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Parkettbranche behauptet sich im ersten Halbjahr 2022: 12% mehr Umsatz, 7% weniger Absatz

(31.10.2022) Die Hersteller von Parkett in Deutschland behaupten sich am Markt in einer gesamtwirtschaftlichen Krisenlage. Wie der Verband der Deutschen Parkettindustrie (vdp) bei einem Pressegespräch in Berlin am 26. Oktober bekannt gab, ...

  • erhöhte sich der Umsatz der vdp-Mitgliedsfirmen in Deutschland im ersten Halbjahr 2022 um rund 12,1% auf 157,2 Mio. Euro,
  • während der Absatz im Vergleich zu Januar bis Juni 2021 um etwa 7,1%  auf 4,3 Mio. m² nachgab.

Ergebnisse der vdp-Verbandsumfrage
Quelle: vdp 

Deutlich wurde der Einfluss von Energie- und Rohstofffragen auf die aktuell schwierige Marktlage. Doch werde die Bedeutung von Parkett als umweltfreundlicher Bodenbelag wie auch das Bauen mit Holz insgesamt perspektivisch weiter zunehmen - so die Erwartung des Verbands.

Das mit Abstand wichtigste Marktsegment bleibt das Mehrschichtparkett, dessen Umsatz bei den vdp-Mitgliedern bundesweit im ersten Halbjahr 2022 um 11,9% auf 138,0 Mio. Euro zulegte, während sich andererseits der Absatz um 7,2% auf 3,6 Mio. m² verringerte. Gegenläufige Tendenzen wurden auch in den anderen Marktbereichen registriert. Bei einem Umsatzanstieg von 14,9% auf 10,9 Mio. Euro sank der Absatz von Massivparkett gegenüber Januar bis Juni 2022 um 4,4% auf 300.000 m². Beim Mosaikparkett stand einer Umsatzsteigerung von 11,6% auf 8,3 Mio. Euro ein Absatzrückgang um 6,9% auf 400.000 m² gegenüber.

vdp-Vorsitzender Michael Schmid
Michael Schmid
    

Angesichts der krisenhaften Trends in der Gesamtwirtschaft ordnete der vdp-Vorsitzende Michael Schmid die Branchenentwicklung folgendermaßen ein: „Die Zahlen für das erste Halbjahr spiegeln eine schwierige Gesamtlage in der Parkettindustrie wider, die sich im weiteren Jahresverlauf noch zugespitzt hat. Während uns nach dem Kriegsausbruch starke Preissteigerungen in einzelnen Holzsortimenten ebenso wie Engpässe in einzelnen Lieferketten zu schaffen machten, prägt mittlerweile die Energiepreiskrise für viele Anbieter das Gesamtbild. Das gilt vor allem für die Strombelieferung. Die dringend notwendigen Hilfen für Unternehmen dürfen für den Mittelstand nicht später kommen als für Großbetriebe und energieintensive Unternehmen“, mahnte Herr Schmid. Sonst gehe der viel zitierte „Doppelwumms“ von Bundeskanzler Scholz nach hinten los.

Mehr Holz für Neubau und Sanierung

Trotz der großen Herausforderungen durch die sich abzeichnende Rezession in Deutschland ist der vdp-Vorstand optimistisch, dass die Vorteile von Parkett für Klimaschutz und Wohngesundheit künftig verstärkt beim Bauen und Sanieren zum Tragen kommen. „Dass die Politik in Bund, Ländern sowie in vielen Kommunen das Bauen mit Holz verstärkt fördern will, zeigt den klimapolitischen Stellenwert unseres Produkts. Nun müssen den Absichtsbekundungen zum verstärkten Holzeinsatz auch flächendeckend Taten folgen. Zum Bauen mit Holz gehört auch der verstärkte Einsatz von Holz im Innenausbau. Holzböden gehören zum klimabewussten Bauen fest dazu“, betonte Herr Schmid. Als Naturprodukt aus Holz besitze Mehrschichtparkett eine Speicherleistung von rund 3,48 Kilogramm Kohlenstoff pro Quadratmeter. „Unsere Produkte sind langlebige Kohlenstoffspeicher. Einmal verlegt, kann Parkett bei guter Pflege viele Jahrzehnte und länger genutzt und in seinen positiven Eigenschaften für die Wohngesundheit erlebt werden“, erklärte Herr Schmid.

Parkett muss kein Luxus sein

Professorin Galina Churkina von der TU Berlin rückte das Bauen mit Holz bei der Veranstaltung in Berlin in den globalen Kontext. Churkina ist Co-Autorin der aktuellen Studie „Land use change and carbon emissions of a transformation to timber cities“, wonach durch das Bauen mit Holz bis zum Jahr 2100 mehr als 100 Milliarden Tonnen Emissionen des Treibhausgases Kohlendioxid eingespart werden können. Vom globalen auf den nationalen und regionalen Kontext heruntergebrochen zeigte der vdp die Vorteile des Bauens mit Holz anhand konkreter Parkett-Projekte in Berlin. Unter dem Motto „Edel verlegt” stand dabei das Parkett im Hotel Orania als Anschauungsmaterial zur Verfügung. „Holzböden sind vielseitig in ganz verschiedenen Immobilien und für unterschiedliche Zwecke einsetzbar. Sei es Wohnzimmer, Hotellobby, Tanzsaal oder Sporthalle, Holzböden sind immer eine gute Alternative“, erklärte Herr Schmid. Dass Parkett kein Luxus sein muss, zeigte der vdp bei einem Vor-Ort-Termin im Berliner Stadtteil Neukölln, wo der hochwertige Holzboden großflächig in einem gerade sanierten Altbau frisch verlegt wurde, der ein Projekt für betreutes Wohnen beherbergt. Trotz zum Teil gegenüber früheren Jahren längerer Lieferfristen setzten Bauherren, Projektentwickler und Architekten weiterhin auf die Pluspunkte von Parkett. „Denn damit sind sie auf Schritt und Tritt für den Klimaschutz unterwegs“, bilanzierte der vdp-Vorsitzende.

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