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Reihenhaus-Neubau am günstigsten

(12.7.2010) In den zurückliegenden Jahren gab es in Deutschland keine Überhitzung des Immobilienmarktes wie in anderen europäischen Ländern, allen voran Spanien und Großbritannien. Auch das Image des Baukosten-Weltmeisters ist längst abgelegt. Wie die Zahlen des Statistischen Bundesamtes belegen, realisierten Bauherren ihre eigenen vier Wände im Jahr 2008(!) immer noch kostengünstiger als Mitte der 90er Jahre. Nach Angaben von LBS Research ist der Kostenvorsprung bei Doppel- und Reihenhäusern in den neuen Bundesländern am größten. Quadratmeterpreise unter 1.000 Euro seien hier relativ leicht realisierbar.

im Osten mehr frei stehenden Einfamilienhäuser

In Ostdeutschland lagen nach Angaben der Experten die Baukosten für Doppelhäuser zuletzt knapp unter der 1.000-Euro-Marke, Reihenhäuser seien jedoch im Schnitt schon für einen Quadratmeterpreis von knapp 900 Euro veranschlagt worden. Allerdings scheint bei der Entscheidung zwischen frei stehendem Objekt oder eigenen vier Wände in der Reihe nicht allein der Preis ausschlaggebend zu sein, so LBS Research. Denn im gleichen Zeitraum ging der Anteil der Doppel- bzw. Reihenhäuser von 31 Prozent auf 13 Prozent zurück. Der Anteil der frei stehenden Einfamilienhäuser stieg gleichzeitig von rund 69 Prozent im Jahr 1995 auf rund 87 Prozent im Jahr 2008 an, obwohl die durchschnittlichen Quadratmeterpreise in diesem Segment aktuell um ein Viertel höher sind als in der Reihe.

im Westen Baukosten für Einzelhäuser wie im letzten Jahrzehnt

Anders ist das Bild in den alten Bundesländern. Dort lag 2008 der Anteil der besonders bevorzugten Bauform - dem frei stehenden Haus - annähernd stabil bei rund 67 Prozent (1995: rund 65 Prozent). Demgegenüber setzten gut 18 Prozent im ehemaligen Bundesgebiet auf das Doppelhaus und 14 Prozent auf das Reihenhaus. Ähnlich wie die Eigentumswohnung stellt laut Einschätzung der LBS-Experten das Reihenhaus in den wirtschaftsstarken Ballungsräumen eine kostengünstige Alternative dar. Wenn auch auf kleineren Grundstücksflächen, so bieten die eigenen vier Wände auf diese Weise ebenerdiges Wohnen im urbanen Raum an. Hinzu kommt, dass die Baukosten beim frei stehenden Haus in den alten Bundesländern mittlerweile wieder das Niveau des letzten Jahrzehnts erreicht haben.

Wohnflächenzuwachs hier wie dort

Die allgemeine Tendenz zum wachsenden Platzbedarf zeigt laut LBS Research der Blick auf die Wohnflächenentwicklung. So stieg in allen Segmenten die durchschnittliche Wohnfläche an, und zwar um 5 bis 22 Prozent. Dabei weisen die Doppelhäuser, aber insbesondere die Reihenhäuser die relativ stärksten Zuwächse auf. Der steigende Wohlstand, der zu wachsenden Wohnansprüchen führt, sei hier eindeutig abzulesen, ebenso wie ein sichtbarer Aufholprozess in den neuen Bundesländern. Konnte man dort aus historischen Gründen lange Zeit seine Wohnwünsche nicht frei gestalten, verringert sich dieses Defizit zusehends. Bei der Größe von Reihenhäusern sind die Ost-West-Unterschiede inzwischen sogar praktisch eingeebnet.

Es ist aber weiterhin so, dass laut Statistik die durchschnittliche Wohnfläche der neuen Eigenheime in den alten Ländern um rund 19 Prozent größer ist als in den neuen Ländern. Dadurch ist deren Kostenvorsprung gegenüber den "Westpreisen" insgesamt noch größer als bei der Quadratmeter-Betrachtung: Mit 147.000 Euro, so LBS Research, werden die Objekte im Osten um 66.000 Euro, also um mehr als 30 Prozent, niedriger veranschlagt als im Westen (213.000 Euro). Dabei sind die unterschiedlichen Grundstückspreise in diesen Zahlen noch nicht einmal berücksichtigt, denn sie beziehen sich auf die reinen Baukosten, ohne Bauland und Baunebenkosten.

Dass die Baukosten für das frei stehende Eigenheim in den alten Bundesländern - anders als in den anderen Segmenten - mittlerweile wieder das Niveau der 90er Jahre erreicht haben, zeigt die unverändert hohe Attraktivität gerade dieser Gebäudeform für Wohneigentümer. Laut LBS Research sind Bauherren offenbar hier weniger als bei Doppel- und Reihenhäusern bereit, bei der Realisierung ihrer Wohnwünsche unter Kostenaspekten größere Kompromisse einzugehen.

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