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Solarwirtschaft fordert deutliche Nachbesserungen am Klimaschutzprogramm

(6.10.2019) Der Bundesverband Solarwirtschaft (BSW) weist mit Blick auf das derzeit diskutierte Klimaschutzprogramm der Bundesregierung darauf hin, dass der Anteil Erneuerbarer Energien am Wärmebedarf seit nunmehr sieben Jahren bei lediglich 13 bis 14% stagniert. Dies gehe aus Zahlen der Arbeitsgruppe Erneuerbare Energien-Statistik hervor, die als unabhängiges Fachgremium vom Bundesumweltministerium eingerichtet wurde.

Grafik aus dem Beitrag „Solarwärme wächst langsam“ vom  21.2.2019

Die Solarbranche begrüßt die Vorhaben der Bundesregierung, Förderanreize für den Heizungstausch ausbauen zu wollen. Um eine vom Opportunismus bestimmte, abwartende Haltung (Attentismus) seitens der Verbraucher zu vermeiden, müssten diese schnell und rückwirkend erfolgen. Der BSW hält darüber hinaus allerdings den Versuch, allein dadurch den gewaltigen Modernisierungsstau in deutschen Heizkellern auflösen zu wollen, für unzureichend. Ein beschleunigter Heizungstausch sei nach BSW-Auffassung für einen nachhaltigen Klimaschutz nur dann zielführend, wenn zugleich die Nutzung Erneuerbarer Energien auch im Wärmesektor endlich zur Regel werde.

„Es ist klimapolitisch beschämend, dass nur jede vierte neue Heizung Solar-, Bio- oder Erdwärme nutzt“, meint Carsten Körnig, Hauptgeschäftsführer des BSW. „Subventionen allein können dies nicht ändern. Ohne verbindliche Mindeststandards zur Nutzung Erneuerbarer Energien bei der Heizungssanierung und ohne eine angemessene Bepreisung von Kohlendioxidemissionen werden Öko-Heizungen weiter eine Ausnahme bleiben. Die Einführung von CO₂-Preisen im Wärmesektor ist richtig, mit ihrer homöopathischen Höhe bleiben sie allerdings ein zahnloser Tiger.“

Grafik aus dem Beitrag „BSW/YouGov-Umfrage: 66% wünschen sich Heizungstausch nur mit Erneuerbaren“ vom 26.5.2019

CO₂-Einstiegspreis von 60 Euro/t gefordert

Gemeinsam mit anderen Branchenverbänden setzt sich der BSW für einen CO₂-Einstiegspreis in Höhe von 60 Euro je Tonne ein, der anschließend kontinuierlich steigt. Das Klimaschutzprogramm sieht hingegen nur einen Einstiegspreis von 10 Euro je Tonne CO₂ vor, was von nahezu allen Energieexperten als viel zu gering angesehen wird. Das Umweltbundesamt weist darauf hin, dass allein die Emission einer Tonne Kohlendioxid (CO₂) global zu Schäden von rund 180 Euro führt.

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