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Anpassung der KRL-Grenzwerte für die Belegreife von Estrichen

TKB 18: KRL-Methode - Messung und Beurteilung der Feuchte von mineralischen Estrichen
  

(4.5.2020) Seit Einführung der KRL-Methode wird über die dazu gehörenden Grenzwerte für die Belegreife diskutiert. Nach einer mehrjährigen Probephase ist sich die Technische Kommission Bauklebstoffe (TKB) jetzt sicher, dass eine Erhöhung durch Daten und Erfahrung gedeckt ist.

Korrespondierende relative Luftfeuchte (KRL)

Mit Herausgabe des TKB-Merkblatts 18 „KRL-Methode“ im August 2018 (siehe Beitrag) hat die TKB erstmals Grenzwerte für die Belegreife, gemessen nach der KRL-Methode an mineralischen Estrichen, publiziert:

  • 75% relative Luftfeuchte (r. F.) für unbeheizte und
  • 65% r. F. für beheizte Estriche.

Diese Werte waren bewusst konservativ, d.h. niedrig gewählt, um bekannten und unbekannten Unsicherheiten Rechnung zu tragen. Auch erfolgte der Hinweis, dass bei hinreichend großer Anzahl von Baustellenversuchen eine Anpassung des Grenzwerts erfolgen könne.

Inzwischen liegen der TKB über ihren Ringversuch über 500 Datensätze zur parallelen CM-/KRL-Messung vor. Weitere grundlegende Untersuchungen zur KRL-Methode wurden auf der BEB-Sachverständigentagung 2019 vorgestellt. Darüber liegen grundlegende wissenschaftliche Publikationen*) vor, die alle die Anpassung des KRL-Grenz­werts für die Belegreife stützen.

Der Grenzwert für die Belegreife bei der Feuchtebestimmung nach der KRL-Methode beträgt daher zukünftig:

  • 80% r. F. für unbeheizte und
  • 75% r. F. für beheizte Estriche.

Insbesondere für übliche Zementestriche (Mischungsverhältnis 1 : 6) resultieren daraus Trocknungszeiten, die mit denen nach der CM-Methode vergleichbar sind.

Zur Erinnerung: Maßgebliche Anstöße zur Entwicklung der KRL-Methode, waren:

  • Schwierigkeiten, Estrichzusammensetzungen sicher zu identifizieren.
  • Unsicherheiten bei der Beurteilung der Belegreife von beschleunigten Zementestrichen.
  • die Einführung der Komposit-Zemente und weitere Änderungen in der Estrichtechnologie.

Bei all diesen Punkten ist eine Beurteilung der Belegreife nach der CM-Methode (Calciumcarbid-Methode) potentiell problematisch. Ein wesentlicher Vorteil der KRL-Methode ist es, dass sie im Grundsatz materialunabhängig ist und damit auch bei unterschiedlichen Zusammensetzungen eine Beurteilung sicher zulässt. Dies gilt ganz besonders auch bei beschleunigten Zementestrichen. Der Verleger des Bodenbelags benötigt somit keine weiteren Informationen in Bezug auf den Feuchtezustand bei diesen Untergründen. Abzüge von den Grenzwerten bzw. erhöhte Grenzwerte durch Einsatz von Estrichzusatzmitteln, wie sie von manchen Anbietern von Estrichzusatzmitteln propagiert werden, sind somit weder zulässig noch fachlich begründbar.

Zunehmend werden auch Zementestriche mit niedrigen Zementgehalten (Mischungsverhältnis 1 : 7 bis 1 : 8) eingesetzt. Die Belegreife insbesondere dieser mageren Estriche kann nach der CM-Methode mit den bekannten Grenzwerten nicht sicher bestimmt werden. Die sichere Bestimmung der Belegreife dieser Estrich ist nur nach der KRL-Methode mit den genannten Grenzwerten möglich.

Die neuen Grenzwerte der KRL-Methode verhindern unnötig lange Wartezeiten bis zur Belegreife. Bei üblichen Zementestrichen steht dem Verleger neben der bewährten CM-Messung ein ergänzendes Verfahren zur Feuchtebestimmung zur Verfügung. Bei beschleunigten und mageren Zementestrichen liefert die KRL-Methode bei der Bestimmung der Belegreife ein Maß an Sicherheit, wie dies bei der CM-Messung nicht möglich ist.

Das aktualisierte Merkblatt 18 beschreibt die Details zu KRL-Messmethode, liefert Informationen zur Bewertung der Messergebnisse und enthält ein Protokoll zur Messwerterfassung. Es ist downloadbar unter klebstoffe.com > Die Welt des Klebens > Informationen > Publikationen > Merkblaetter > Bauklebstoffe / Verlegewerkstoffe (direkter PDF-Download).

_____________
*)  W. Schnell, Zur Ermittlung von Belegreife und Ausgleichsfeuchte von mineralisch gebundenen Estrichen, BWD 1/1985
  Technische Information BEB 02/2013-A

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