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Erfolgreich schallentkoppelt: Musikschule im Mehrfamilienhaus

(22.1.2018) Musikalische Früherziehung, Instrumental- und Gesangsunterricht, Vorbereitung auf ein Musikstudium - die Musikschule „musikplus!“ in Berlin-Charlottenburg bietet Kindern und Erwachsenen viele Möglichkeiten, sich musikalisch aus- und fortbilden zu lassen. Beheimatet ist die Musikschule seit geraumer Zeit im Erdgeschoss eines historischen Mehrfamilienhauses (siehe Google-Maps).

alle Fotos © Operis Bau GmbH / Saint-Gobain Rigips 

Um den Schülern der Musikschule ein ideales Umfeld bieten zu können und zugleich sicherzustellen, dass die Hausbewohner über der Musikschule ihre wohlverdiente Ruhe genießen können, erfolgte der Ausbau der Proben- und Unterrichtsräume in enger Abstimmung mit dem Berliner Akustikbüro acouplan und den Trockenbauexperten der Operis Bau GmbH. Mit den vorbildlich umgesetzten und vor allem nachweislich erfolgreichen Schallschutzmaßnahmen konnte das Ausbauteam auch die Juroren der 10. Rigips Trophy überzeugen. Sie wählten die Musikschule unter die besten Ausbauprojekte in der Wettbewerbskategorie Akustiksysteme.

Früher Drogeriemarkt, jetzt Musikschule

Vor dem Einzug der Musikschule wurden die Räume im Erdgeschoss des Gründerzeithauses von einer großen Ladenkette genutzt. Die Wohnungseigentümer und Mieter im Haus wurden früh in das Projekt involviert.

Die gesamte Nutzfläche im Erdgeschoss beträgt rund 280 m². Neben dem Empfang und einem Küchenbereich sollten insgesamt sechs Unterrichtsräume entstehen, von denen drei durch das Öffnen der mobilen Trennwände zu einem größeren Saal verbunden werden können. „Für die einzelnen Räume waren unterschiedliche Nutzungen vorgesehen, wodurch auch unterschiedliche Wand- und Deckenkonstruktionen zum Einsatz kamen, die aber sämtlich schallentkoppelt für maximalen Schallschutz sorgen,“ erinnert sich Gilbert Lichte, verantwortlicher Projektleiter bei Operis Bau.

Das Gebäude selbst wurde Anfang des 20. Jahrhunderts in Massivbauweise errichtet. Die Geschossdecke zwischen Erd- und erstem Obergeschoss bildet eine Holzbalkendecke mit Rabitzputz, die lichte Raumhöhe von Bestandsboden bis Bestandsdecke beträgt 3,41 m. Der gemäß DIN 4109 geforderte Mindestschallschutz (R'w) für Gewerbebetriebe mit einem erwartbaren Schalldruckpegel von LAF = 81 bis 85 dB(A) beträgt 62 dB. Berechnungen des Akustikbüros ergaben zudem, dass mit den zu erwartenden Schalldruckpegeln in einer Musikschule, etwa beim Spielen eines Saxophons oder eines Flügels, ein bewertetes Schalldämmmaß der Decken und Wände von etwa R'w ≥ 65 dB benötigt wird, um die Anforderungen einzuhalten. Im Sinne einer ausreichenden Planungssicherheit sollte sogar ein bewertetes Schalldämmmaß von R'w = 70 dB angestrebt werden.

Schallschutzdecken je nach Raumanforderung

„Unsere Arbeit an den Decken der Übungsräume begann zunächst mit der Demontage der alten abgehängten Konstruktionen und der, wo notwendig, Ausbesserung von Fehlstellen im Deckenputz. Anschließend haben wir an die Bestandsdecke eine zweilagige, je Lage 20 mm starke Deckenbeplankung ,Rigips Die Dicke’ direkt befestigt. Sie dient in allen Räumen als Basis für die nachfolgenden, je nach Raumanforderungen ausgebildeten Unterdecken“, so Gilbert Lichte.

