrage des ifo-Instituts eine Verschlechterung der Kosten-Preis-Situation im Bauhauptgewerbe während der letzten Monate aus - und zwar einschließlich der ersten beiden Monate des Jahres 2007. Gegenüber dem Spätsommer 2006 nahmen zudem die Meldungen über kostendeckende Preise um 6 Prozentpunkte auf 57% ab, die Zahl der Meldungen über nicht kostendeckende Preise erhöhte sich um 7 Prozentpunkte auf 36%, und die Meldungen hinsichtlich eines Überschusses verringerten sich um einen Prozentpunkt auf 7%. Damit hätten sich die positiven Veränderungen zum Sommer 2006 nicht bis zum Jahreswechsel 2006/2007 fortgesetzt.

"Alles in allem haben wir es noch mit einer labilen Baukonjunktur zu tun. Ein hoher Lohnabschluss wird aus derzeitiger Sicht den Beschäftigtenabbau weiter fortsetzen. Denn viele Betriebe werden einem erhöhten Kostendruck nicht standhalten. Ich kann daher nur an unseren Tarifpartner IG BAU appellieren, Augenmaß walten zu lassen und von ihren überzogenen Forderungen nach dauerhaften Tariferhöhungen Abstand zu nehmen. Wir brauchen stattdessen auch in der Lohngestaltung mehr Flexibilität für unsere Betriebe." erklärte Loewenstein abschließend.

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