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ifo Institut: Seit 1991 fehlte noch nie so viel Material auf dem Bau

(12.6.2022) Die Materialknappheit auf deutschen Baustellen hat ihren Höchststand seit 1991 erreicht - das geht aus einer aktuellen Umfrage des ifo Instituts hervor. Im Mai lag der Anteil der Unternehmen, die Knappheit meldeten, ...

  • im Hochbau bei 56,6%, nach 54,2% im Vormonat, und
  • im Tiefbau bei 44,8%, nach allerdings 46,2% im Vormonat.

Von diesen Unternehmen berichteten wiederum 91,1 Prozent, dass der Krieg in der Ukraine die Materialengpässe verschärft habe.

„Mit dem russischen Angriff auf die Ukraine haben sich die Lieferprobleme bei Baustoffen drastisch verschärft. Die Materialpreise legen infolge der Knappheit und höheren Energiekosten weiter zu. Aufgrund der steigenden Baukosten und der höheren Zinsen kommt es nun besonders im Wohnungsbau vermehrt zu Auftragsstornierungen“, stellt ifo-Forscher Felix Leiss fest.

„Besonders knapp ist derzeit Baustahl, der oft aus Russland oder der Ukraine importiert wurde. Auch beim Bitumen kommt es zu Problemen. Mancherorts klagten die Betriebe auch über einen Mangel an Ziegelsteinen. Dämmstoffe waren bereits vor Kriegsbeginn vielerorts knapp, aber auch hier hat sich die Situation weiter verschlechtert“, kommentiert Herr Leiss.

Knappes Material und hohe Energiekosten treiben die Preise, und die Baufirmen geben die Verteuerungen an die Bauherren weiter: Im Hochbau berichtete ein Großteil der Unternehmen, die Preise kürzlich nach oben revidiert zu haben. Für die kommenden Monate sind sehr häufig weitere Anpassungen eingeplant. Auch im Tiefbau kam es vielerorts zu Erhöhungen, wenngleich nicht ganz so häufig wie im Hochbau.

Die Kombination aus steigenden Baupreisen und höheren Finanzierungszinsen führen nun dazu, dass die ersten Projekte unrentabel werden: Im Mai berichteten 13,4% der Hochbauer von Stornos, im April waren es noch 7,5% und im März 4,6%. Im Tiefbau waren es 8,8%, nach 9,3% im April. Insgesamt sind die Auftragsbücher aber immer noch prall gefüllt.

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