Zu deren Aufnahme wurden in allen Unterrichtseinheiten Weitspannträger mit einer Spannweite von 3.300 mm und einem Achsabstand von 400 mm montiert sowie sämtliche Anschlüsse mittels Elastomerauflager vollständig schallentkoppelt. Die an den Weitspannträgern angebrachten Tragprofile (Rigips CD 60/27-06) beplankte das Ausbauteam dann „raumindividuell“: „Im Foyer und Empfangsbereich war eine einlagige Beplankung mit ,Rigips Bauplatten RB’ ausreichend. In besonders ,lautstark’ genutzten Räumen wie etwa dem Schlagzeug-Übungsraum haben wir die Weitspannträger zunächst noch einmal mit zwei Lagen ,Rigips Die Dicke’ beplankt, gefolgt von einer dritten Lage mit den leistungsfähigen Schallschutzplatten ,Rigips Die Blaue’. Im Hohlraum über den abgehängten Decken unterstützt darüber hinaus eine 3 x 100 mm starke Auflage aus ,ISOVER Akustic TP 1’-Mineralwolle die Schalldämmung der Deckenkonstruktion. Die Verlegung in drei Lagen diente dabei der Kreuzfugenvermeidung.“ 

Großer Saal dank mobilen Trennwänden

Für Aufführungen und musikalische Veranstaltungen mit Publikum sollten einige der Unterrichtsräume miteinander zu einem rund 60 m² großen Saal verbunden werden können. Die hierfür vorgesehenen mobilen Trennwände laufen in einem Schienensystem, für das schallgedämmte Nischen in den Deckenkonstruktionen ausgebildet wurden. Statisch werden die Schienensysteme über einen Stahlprofilrahmen gehalten, welcher ebenfalls schallentkoppelt bekleidet und an sämtliche Decken- und Wandbauteile schallentkoppelt angeschlossen wurde.

Körperschallgetrennte Vorsatzschalen

Gleichsam „schallschützend“ wurden auch die Wandkonstruktionen ausgebildet: In sämtlichen Unterrichtsräumen wurden doppelt beplankte (2 x „Rigips die Blaue“ 12,5 mm) und gedämmte (50 mm „ISOVER Akustic TP 1“) Vorsatzschalen körperschallgetrennt vor den Bestandswänden montiert. Die Vorsatzschalen im Schlagzeugraum wurden umlaufend sogar dreilagig mit einer zusätzlichen Lage „Rigips Die Dicke“ beplankt. In Summe verbauten Gilbert Lichte und sein Team knapp 850 m2 „Rigips Die Dicke“ und rund 750 m2 „Rigips Die Blaue“. Die Zugänge zu allen Räumen wurden mit Hilfe von Schallschutztüren und schallentkoppelten Zargen realisiert.

Planungsziel mit 73 dB hörbar übertroffen

Zur Überprüfung der schalldämmenden Wirkung der Wand- und Deckenkonstruktionen führte das Akustikbüro nach Beendigung der Ausbauarbeiten erneut Messungen in allen Räumen durch - mit mehr als überzeugenden Ergebnissen: Das bewertete Schalldämmmaß (R'w) lag in den Übungsräumen bei 73 dB, womit sogar der ursprünglich empfohlene „Planungspuffer“ von 70 dB noch deutlich übertroffen wurde. Während die Bewohner des ersten Obergeschosses also ihre wohl verdiente Ruhe genießen, profitieren Schüler wie Pädagogen in den Räumen von „musikplus!“ dank planerisch und handwerklich vorbildlich umgesetzter Schallschutzkonstruktionen von einer ausgewogenen Raumakustik.

Weitere Informationen zum schallentkoppelten und raumakustisch wirksamen Innenausbau können per E-Mail an Rigips und per E-Mail an Isover angefordert werden.

siehe auch für zusätzliche Informationen:

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